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Deutsches Lesebuch für die mittlere und obere Stufe der ein- und zweiklassigen Volksschule, wie einfacher Schulverhältnisse überhaupt (Teil 2, [Schülerband])

Bibliografische Daten

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch
  • Deutsches Lesebuch für die mittlere und obere Stufe der ein- und zweiklassigen Volksschule, wie einfacher Schulverhältnisse überhaupt (Teil 2, [Schülerband])
  • Einband
  • Titelseite
  • Werbung
  • Zur Orientirung über die Fibel und das erste Lesebuch der Ausgabe A
  • Über die Einrichtung und Benutzung des vorliegenden Lesebuches
  • Zur Orientierung über die Ausgaben B und C des Lesebuches
  • Übersicht des Inhalts
  • Übersicht der in den Text gedruckten Abbildungen
  • Mittelstufe
  • Obere Stufe
  • A. Deutscher Lebensspiegel
  • B. Deutsches Land und Volk
  • C. Länder und Völker Europas mit Beziehung auf Deutschland
  • D. Die Länder der heiligen Schrift
  • E. Des deutschen Volkes Geschichte
  • F. Deutscher Haushalt, Gewerbe und Kunstfleiß
  • G. Weltverkehr des deutschen Volkes
  • H.1. Erzählungen aus der deutschen Geschichte
  • H.2. Des deutschen Volkes Geschichte
  • Ergänzende Beigaben
  • Werbung
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  • Einband

Volltext

11. Die Provinz Posen. 
109 
dreimal in den Schlamm des Küstensaumes seine Eier, d. h. er 
laicht. Zu dieser Zeit steigen die Heringe in unabsehbarer Menge 
aus dem Meeresgrunde empor und ziehen in meilenlangem und 
öieilenbreitem Zuge nach der Küste. Das ganze Fischerdorf ge¬ 
rät in Bewegung, wenn die Ankunft der Heringe angezeigt wird. 
Die Boote liegen bereits segelfertig da, die Netze sind zur Hand, 
die Männer springen in die Fahrzeuge und rudern den sorglos 
nahenden Fischen entgegen, während Weiber und Kinder sich auf 
den Empfang und die Zubereitung der Beute vorbereiten. Man 
salzt den Hering entweder in Tonnen ein, oder reiht ihn auf 
hölzerne Stäbe und setzt ihn dem Rauche aus. 
11. Die Provinz Posen. 
Die Provinz hat ihren Namen von der Hauptstadt Posen. 
Ehedem gehörte sie zum Königreiche Polen, welches sich zu beiden 
Seiten des Weichselstromes ausbreitete. Seit 1815 ist sie ein Teil 
des preußischen Staates. Sie liegt zwischen der Weichsel und Oder. 
Nach Westen hin grenzt sie an Brandenburg, nach Norden an 
Preußen, nach Süden an Schlesien. Nur auf der langen Ostseite grenzt 
Posen an ein fremdes Land, an das ehemalige Königreich Polen, welches 
den westlichen Teil des mächtigen russischen Reiches ausmacht. 
Mitten durch das Großherzogtum hindurch fließt die Warthe 
ln der Richtung von Osten nach Westen. In einem weiten Bogen geht 
sie durch den Regierungsbezirk Posen an der Hauptstadt der Provinz 
vorüber. Nachdem sie in Brandenburg eingetreten ist, nimmt sie die 
Netze auf. Diese ist ihr größter Nebenfluß. Wie die Warthe den 
Negierungsbezirk Posen durchschneidet, so die Netze den Regierungs¬ 
bezirk Bromberg. Diese beiden Bezirke machen die Provinz oder das 
Großherzogtum Posen aus. 
Die Netze ist durch einen Kan^f, welchen Friedrich der 
Große bei Nakel aus ihr ableiten und bei Bromberg in die Brahe 
führen ließ, mit der Weichsel verbunden, in welche die Brahe unter¬ 
halb Bromberg mündet. 
Der Bromberger Kanal ist eine große Wohlthat für die Provinzen 
West-Preußen, Posen und Brandenburg. Denn er macht es 
Möglich, daß Schiffe aus der Weichsel in die Oder gelangen, und so 
Ne Erzeugnisse aus dem Königreiche Polen, aus Westpreußen und 
Posen, besonders Getreide und Holz, schnell und billig nach Berlin, 
Stettin und weiter geschafft werden. 
Die Provinz hat keine hohen Berge. Flach und eben breitet 
sie sich aus; nur niedrige Hügelreihen ziehen sich hie und da durch die 
Ebenen hindurch. 
An Seeen ist das Land reich; doch sind fast alle klein; die meisten 
Hegen in dem Gebiete des oberen Laufes der Netze, in den Gegenden 
von Jnowrazlaw und Gnesen. Am fruchtbarsten sind die entwässerten
	        

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Brand, Jakob. Der Neuern Geschichte Erste Hälfte. Frankfurt am Main: Andreä, 1812. Print.
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