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Abriß der Geographie zum Gebrauche für Schüler höherer Lehranstalten

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN775924512
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-11805474
Titel:
Abriß der Geographie zum Gebrauche für Schüler höherer Lehranstalten
Signatur:
GDG-I 29(3,1861)
Autor*in:
Klöden, Gustav Adolph von
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Charisius
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geographieschulbücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1861
Ausgabenbezeichnung:
3., neu bearb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
Vierter Abschnitt. Die Staaten Europas
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
Königreich Spanien
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Abriß der Geographie zum Gebrauche für Schüler höherer Lehranstalten
  • Einband
  • Titelseite
  • [Widmung]
  • Vorrede zur zweiten Auflage
  • Vorwort zur dritten Auflage
  • Inhalt
  • Erster Abschnitt
  • Zweiter Abschnitt
  • Australien
  • Afrika
  • Asien
  • Amerika
  • Uebersicht des Flächen-Inhalts und der Bewohnerzahl der außereuropäischen Erdtheile
  • Dritter Abschnitt
  • Vierter Abschnitt. Die Staaten Europas
  • Einleitung
  • Königreich Preußen
  • Kaiserthum Oesterreich
  • Die deutschen Bundesstaaten
  • Die Schweiz oder Helvetien
  • Königreich Dänemark
  • Königreich der Niederlande
  • Königreich Belgien
  • Kaiserreich Frankreich
  • Die verein. Königreiche Großbritannien und Irland
  • Die Königreiche Schweden und Norwegen
  • Das Kaiserreich Rußland
  • Königreich Spanien
  • Königreich Portugal
  • Das Königreich Italien
  • Die Ionische Republik
  • Königreich Griechenland
  • Das Fürstenthum Montenegro oder Zernagora
  • Das europäisch-türkische oder osmanische Reich
  • Register
  • Werbung
  • Einband

Volltext

366 
Europa. 
§ 684. Königreich Spanien. 
Spanien reicht von 36 bis 43H° nördl. Br. und von 8i bis 21° östl. Länge 
(s. 8 463). — Es ist in 47 Provinzen getheilt, welche nach den großen Städten 
benannt sind, und diese zerfallen in Jntendanzschaften. Die Küsten - Provinzen 
sind die bevölkertsten (bei Pontevedra in Galicien leben auf 1 ÜHM. 5666 Men¬ 
schen, in Bilbao 4000, bei Oviedo 2870, auf den balkarischen Inseln 3040); am 
schwächsten ist die Bevölkerung in den Provinzen um die Hauptstadt, wo noch 
nicht 1000 auf die lüM. kommen (in Cuenca, Albacete und Ciudal-Real 760). 
Ueber 1500 Städte und Dörfer liegen verödet. 
Die Verfassung ist die monarchisch-constitutionelle; die Cortes bilden die Depu- 
tirten-Versammlung. Die Grundlage der Verfassung ist neuerlich geändert; 
überhaupt unterliegt das Reich großen Gährungen und Zerwürfnissen; wenig 
ist festgestellt, und an Hilfsquellen fehlt es auf allen Seiten. Die drei vaskischen 
Provinzen haben große Vorrechte (fueras). 
Die Armee zählt 200.400 Mann (die Dienstzeit währt 8 Jahre), die National¬ 
garde 762.000 Mann, die Flotte 45 Segelschiffe (wobei 2 Linienschiffe) und 37 
Dampfer, mit 887 Kanonen. — Die Justiz-Verwaltung ist erbärmlich; während 
die Zahl der Bewohner etwa eben so groß ist wie in England, kommen unendlich 
viel mehr Mordthaten vor. — Etwa \ der Bevölkerung kann lesen und kaum \ 
schreiben; namentlich wird die Bildung der Mädchen vernachlässigt. Es gibt 
10 Universitäten: Madrid, Barcelona, Granada, Oviedo, Salamanca, Sevilla, 
Santjago, Valencia, Valladolid, Zaragoza. Die letzteren drei sind die besuchtesten. 
Die Hälfte der Lehrstühle ist aber unbesetzt. — Fast alle Bewohner sind Katho¬ 
liken; nicht ^ Akatholiken. 600 Nonnenklöster ; die Mönchsklöster sind aufgehoben. 
Die Zahl der Bewohner war zur Römerzeit dreimal so groß; von denselben 
sind Spanier und Galegos Basken (i Mill.) ¡¿r, Moriskos oder Mauren, in 
der Sierra Morena, 60.000, Zigeuner 45.000, von denen 1 in Andalusien lebt. 
— Zu Spanien gehören die Presidios oder Gefängnisse an der Küste von 
Marokko (Ceuta, Melilla rc.), 1,2 süM. und die canarischen Inseln, welche 
eine besondere Provinz bilden, 132,4 sUM. mit 258.000 Bew. 
§ 685. 1) Königreich Neu-Castilieu 
(fast so groß wie Baiern). 
Das östliche Gebirgsland ist größtentheils kahl, aber einige Theile bedecken doch 
Fichten-, Eichen- und Buchenwälder; auch am Guadarrama-Gebirge sind große 
Strecken der Abhänge mit immergrünen Eichen und Fichten besetzt. Die Ebene 
ist namentlich im Norden ganz kahl; Alles beherrscht eine fahle, röthlich-graue 
Farbe, nur in der Nähe der spärlich verstreuten Ortschaften durch das blasse Grün 
von Olivenpflanzungen und Getreide-, Bohnen- und Safranfelder unterbrochen. 
In den Vertiefungen und Schluchten findet man kleine Gebüsche von Mandel¬ 
bäumen. Fast jeder Ort in Spanien hat einen schattigen Paséo oder Spazier¬ 
gang. — Der Castilianer überhaupt ist ernst, schweigsam, bedächtig, prahlerisch, 
nicht sehr thätig; aber in der Mancha fleißig, bieder, sanft und fröhlich; der Neu- 
Castilianer insbesondere vergnügungssüchtig. — Die Mancha ist eine bäum- und 
wasserlose Ebene, wo sich in vielen Gegenden nichts zeigt, als das nackte, auf¬ 
gesprungene, mit rothem Staube bedeckte Erdreich, mit einzelnen gelben Disteln 
überstreut, oder große Strecken schwarzgrünen, niedrigen Gesträuches, selten ein 
Getreidefeld; dazwischen erscheinen einzelne, von Ruinen umgebene, erdfahle Ort¬ 
schaften mit einstöckigen Häusern, meilenweit von einander entfernt. 
Madrid, 302 E., liegt am Manzanares, mitten zwischen weiten, sandigen, nackten 
Weideflächen mit wenigem Acker, weder von Dörfern, noch von Gärten, noch von Villen 
umgeben, 2000 F. über dem Meere. — Eine prächtige Straße führt hindurch von Osten 
nach Westen zum königlichen Garten. Es hat 7 t Plätze, wobei die Plaza mayor und 
Puerto del Sol, und zwei königliche Paläste, von denen der neue einer der prächtigsten in 
Europa ist. 32 Kirchen, reiche Museen, namentlich für Mineralien, und Kunstsammlungen,
	        

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Zitierempfehlung

Klöden, Gustav Adolph von. Abriß Der Geographie Zum Gebrauche Für Schüler Höherer Lehranstalten. Berlin: Charisius, 1861. Print.
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