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Abriß der Geographie zum Gebrauche für Schüler höherer Lehranstalten

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN775924512
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-11805474
Titel:
Abriß der Geographie zum Gebrauche für Schüler höherer Lehranstalten
Signatur:
GDG-I 29(3,1861)
Autor*in:
Klöden, Gustav Adolph von
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Charisius
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geographieschulbücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1861
Ausgabenbezeichnung:
3., neu bearb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
Zweiter Abschnitt
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
Australien
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Abriß der Geographie zum Gebrauche für Schüler höherer Lehranstalten
  • Einband
  • Titelseite
  • [Widmung]
  • Vorrede zur zweiten Auflage
  • Vorwort zur dritten Auflage
  • Inhalt
  • Erster Abschnitt
  • Zweiter Abschnitt
  • Australien
  • Afrika
  • Asien
  • Amerika
  • Uebersicht des Flächen-Inhalts und der Bewohnerzahl der außereuropäischen Erdtheile
  • Dritter Abschnitt
  • Vierter Abschnitt. Die Staaten Europas
  • Einleitung
  • Königreich Preußen
  • Kaiserthum Oesterreich
  • Die deutschen Bundesstaaten
  • Die Schweiz oder Helvetien
  • Königreich Dänemark
  • Königreich der Niederlande
  • Königreich Belgien
  • Kaiserreich Frankreich
  • Die verein. Königreiche Großbritannien und Irland
  • Die Königreiche Schweden und Norwegen
  • Das Kaiserreich Rußland
  • Königreich Spanien
  • Königreich Portugal
  • Das Königreich Italien
  • Die Ionische Republik
  • Königreich Griechenland
  • Das Fürstenthum Montenegro oder Zernagora
  • Das europäisch-türkische oder osmanische Reich
  • Register
  • Werbung
  • Einband

Volltext

52 
Australien. 
vorspringenden Kinnladen, wulstigen Lippen, dünnen Armen und Beinen, bewohnen 
Neu- Holland und hauptsächlich diejenigen Inseln, welche in der Fortsetzung von 
Neu-Guinea nach S-O. liegen. In der nördlichen Hälfte Neu-Hollands gehen 
sie nackt, in der südlichen Hälfte bedecken sie sich mit Kängurufellen. Sie bemalen 
sich gern und bringen sich zuni Zierrat Narben bei. Wenige sind Menschenfresser, 
und im Ganzen scheinen die guten Eigenschaften die schlimmen zu überwiegen, 
welche sie offenbar zum Theil erst durch Berührung mit den europäischen Ankömm¬ 
lingen angenommen haben. Man findet in Nen-Holland iu geringen Entfernun¬ 
gen verschiedene Sprachen. — Die Austral-Indier, malayischen Stammes, be¬ 
wohnen das übrige Polynesien, so wie die Küsten der großen Inseln Austral-Asiens 
und Ost-Madagaskars. Sie sind hoch, schlank, haben langes Haar, starke Muskeln 
und Sehnen, oft edle Gesichtsformen und dunkelkupferrothe bis fast weiße Farbe. 
Sie tättowiren sich zum Theil auf das geschmackvollste und sind kühn und von 
großen Geistesgaben. 
§ 162. Neu-Holland wurde 1606 von einem Holländer entdeckt; zehn Jahre 
später landete ein anderer an der Westküste und nannte das Land nach seinem 
Schiffe Eendragds-Land; andre Küstenstriche erhielten nach den Entdeckern, 
nach ihren Schiffen u. s. w. verschiedene Namen. Dampier (spr. Demmpihr) un¬ 
tersuchte sie zuerst genauer, später hauptsächlich Cook. Die meisten Entdeckungen 
in der Inselwelt machte Abel Tasmann 1642; nach ihm heißt Van Diemenslaud 
auch Tasmanien. Der größte Theil der Insel ist aber später zum zweiten 
Male entdeckt worden, und daher führen dieselben Inseln meist mehrfache Namen. 
§ 163. Die Colonie an der Ostküste Neu-Hollands, eine seit 1787 bestehende 
Ansiedlung, heißt Neu-Süd-Wales (spr. Wehls), hat 19.000 sIM. und ist also 
3i mal so groß als Großbritannien. Die Grafschaft Cumberland ist der wichtigste 
Theil dieses Landstriches. Südlich von derselben liegen die 4-^fHM. großen Vieh¬ 
weiden, nördlich davon finden sich große Steinkohlenlager. Die Colonie hat über 
300.000 Bewohner. Seit 1787 hat man überführte Verbrecher aus Großbritan¬ 
nien auf 7 oder 14 Jahre oder auf Lebenszeit hierher gebracht und hier an¬ 
gesiedelt. Sie blieben zum größten Theile auch dort, wenn sie ihre Strafzeit 
ausgehalten hatten. Allmählich fanden sich auch Colonisten ein, welche Capitalien 
mitbrachten; die Regierung schenkte ihnen Ländereien, später verkaufte sie solche zum 
großen Vortheile der Staatskasse, und das Land nahm einen gewaltigen Aufschwung. 
Seit 1843 ist sie nicht mehr Verbrecher-Colonie. Die schlimmsten Verbrecher ka¬ 
men nach der 47 sIM. großen Norfolk-Insel, welche östlich 182 M. entfernt liegt, 
sehr unzugängliche Küsten, aber einen außerordentlich fruchtbaren Boden hat, welche 
aber jetzt der Nachkommenschaft des Matrosen Adam überwiesen ist, von dem bei 
den Paumotu-Jnseln die Rede sein wird. Seit Gründung der Colonie, 1787 sind 
über 100.000 Verbrecher hierher gebracht, und Verbrechen aller Art geschehen hier 
stets sehr häufig. — Hauptstadt Sydney, 60 ($.*), am Port Jackson, nördlich 
von der Botany-Bai. Von hier führt eine schöne Chaussee westlich über das Ge¬ 
birge nach Bathurst, 5 E, im Golddistrikte. — Paramatta, 12 E., näher 
an Sydney. Sternwarte der südlichen Erdhälfte. 
§ 164. In Van Diemensland, 730 sIM. mit 81.500 Bew., wo die erste 
Niederlassung 1803 geschah, ist die Hauptstadt Ho barton, 16 E. Von Hobar- 
ton führt eine 25 M. lange Chaussee quer durch die Insel. Im nördlichen Theile 
liegt Launceston, 10 E. Die ganze Insel, etwas kleiner als Irland, ist seit 
1852 keine Verbrecher-Colonie mehr, und hat keinen einzigen Urbewohner. Die 
Bewohner treiben Vieh-, besonders Schafzucht, Ackerbau und Fischerei; der Han¬ 
del ist besonders nach England und Indien gerichtet. 
§ 165. Die Colonie West-Auftralien, 141 ßZM. mit 15000 E-, besteht seit 
1829, und liegt am Schwanen-Flusse; sie zeigt Dünen von düsterer grüner Farbe, 
*) Die stark gedruckte Zahl gibt stets die Tausende der Einwohner an.
	        

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Zitierempfehlung

Heise, Ernst, and Rudolf Marquardt. Physische Und Politische Erdkunde Von Asien, Australien, Afrika, Die Deutschen Kolonien. Hannover-List [u.a.]: Carl Meyer (Gustav Prior), 1911. Print.
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