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Abriß der Geographie zum Gebrauche für Schüler höherer Lehranstalten

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN775924512
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-11805474
Titel:
Abriß der Geographie zum Gebrauche für Schüler höherer Lehranstalten
Signatur:
GDG-I 29(3,1861)
Autor*in:
Klöden, Gustav Adolph von
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Charisius
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geographieschulbücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1861
Ausgabenbezeichnung:
3., neu bearb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
Zweiter Abschnitt
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
Afrika
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Abriß der Geographie zum Gebrauche für Schüler höherer Lehranstalten
  • Einband
  • Titelseite
  • [Widmung]
  • Vorrede zur zweiten Auflage
  • Vorwort zur dritten Auflage
  • Inhalt
  • Erster Abschnitt
  • Zweiter Abschnitt
  • Australien
  • Afrika
  • Asien
  • Amerika
  • Uebersicht des Flächen-Inhalts und der Bewohnerzahl der außereuropäischen Erdtheile
  • Dritter Abschnitt
  • Vierter Abschnitt. Die Staaten Europas
  • Einleitung
  • Königreich Preußen
  • Kaiserthum Oesterreich
  • Die deutschen Bundesstaaten
  • Die Schweiz oder Helvetien
  • Königreich Dänemark
  • Königreich der Niederlande
  • Königreich Belgien
  • Kaiserreich Frankreich
  • Die verein. Königreiche Großbritannien und Irland
  • Die Königreiche Schweden und Norwegen
  • Das Kaiserreich Rußland
  • Königreich Spanien
  • Königreich Portugal
  • Das Königreich Italien
  • Die Ionische Republik
  • Königreich Griechenland
  • Das Fürstenthum Montenegro oder Zernagora
  • Das europäisch-türkische oder osmanische Reich
  • Register
  • Werbung
  • Einband

Volltext

Süd-Afrika. 
59 
Afrika. 
§ 185. Es mißt über 1000 Meilen von N. nach S. und von W. nach O. 
— Man theilt es in I. Süd-Afrika, das über doppelt so groß wie Europa und 
fast so groß wie Nord-Amerika ist; denn es macht Z von ganz Afrika aus. Vom 
Cap der guten Hoffnung bis einige Grade nördlich vom Aequator scheint ein ein¬ 
ziges Hochland zu reichen, nach W. und O. gegen das Meer, nach N. zum Tief¬ 
lande abfallend, von manchem Strome durchschnitten und große Seen umschließend, 
aber dem größeren Theile nach noch ganz unbekannt. 
§ 186. Im Süden steigt man von der schmalen, an der Gariep-Mündung 
15 M. breiten Küstenebene des Caplandes, an deren S.W.-Ecke ein kleines, 9 M. 
langes, isolirtes Gebirge mit dem 3600 F. hohen Tafelberge liegt, zu der etwa 
3000 F. höher erhobenen ersten Stufe hinauf, welche im S. durch die hohen 
kleinen und großen Schwarzen-Berge, im S.O. durch die Winter¬ 
berge und deren Fortsetzung nach N., im W. durch das Cedar- und 
Zure-Gebirge begränzt wird, und in steilen Wänden zur Küstenebene ab¬ 
fällt. Ungeheuer tiefe, fpaltenähnliche Querthäler (Kloofs genannt) durchbre¬ 
chen diese Gebirge. Die erste hohe Stufe ist eine bis 20 M. breite und gegen 
80 M. lange, aus hartem Thon gebildete Ebene, Karr6 genannt, d. h. hart. In 
der warmen Jahreszeit versiegen hier alle Quellen und Flüsse, jede Vegetation 
erstirbt, bis auf einige Akazien am Rande der Flußbetten; aber in der Regenzeit 
ist die Ebene ein lachendes Blumen- und Grasmeer, namentlich von Salz- und 
Alkali-Pflanzen, besonders Mesembryanthemen, Lilien, Amaryllis, Iris, und ein 
treffliches Weideland, zu welchem die angrenzenden Gebirgsbewohner herabsteigen. 
Nur wenige Oasen und Quellen bleiben stets grün und erlauben Bodencultur; 
daher fehlen Dörfer hier gänzlich. — Die nächste, 500 bis 2500 F. höher gelegene 
Stufe, wahrscheinlich die Scheitelfläche des hohen Afrika, ist im Westen durch das 
Roggeveld-Gebirge, im S. durch das Nienwevelds-, Winter-, Schnee- 
und Witte-Gebirge von der Karró getrennt, welche mit den vorigen parallel gehen 
und eben so steil zur Karró abfallen. Im Schnee-Geb., wo viele Männer nie in ihrem 
Leben einen Baum gesehen haben, erhebt sich der Com paßberg zu 9600 F. 
— Die Scheitelsläche zeigt unermeßliche Ebenen, nur hie und da mit Tafelbergen, 
wie die Karriberge, besetzt, zwischen den beiden Quellströmen des Gariep baum¬ 
lose Savannen; aber nach deni unteren Gariep hin ist der Boden sandig und das 
Land eins der ödesten, verlassensten der Erde; der Regen bleibt hier 4 bis 5 Jahre 
völlig aus. In der Mitte seines Laufes wird der Fluß in der Regenzeit eine 
Stunde breit. Der große Visch-Flnß selbst trocknet auch periodisch zu einer Reihe 
von Lachen aus, hat aber zu andrer Zeit eine Breite von 70 F. — Dem größten 
Theile des Caplandes, mit Ausnahme des äußersten Ostens und einiger Theile 
der Südküste, fehlen Wälder ganz. 
§ 187. Der Ostrand ist wahrscheinlich ähnlich gebildet. Die Gebirge gehen 
parallel der Küste, entfernen sich aber nach N. immer mehr von derselben; die 
Kenntnisse davon sind noch unbestimmt und unzureichend. Zu merken sind die 
Namen Fura-Gebirge, am Oberlauf des Zambesi; Dschesfa-Gebirge; am Ost- 
Ende des Njassa-Sees; Kilimandscharo, westlich von Zanzibar. Letzteres und 
seine nördlichen Fortsetzungen unter dem Aequator sind mit ewigem Schnee bedeckt, 
mögen also etwa 20.000 F. Höhe haben. Der Paß, durch welchen der Zambesi 
in die Ebene tritt, heißt Lupaia. Westlich von diesem Gebirge dehnt sich die 
Fläche^ von Hoch-Afrika aus, mit den großen Binnenseen Njassa und Ngami. 
Nordöstlich vom Njassa-See liegt das Land Mucaranga, und westlich vom See 
das Reich des Cazembe (Hauptstadt Lun da oder Luce n da); westlich von 
diesem endlich, in der Mitte des Hochlandes, das große Reich Muropoa.
	        

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Zitierempfehlung

Pfennig, Johann Christoph. Anleitung Zur Gründlichen Und Nützlichen Kenntniß Der Neuesten Erdbeschreibung, Nach Den Brauchbarsten Landkarten, Vornemlich Zum Unterricht Der Jugend Verfertiget. Stettin: Decker, 1777. Print.
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