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Mathematische Erdkunde

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN776196227
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-10928551
Titel:
Lehrbuch der Geographie
Signatur:
GH-I 1(2,1827)
Autor*in:
Meineke, Wilhelm
Erscheinungsort:
Erfurt
Verlag:
Keyser
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geographieschulbücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1827
Ausgabenbezeichnung:
2., umgearb. u. verm. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
auf Befehl Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen August von Preussen zunächst als Grundlage für den Unterricht in den Brigadeschulen der Königlich Preußischen Artillerie

Vorwort

Titel:
Vorrede zur ersten Ausgabe
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Vorwort

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Mathematische Erdkunde
  • Einband
  • Titelseite
  • Aus dem Vorwort zur ersten Auflage
  • Vorwort zur siebenten Auflage
  • Inhaltsverzeichnis
  • A. Orientierung an der Himmelskugel
  • B. Gestalt und Größe der Erde
  • C. Die Bewegung der Erde um ihre Achse
  • D. Die Bewegung der Erde um die Sonne
  • E. Die Gestirne
  • F. Kartographie
  • Werbung

Volltext

56 
F. Kartographie. 
glatte Kurven gezogen. Sie stellen die Meridiane dar und verlaufen symmetrisch 
zum Mittelmeridian [SF')f dem sie ihre konkave Seite zukehren. (Warum?) 
Teilt man die Erdoberfläche in Gradselder von solcher Kleinheit, daß sie als 
ebene Trapeze ausgefaßt werden dürfen, so ist der Flächeninhalt irgendeines solchen 
Feldes b - hr wenn b den Mittelparallel und h die Höhe dieses Gradfeldes bezeichnet. 
Wegen der vorhin gekennzeichneten Längentreue werden beide Größen in gleichem 
Maße verkleinert. Mithin hat das Bild des Gradfeldes einen Flächeninhalt von 
— • —, wenn seine Abmessungen — der natürlichen Größe betragen. Dasselbe gilt von 
jedem andern Gradfeld; alle werden also in demselben Maße |auf verkleinert; 
die Projektion ist demnach auch flächeutreu. — Sie dient den französischen General- 
stabskarten als Grundlage (projection du Depot de la Guene) und ist für Karten 
von Asien, Europa und Nordamerika oft verwandt worden. 
Zylinderprojektionen. Das Gradnetz wird übertragen aus den Mantel 
eines Zylinders, der die Erde im Äquator berührt. Die Übertragung der Meridiane 
auf die Zeichenfläche geschieht wie bei der Kegelprojektion, nur wird der Zylinder- 
mantel vou den Ebenen der Meridiane in parallelen Geraden geschnitten, die 
senkrecht zum Berührungskreise stehen. Die Parallelkreise der Kugel werdeu ab- 
gebildet durch Parallelkreise des Zylinders. Nach Ansbreituug des Zylinder- 
mantels bilden die gezeichneten Meridiane und Breitenkreise demnach ein System 
einander rechtwinklig kreuzender Geraden, von denen die Meridiane untereinander 
gleiche Abstände haben. Aus der Parallelität der Meridiane folgt ferner, daß der 
Entwurf in der Richtuug der Breitenparallele (ausgenommen am Äquator) niemals 
längentreu sein kann und daß die Dehnung um so größer ist, je weiter der betreffende 
Breitenparallel vom Äquator entfernt ist. 
1. Die quadratische Plattkarte. Macht man die Abstände der Parallel- 
kreise aus dem Zylindermantel untereinander und den entsprechenden Bogeuab- 
ständen auf der Kugeloberfläche gleich, so zeigt das zur Ebeue ausgebreitete Karten- 
blatt ein Gradnetz mit quadratischen Feldern. (Name! Vgl. Fig. 37.) Diese 
Projekton, eine der ältesten, eignet sich nur sür Gebiete in der Nähe des Äquators. 
2. Sausousche Projektion^. Um die Streckung der Parallelkreise zu ver- 
meideu, werden nur sie und der Mittelmeridan wie bei der vorigen Projektion 
gezeichnet. Auf den Breitenparallelen werden vom Mittelmeridian aus die Parallel- 
gradläugen in ihrer wirklichen Größe abgetragen, so daß die Meridiane wie beim 
Bonneschen Entwurf symmetrisch zum Mittelmeridian verlaufende gekrümmte Linien 
darstellen. Die Projektion ist aus denselben Gründen wie die Bonnesche flächentreu. 
Verwandt wird sie bei Karten von Afrika, Südamerika und anch Australien. 
3. Merkatorprojektion^. Das geradlinige uud rechtwinklige Netz der Me- 
ridiane und Parallelkreise wird beibehalten. Dadurch erscheiueu sämtliche Parallel¬ 
kreise ebensolang wie der Äquätor, nämlich — 2nr. In Wirklichkeit beträgt ihre 
Länge nach Nr. 8 nur 2/rr . cos cp. 
Die Parallelkreise 15° 30° 45° 60° 75° 90° 
betragen also nur (cos rp —) 0,966 0,866 0,707 0,500 0,259 0 vom Umfange 
des Äquators. Daher werden sie in der Karte vergrößert auf das 
1 Nach Nikolas Sanson (1600—1667), fälschlich oft auch nach Flamsteed (1646—1719) 
benannt. — 2 Nach Gerhard Kremer, genannt Merkator (lat = Krämer), aus Rüpelmode, 1512 
bis 1594. Er ist auch der erste Erfinder der Bonneschen und Sansonschen Projektion.
	        

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Hamanke, Emil, and Johannes Ziesemer. Mathematische Erdkunde. Breslau: Hirt, 1915. Print.
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