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Leitfaden der Weltgeschichte für die höheren Classen evangelischer Gymnasien und Realschulen, sowie zum Privatgebrauch für Lehrer und für Gebildete überhaupt

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN776968939
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-11137927
Title:
Deutscher Schul-, Haus- und Kinderfreund
Shelfmark:
RCH-I 15(1,1848)
Author:
Wander, Karl Friedrich Wilhelm
Place of publication:
Grimma
Publisher:
Verlags-Comptoir
Document type:
Monograph
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), pre-1871
Publication year:
1848
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
ein Lesebuch des deutschen Volkes für Schule und Haus

Introduction

Title:
Einleitung
Document type:
Monograph
Structure type:
Introduction

Contents

Table of contents

  • Leitfaden der Weltgeschichte für die höheren Classen evangelischer Gymnasien und Realschulen, sowie zum Privatgebrauch für Lehrer und für Gebildete überhaupt
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichniß
  • I. Die Urgeschichte
  • II. Die Völkertrennung und der erwählte Same
  • III. Israel und Aegypten (das Land der Weisheit). Die Kindheitsgeschichte des Gottesvolks
  • IV. Israel und die Cananiter (das Volk des Handels und der Seefahrt). Die erste sichtbare Erscheinung des Königreichs Gottes auf Erden
  • V. Die kleineren Nachbarvölker Israel's. Die feindlichen Hausgenossen des Gottesvolks
  • VI. Israel's Glanz und Fall. Weitere Verunstaltung des Reiches Gottes innerhalb der Sünderwelt
  • VII. Israel und das Reich Assur. Das asiatische Weltreich neben dem Gottesreich
  • VIII. Israel und das babylonische Reich. Das Gottesreich im Weltreich aufgelöst
  • IX. Israel's Wiederherstellung durch die Perser. Wiederaufrichtung eines Mittelpunktes für das zerstreute Volk Gottes
  • X. Die Griechen, das Volk der Schönheit, Wissenschaft und Kunst. Entwickelung des griechischen Lebens bis zur ersten Berührung mit dem Weltreich und dem Gottesreich
  • XI. Aufrichtung und Zerspaltung des griechischen Weltreichs. Mischung der orientalischen und der griechischen Welt
  • XII. Israel's Kampf und Sieg wider das feindliche Weltreich
  • XIII. Rom das Reich des äußerlichen Rechts und der Männertugend (virtus). Rom's Heranbildung zur Weltmacht
  • XIV. Rom's Eintritt in die Weltherrschaft
  • XV. Eintritt des Reiches Christi in das Weltreich
  • XVI. Ausbreitung, Kampf und Sieg des Reiches Christi im Weltreich
  • XVII. Einbruch der Germanen in das Weltreich und in die Kirche bis zur Zertrümmerung des westlichen Römerreichs
  • XVIII. Erhebung des antichristlichen Mohamedanerreichs auf oströmischem Boden
  • XIX. Ausbreitung der Kirche über das nördliche Europa und Aufrichtung des Papstthums
  • XX. Wiederaufrichtung des römischen Kaiserthums deutscher Nation
  • XXI. Das irdische Gottesreich der Päpste
  • XXII. Zerfall des Papstreichs und Zertrennung der Christenheit
  • XXIII. Die Zeiten der Reformation
  • XXIV. Die Zeiten der Gegenreformation
  • XXV. Die Zeiten des Unglaubens und der Revolution
  • Namenverzeichniß
  • Regentpanel
  • Binder

Full text

XXni. §. 12. Krieg wider die Protestanten. 513 
mehr, wenn sie nicht ihr eignes Dasein aufgeben wollten. So kam es 
denn zum Kriege. Aber schon die Vorbereitungen der Protestanten 
zum Feldzug wider den Kaiser waren fehlerhaft. Wie konnte es auch 
anders sein, da ein Krieg gegen das anerkannte Oberhaupt unmöglich 
mit reinem Gewissen unternommen werden konnte? Auch die Füh¬ 
rung selbst war unsicher; die Entscheidung aber höchst unglücklich. 
Erst wurde das ganze Oberland vom Kaiser unterworfen, Württem¬ 
berg und die Städte von Augsburg bis Straßburg; dann ging die 
Schlacht bei Mühlberg für die Protestanten verloren und die beiden 
Führer der Evangelischen, der Kurfürst von Sachsen und der Land¬ 
graf von Hessen, wurden gefangen und geriethen in des Kaisers 
Gewalt. 
Was sagte Luther zu diesem Angriff auf den rechtmäßigen Kaiser, 
in den sein Landesherr um der Religion willen sich stürzte? Er würde 
jetzt ihn schwerlich mehr gebilligt haben, als sechzehn Jahre früher, wo 
er solche Gedanken weit von sich wies. Aber sein Mund war ver¬ 
stummt. Der Herr hatte den Gerechten weggenommen vor dem Un¬ 
glück. Am 18. Februar 1546 war er zu Eisleben gestorben. Als nach der 
Schlacht von Mühlberg auch Wittenberg von den kaiserlichen Truppen 
erobert wurde, verlangten die fanatischen Spanier, daß der Leib dieses 
Erzketzers wieder ausgegraben und verbrannt würde. Aber der Kaiser 
ließ es nicht zu. Er suchte vielmehr auf alle Weise diesem Kriege den 
Charakter eines Religionskrieges zu nehmen. Er ließ den unterwor¬ 
fenen evangelischen Ländern und Städten wenigstens so viel Freiheit 
des Gottesdienstes und der Predigt, daß die evangelische Wahrheit da¬ 
bei bestehen konnte, wenn auch nur kümmerlich. Er suchte die Deut¬ 
schen glauben zu machen, daß er nur den Ungehorsam der beiden 
Fürsten von Sachsen und Hessen und ihrer Bundesgenossen habe strafen 
wollen, nicht ihren Glauben. Er hatte auch wohl Ursache, so zu 
thun. Ein Kampf gegen die Gesammtmacht der Evangelischen wäre 
denn doch über seine Kräfte gegangen. Da war es ein Meisterstreich 
seiner Politik, daß er die Protestanten trennte, etliche von aller Theil- 
nahme am Kriege fern hielt, wie z. V. den mächtigen Kurfürsten 
Joachim von Brandenburg und sämmtlichc evangelische Fürsten des 
Nordens, andere aber geradezu in seine Dienste nahm und selber gegen 
ihre protestantischen Glaubensbrüder in's Feld führte, wie namentlich 
den kühnen und angesehenen Herzog Moritz von Sachsen. An diesem 
klugen, ehrgeizigen, kalt berechnenden, gewissenlosen Fürsten, derglei¬ 
chen es glücklicherweise nicht viele in der ältern deutschen Geschichte 
giebt, hatte der arge Feind aller Wahrheit und Gotlseligkeit einen 
schrecklichen Gewinn gemacht. Mit einer Verstellung, einem Undank, 
einer Treulosigkeit und Hinterlist, die ihres Gleichen sucht, fiel dieser 
Moritz seinem blutsverwandten Vetter, der ihm arglos und vertrauend 
den Schutz und die Obhut seines Kurfürstenthums übertragen hatte, 
in's Land, während er selbst, Johann Friedrich, im Schwäbischen 
v. Rohden, Leitfaden. 33
	        

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Rohden, Ludwig. Leitfaden Der Weltgeschichte Für Die Höheren Classen Evangelischer Gymnasien Und Realschulen, Sowie Zum Privatgebrauch Für Lehrer Und Für Gebildete Überhaupt. Lübeck: Rohden, 1859. Print.
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