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Deutscher Schul-, Haus- und Kinderfreund

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN776968939
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-11137927
Title:
Deutscher Schul-, Haus- und Kinderfreund
Shelfmark:
RCH-I 15(1,1848)
Author:
Wander, Karl Friedrich Wilhelm
Place of publication:
Grimma
Publisher:
Verlags-Comptoir
Document type:
Monograph
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), pre-1871
Publication year:
1848
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
ein Lesebuch des deutschen Volkes für Schule und Haus

Chapter

Title:
VI. Das Thierreich
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
d) Fische
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Deutscher Schul-, Haus- und Kinderfreund
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhaltsübersicht
  • Einleitung
  • I. Das Weltgebäude im Allgemeinen
  • II. Die Urwelt
  • III. Die jetzige Oberfläche der Erde
  • IV. Das Mineralreich
  • V. Das Pflanzenreich
  • VI. Das Thierreich
  • a) Insekten
  • b) Krustenthiere
  • c) Weichthiere oder Mollusken
  • d) Fische
  • e) Reptilien
  • f) Vögel im Allgemeinen
  • g) Säugethiere
  • VII. Der Mensch
  • A. Nach seinem Körper
  • B. Die Sinne
  • C. Der Geist
  • D. Des Menschen Bildungszustände, Wege und Anstalten
  • VIII. Naturlehre
  • IX. Die Zeit und ihre Eintheilung
  • X. Geschichtliches
  • Binder

Full text

Lö9 
d) Zische. 
262. Der Haifisch. 
„Ein Haifisch!" Es giebt auf der ganzen weiten Welt kein 
schrekklicheres Wort als das, um es einem in der See Badenden, 
besonders in den südlichen Landern, zuzurufen: „Ein Haifisch!" 
Wenn der Mann dann noch Geistesgegenwart behalt und dem ret¬ 
tenden Fahrzeuge, oder dem Lande zuschwimmen kann, so verleiht 
es ihm auch sicher fast übermenschliche Kräfte, um einem Schikksal 
zu entgehen, das nur der Vorbote eines schmerzlichen Todes und 
wohl noch fchrekklichec als dieser selbst ist, nämlich von dem erbar¬ 
mungslosen Seeungeheuec zerrissen und verstümmelt zu werden. 
Taufende haben auf diese Art ihr Leben eingebüßt, und der gefräßige 
Hai ist in allen Welttheilen das Schcekken der Matrosen und Ufer¬ 
bewohner geworden. 
Der Hai ist nicht wie der Walisisch ein Saugethier und hat 
auch keine Lungen, sondern athmet ganz wie die andern Fische, nur 
daff sich seine Kiemen nicht öffnen und schließen, sondern in läng¬ 
lichen Öffnungen, an jeder Seite fünf, bestehen. Einige Arten von 
Haifischen legen Eier, andere bringen lebendige Junge zur Welt. 
Die größte Art der Haifische ist der Riesenhai oder Menschen¬ 
hai. Ec ist äußerst gefräßig und verschlingt Alles, was ihm vor¬ 
kommt, Schollen, Robben, Thunfische, mit denen er manchmal an 
Sardinien in die Netze geräth und gefangen wird; man hat daselbst 
u\ Anem 3—4 Centner schweren gegen ein Dutzend unversehrte 
Thunfische gefunden. Er fällt selbst die Menschen an, wenn er 
ihrer habhaft werden kann, und man hat hiervon traurige Geschich¬ 
ten. Einem badenden Matrosen hat einer ein Bein abgebissen, 
desgleichen einem jungen Menschen, selbst auf einer Rhede, oie vol¬ 
ler Schiffe lag; und ein Mädchen hat einer ganz verschlukkt. Im 
Weltmeer folgt er gewöhnlich den Schiffen Tage, ja Wochen lang 
nach, um die ausgeworfenen Eingeweide zu verschlingen und gestor¬ 
bene Menschen, die in's Meer geworfen werden; er soll sogar 28 
Schuh hoch aus dem Waffer nach ihnen schnellen. Fast immer 
halt sich der sogenannte Lootsensisch um ihn auf, um, wie die Ma¬ 
trosen meinen, ihm die Gegenwart eines Fraßes anzuzeigen, wahr¬ 
scheinlich aber, um von seinem Auswurf zu leben. Er hat einen 
äußerst siinen Geruch, und wittert faules Fleisch 4—6 Seemeilen 
weit; auch soll er die Schwarzen von den Weißen zu unterscheiden 
wisien und jene vorziehen: wenn daher die Weißen in Amerika ba- 
17*
	        

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Wander, Karl Friedrich Wilhelm. Deutscher Schul-, Haus- Und Kinderfreund. Grimma: Verlags-Comptoir, 1848. Print.
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