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Drittes Lesebuch

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN777243679
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-11848551
Titel:
Drittes Lesebuch
Signatur:
RDH-I 21(4,1861)
Erscheinungsort:
Trier
Verlag:
Leistenschneider [u.a.]
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Realienbücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1861
Ausgabenbezeichnung:
4., unveränd. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
für obere Klassen katholischer Elementarschulen, mit besonderer Rücksicht auf den Regierungsbezirk Trier

Kapitel

Titel:
Fünfter Abschnitt. Das Mineralreich
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Drittes Lesebuch
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort zur zweiten Auflage
  • Vorwort zur dritten Auflage
  • Vorbemerkung zur vierten Auflage
  • Register
  • Besonderes Verzeichniß der Musterstücke für den Sprachunterricht
  • Erster Abschnitt. Gott und seine hl. Kirche
  • Zweiter Abschnitt. Der Mensch
  • Dritter Abschnitt. Das Thierreich
  • Vierter Abschnitt. Das Pflanzenreich
  • Fünfter Abschnitt. Das Mineralreich
  • Sechster Abschnitt. Aus der Naturlehre
  • Siebenter Abschnitt. Aus der Welt- und Erdkunde
  • Achter Abschnitt. Aus der Geschichte
  • Anhang
  • [ABC]
  • Einband

Volltext

261 
Grubenlicht. Als er bis zu den Beiden, die in Angst still 
dastanden, geschritten war, richtete er sich auf und sprach: 
»Fürchtet euch nicht, ich will euch kein Leids anthun, 
vielmehr Gutes,» nahm ihr Geleuchte und schüttete Oel 
von seiner Lampe darauf. Dann aber ergriff er ihr Ge- 
zälie und arbeitete ihnen in einer Stunde mehr, als sie 
selbst in der ganzen Woche bei allem Fleisse herausge¬ 
arbeitet hätten:' Nun sprach er: »Sagt’s keinem Menschen 
je, dass ihr mich gesehen habt,« und schlug zuletzt mit der 
Faust links an die Seitenwand; sie that sich auseinander, 
und die Bergleute erblickten eine lange Strecke ganz von 
Gold und Silber schimmernd. Und weil der unerwartete 
Glanz ihre Augen blendete, so wendeten sie sich ab ; als 
sie wieder hinschauten, war alles verschwunden. Hätten 
sie ihre Beilhack (Hacke mit einem Beil) oder sonst 
irgend einen Theil ihres Geräthes hingeworfen, so wäre 
die Strecke offen geblieben und ihnen viel Reichthum und 
Ehre zugekommen; aber so war es vorbei, wie sie die 
Augen abgewendet. 
Doch blieb ihnen auf ihrem Geleucht das Oel des 
Berggeistes, das nicht abnahm und darum noch immer ein 
grosser Vortheil war. Aber nach Jahren, als sie einmal 
am Sonnabend mit ihren guten Freunden im Wirthshause 
zechten und sich lustig machten, erzählten sie die ganze 
Geschichte und Montag Morgens, als sie anfuhren, war 
kein Oel mehr auf der Lampe, und sie mussten nun jedes¬ 
mal wieder, wie die andern, frisch aufschütten. 
233 Bergmannslieder. 
A. 
Glück aus! ist unser Bergmannsgruß, Glück auf! Glück auf! 
Glück auf! Bei Arbeit, die das Leben kürzt, so wie beim Mahl, das 
Freude würzt, tönt stets ein froh „Glück auf!" 
Glück auf! schallt es durch Berg und Thal, durch die der Berg¬ 
mann wallt, wenn kaum das junge Tageslicht mit Müh' durch Nacht 
und Dunkel bricht, und schwarz noch steht der Wald. 
Glück auf! Glück auf! Ein froh Glück auf! ruft Knapp dem 
Knappen zu, wenn ihn die Pflicht bei finstrer Nacht ruft zu dem gra¬ 
besgleichen Schacht aus Schlaf und sanfter Ruh. 
Doch spricht nicht blos der Mund: Glück auf! Das Herz beut 
diesen Gruß; denn Frohsinn und Zufriedenheit ist stets des Berg¬ 
manns Seligkeit, bei Arbeit sein Genuß.
	        

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Drittes Lesebuch. Trier: Leistenschneider [u.a.], 1861. Print.
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