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Für die dritte Bildungsstufe (Theil 3)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN77844032X
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-13420163
Title:
Lehr- und Lesebuch für Schule und Haus
Author:
Kröger, Johann Christoph (04.02.1792-24.06.1874)
Place of publication:
Hamburg
Publisher:
Kittler
Document type:
Multivolume work
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), pre-1871
Publication year:
1855-
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
geordnete Lesestücke aus deutschen Dichtern und Prosaikern, zur Bildung des Geistes und Herzens

Volume

Persistent identifier:
PPN778440559
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-13420175
Title:
Für die dritte Bildungsstufe
Shelfmark:
RD-I 15(1,1855)-3
Author:
Kröger, Johann Christoph (04.02.1792-24.06.1874)
Volume count:
Theil 3
Place of publication:
Hamburg
Publisher:
Kittler
Document type:
Volume
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), pre-1871
Publication year:
1855
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
III. Der Mensch als Beherrscher der Natur oder der Mensch und seine Kunstwerke
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Lehr- und Lesebuch für Schule und Haus
  • Für die dritte Bildungsstufe (Theil 3)
  • Binder
  • Cover
  • Title page
  • Vorrede
  • Inhalt
  • I. Natur
  • II. Natur und Gott
  • III. Der Mensch als Beherrscher der Natur oder der Mensch und seine Kunstwerke
  • IV. Menschenleben und Gott
  • V. Der Mensch im bürgerlichen Leben
  • VI. Der Mensch im Kampfe mit Menschen. Geschichtsbilder
  • VII. Zeitbilder
  • Binder

Full text

125 
aus einmal die sofortige Rückzahlung aller ihm vorgeschossenen Summen mit Zin¬ 
sen und Zinseszinsen, zusammen 2026 Fl. Es bedarf kaum der Erwähnung, daß 
der Erfinder nicht im Stande war, diesem Ansinnen Genüge zu leisten. Fust ver¬ 
klagte ihn daher am 9. November 1465, und da nach seiner eigenen Aeußerung das 
Gericht ihm durch die Finger sehen mußte, so bekam er trotz des Erfinders guter 
Sache Recht und pfändete sich an der ersten und berühmtesten Druckerei der Welt, 
so wie an den Druckwerken, dem vorhandenen Material und Allem, was ihm in die 
Hände kam. Er wollte den großen Mann durchaus mittellos und entmuthigt 
wissen, deshalb ließ er ihm nichts, und so mußte Gutenberg abermals vom hohen 
Ziele zurücktreten, nachdem er es schon errungen; so mußte er auf das Resultat sei¬ 
nes ganzen Lebens durch Fusts schnöde Falschheit verzichten! — 
Hier endet die Erstndungsgeschichte der Typographie. Der Erfinder fand 
bald einen Freund in dem vr. und Syndicus Humery, der ihm eine neue Druckerei 
anschaffte, aus welcher 1460 das berühmte Catholicon hervorging, während 1457 
von Fust und Schöffer das prachtvolle und als Druckwerk bis jetzt nicht erreichte 
Psalterium geliefert war. Kriegerische Ereignisse unterbrachen aber bereits 1462 
im October die Thätigkeit beider Offizinen, deren Arbeiter über Europa sich ver¬ 
breiteten. Gutenberg erhielt 1465 vom Kurfürsten Adolph eine Pension als Hof- 
cavalier für geleistete (politische) Dienste. Er folgte ihm nach Eltville und starb 
schon im Spätjahre 1467 oder Anfang 1468 kaum gekannt oder schnell vergessen. 
Fust war 1466 in Paris ein Opfer der Pest geworden; Peter Schöffer, die 
Früchte von Gutenbergs Mühen erntend, gelangte zu hohem Reichthum und An¬ 
sehen. Er starb 1503. 
Außer diesen Männern muß auch bei dem kürzesten Abriß der Erfindungs¬ 
geschichte Albrecht Pfister erwähnt werden, der vor 1460 in Bamberg mehrere 
bekannte Werke druckte und höchst wahrscheinlich einer der ersten Gehülfen Guten¬ 
bergs in Mainz gewesen ist. 1462 verschwindet er, ohne daß eine Spur von ihm 
wieder anzutreffen wäre. 
Gutenbergs Erfindung fand bald Aufnahme in allen europäischen Staaten, be¬ 
sonders die Geistlichkeit nahm sich derselben freundlich an. Sein Gedächtniß aber 
war beinahe vertilgt. Prahlerische Anmaßung von Schöffers Nachkommen ver¬ 
schwieg geflissentlich des Mannes Ruhm und Größe und eignete sie ihrer Familie 
zu. So kam es, daß bei den ersten Jubelfesten Gutenbergs kaum gedacht wurde; 
so kam es, daß man sein Andenken mit beleidigenden Ungereimtheiten beschmutzte, 
bis endlich der Geist der Wahrheit durchdrang und in und durch seine eigene Er¬ 
findung seinen Ruhm in voller Glorie herstellte. Da ward sein Name Losungs¬ 
wort der fortschreitenden Cultur; da eilte man, ihm Denkmale zu bauen, ihm, der 
sich Millionen Denkmale in allen Büchern gesetzt hat. 
14. Peter Bischer und die Erzgießkunst. 
Die Kunst bleibt Kunst! Wer sie nicht durchgedacht, 
Der darf sich keinen Künstler nennen; 
Hier hilft das Tappen nichts; eh' man was Gutes macht, 
Muß man es erst recht sicher kennen. 
v. Goethe. 
Man würde wohl sehr irren, wenn man behaupten wollte: der Gewerbetrei¬ 
bende dürfte die Sonnenhöhe der Kunstfertigkeit nicht ersteigen und solle nur in 
dem Thäte des Alltäglichen sich bewegen. Die Kunst, ein Streben, das Schöne in 
vollendeten Formen darzustellen, kann das Herz so Mancher durchdringen, in denen 
ein höherer Geist lebt, daß sie in ihr Wirken und Schaffen diesen Geist legen, um 
ihren Leistungen den Stempel der höhern Vollendung aufzudrücken, und wo dies
	        

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