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Der katholische Volksschüler in der Oberklasse

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN780434560
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12125977
Title:
Lehrbuch der allgemeinen Geschichte vom Standpunkte der Kultur
Author:
Zeiss, Gustav
Place of publication:
Weimar
Publisher:
Albrecht
Document type:
Multivolume work
Collection:
History textbooks, pre-1871
Publication year:
1850 - 1858
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
für die oberen Klassen der Gymnasien

Volume

Persistent identifier:
PPN780436288
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12184761
Title:
Geschichte der neueren und neuesten Zeit
Shelfmark:
HEG-I 26(1,1858)-3
Author:
Zeiß, Gustav
Volume count:
Theil 3
Place of publication:
Weimar
Publisher:
Böhlau
Document type:
Volume
Collection:
History textbooks, pre-1871
Publication year:
1858
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Binder

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Binder

Contents

Table of contents

  • Der katholische Volksschüler in der Oberklasse
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhalts-Verzeichniß
  • Erster Abschnitt. Sprach- und Lesestoff. Erzählungen, Mährchen, Sagen, Parabeln, Legenden und Fabeln
  • Zweiter Abschnitt. Erzählungen, Schilderungen und Charakterbilder aus der Geschichte
  • Asiatische Völker
  • Afrikanische Völker
  • Europäische Völker
  • Dritter Abschnitt. Betrachtungen über das Weltall
  • Vierter Abschnitt. Das Wichtigste aus der Naturlehre
  • Fünfter Abschnitt. Bilder und Beschreibungen aus der Naturgeschichte
  • Sechster Abschnitt
  • Siebenter Abschnitt
  • Achter Abschnitt. Belehrungen aus der Erdkunde
  • 1. Die Erde
  • 2. Verschiedenheit der Erdbewohner
  • 3. Die Erdtheile
  • 4. Die großen Meere
  • 5. Größe und Eintheilung der Erde. Erklärung der verschiedenen Kreislinien
  • 6. Das Meer als Grundfläche aller Höhen
  • Europa
  • Die übrigen Erdtheile
  • [Schilderungen und Bilder aus der Geschichte]
  • Anhang. Jugendlieder
  • Binder

Full text

344 
auf einem Feuer gebraten und verzehrt. Die Häuptlinge, welche das Vorrecht 
hatten, das Fleisch der Anführer ihrer Feinde zu essen, glaubten dadurch den 
Muth ihrer Feinde zu erben und dem ihrigen beizugesellen. 
Auf mehreren Inseln, wie z.B. auf dem Tonga-Archipel, war es 
üblich, daß die Frau beim Tode ihres Mannes sich selbst opferte, indem sie 
gewöhnlich einen Scheiterhaufen bestieg. Bei Festlichkeiten, allgemeinen 
Krankheiten oder wenn ein König oder Häuptling schwer erkrankte, wurden 
gewöhnlich Menschen geopfert. Die Oberpriester wählten diese Unglück¬ 
lichen aus, und mitten in der Nacht umringte man das Haus des Schlacht¬ 
opfers; man rief es heraus, und kaum hatte es die Schwelle seiner Hütte 
betreten, so empfieng es den Todesstoß. Ein anderes Mal stürzten sich starke 
Männer über einen solchen Unglücklichen her, der sich sodann gewöhnlich in 
sein Schicksal ergab, sich niederlegte und ruhig den Schlag der Keule erwartete, 
die ihm das Gehirn zerschmettern sollte. Aber nicht genug; die feindlichen, 
heidnischen Gottheiten forderten noch mehr; denn der Glaube dieser verblen¬ 
deten Insulaner lehrte, daß die Schmerzensangst, die Qualen eines leidenden 
Wesens und der lange Todeskampf eines Unglücklichen das angenehmste Opfer 
für die Gottheit seien; deshalb wurden die Schlachtopfer oft an die Bäume, 
welche die Opferplätze umgaben, angebunden, mit stacheligen Stäben geschlagen, 
mit tödtlicheu Wunden bedeckt, und starben erst nach langem Todeskampfe, 
während ihr Schmerz- und Wuthgeheul zum Himmel aufstieg. — Unter man¬ 
chen Stämmen herrschte, der gräßliche Aberglaube, daß man, um für einen 
Kranken Genesung zu erlangen, einen Sklaven oder auch ein Kind opfern müsse. 
Ein Oberpriester bezeichnete sodann das Opfer, welches öfters das eigene Kind 
des Kranken oder eines nahen Anverwandten war. 
Diese entsetzlichen, die Menschheit tief herabwürdigenden, das Gefühl em¬ 
pörenden Sitten weichen endlich immer mehr und mehr den Segnungen des 
Christenthums, das gottbegeisterte Missionäre unter den größten Aufopferungen, 
Entbehrungen und Gefahren unablässig zu verbreiten bemüht sind. Viele der¬ 
selben sind unter den Keulenschlägen verblendeter Heiden als Märtyrer gefallen, 
aber der Eifer für die Verbreitung der Lehre Jesu und die Liebe zu ihren un¬ 
glücklichen Mitmenschen führten immer wieder neue Glaubensboten in diese 
Gegenden, und besonders den Deutschen und Franzosen gebührt der Ruhm, 
dieses dornenreiche Feld mit Schweiß und Blm gedüngt zu haben. Alle Inseln, 
in welchen das Chustenthum Eingang gefunden hat, haben sich mit ihren Ein¬ 
wohnern auf eine Weise verändert, daß Reisende, welche dieselben früher be¬ 
suchten, sie kaum wieder zu erkennen vermochten. Reinliche Häuser, freundliche 
Dörfer mit stattlichen Gotteshäusern in ihrer Mitte erheben sich zwischen zierlich 
angelegten Gärtchen, Obstwäldchen, wohlbebauten Feldern und Wiesen, und 
diese Dörfer sind bewohnt von Menschen, die an Gesittung, Rechtschaffenheit 
und Frömmigkeit manchen Europäer übertreffen. Ihr Beispiel wirkt überaus 
günstig auf ihre wilden Nachbarn, und bei dem unermüdlichen Eifer zahlreicher 
Missionäre steht zu hoffen, daß in einer nicht zu fernen Zeit auch die letzten 
Spuren eines rohen Heidenthums aus diesen, von der Natur meistens so hoch¬ 
gesegneten Inseln vollkommen verschwinden werden.
	        

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Reiser, Heinrich. Der Katholische Volksschüler in Der Oberklasse. Stuttgart: Hallberger, 1861. Print.
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