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Alte Geschichte (Theil 1)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN1016588704
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-15495504
Title:
Deutsches Lesebuch für Realschulen und verwandte Lehranstalten
Place of publication:
New York
Publisher:
Pustet
Document type:
Multivolume work
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1879
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Volume

Persistent identifier:
PPN1023639033
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-18979400
Title:
[II. Teil = dritte und vierte Klasse, [Schülerband]]
Shelfmark:
DDG-II 79(3,02)-2
Volume count:
II. Teil = dritte und vierte Klasse, [Schülerband]
Place of publication:
Regensburg
Publisher:
Pustet
Document type:
Volume
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1902
Edition title:
Dritte Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
Erste Abteilung: Prosaische Lesestücke
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
C. Abhandelnde Darstellung
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Friedrich Nösselt's Lehrbuch der Weltgeschichte für Bürger- und Gelehrtenschulen
  • Alte Geschichte (Theil 1)
  • Binder
  • Prepage
  • Title page
  • Vorwort zur vierten Auflage. Zugleich aus den Vorreden der 3 früheren Auflagen
  • Inhalt
  • Erste Periode. Vom Anfange des Menschengeschlechts bis auf Kyros, 555 vor Christi Geburt
  • Zweite Periode. Von Kyros bis Alexander den Großen, 555 - 333
  • Dritte Periode. Von Alexander dem Großen bis zur Schlacht von Actium, 333 - 31
  • Vierte Periode. Von der Schlacht bei Actium bis zum Untergange des abendländischen Römerreichs, 31 vor Christus - 476 nach Christus
  • Binder

Full text

73 
zu verbannen. Aristeides wurde der Entscheidung des Scherbengerichts unter¬ 
worfen. Er war selbst zugegen, um den Ausgang abzuwarten. Da kam ein 
gemeiner Bürger zu ihm heran, und bat ihn, den Namen des Aristeides auf ein 
Täfelchen zu schreiben, da er selbst nicht schreiben könnte. „Was hat dir der 
Mann gethan?" fragte Aristeides. „Nichts!" war die Antwort, „ich kenne 
ihn nicht einmal; aber es ärgert mich, daß er allgemein den Beinamen des 
Gerechten führt!" So sind die Urtheile des großen Haufens! Und Aristei¬ 
des? — Er schrieb ehrlich seinen eigenen Namen auf. Wirklich wurde er 
auch (484) verbannt; aber er verließ das Vaterland mit dem Bewußt¬ 
sein, Unrecht zu leiden, und mit der Hoffnung, daß man ihn schon wieder 
gebrauchen werde. 
Jetzt stand dem Themistokles Keiner mehr im Wege; er.war nun der Erste 
in Athen. Indessen gebührt ihm das Zeugniß, daß er für das Wohl seines 
Vaterlandes recht eifrig bemüht war. Seine Hauptsorge war, recht viele 
Schiffe zu bauen, damit die Athener, wenn die Perser ja einmal wieder kämen, 
auf jeden Fall eine Zuflucht hätten. Wie richtig er gesehen hatte, zeigte sich bald. 
Dareios hatte sich gleich nach der Schlacht bei Marathon zu einem neuen 
Feldzuge kräftig gerüstet. Aber ehe die Rüstungen vollendet waren, starb er 
schon (487). Sein Sohn Lerxes (487—467) setzte sie fort, und wollte schon 
nach Griechenland ziehen, als die Aegypter sich empörten, so daß er erst im 
Jahre 480 jene bekriegen konnte. Sein Heer war das größte, welches man 
bis dahin, wenigstens in Europa, gesehen hatte. Es waren dazu 56 Völker¬ 
schaften, selbst aus den entferntesten Gegenden des Perserreichs, aufgeboten 
worden. Ihre Anzahl war so groß, daß sie zu zählen zu beschwerlich schien. 
L'erxes ließ daher nur zehntausend Mann abzählen, und diese dicht mit einer 
Art Hürde umgeben. Dann mußten sie hinaustreten, und Andere füllten die 
Umzäunung, die auf diese Weise 170 Mal gefüllt und geleert wurde. Auf 
diese Art erfuhr er, daß er 1,700,000 Mann beisammen habe. Dazu kam 
aber noch ein ungeheurer Troß von Knechten, Weibern, Kindern, Krämern 
und andern Leuten, die das Heer noch unbehülflicher machten. Damit es nun 
recht schnell über den Hellespont käme, ließ er zwei Schiffbrücken über diese 
Meerenge schlagen. Aber der nächste Sturm zertrümmerte das Werk in einem 
Augenblicke. Darüber soll Werpes so ergrimmt gewesen sein, daß er die Bau¬ 
meister nicht nur kreuzigen, sondern auch dem Meer 300 Peitschenhiebe geben 
und eiserne Ketten hineinwerfen ließ, damit es ein anderes Mal besser gehorchen 
sollte, eine Handlung, die ganz unbegreistich wäre, wenn man nicht annehmen 
dürfte, daß der persische Herrscher sich als den Vertreter der Gottheit ange¬ 
sehen habe, dem auch die Elemente gehorchen sollten. Daun ließ er neue 
Brücken schlagen; vorher aber hielt er von einem hohen Gerüste herab Heer¬ 
schau. Vor ihm lag das ungeheure Lager und die zahlreiche Flotte zugleich 
ausgebreitet. Anfangs schwoll ihm das Herz vor Freude und Stolz, daß er 
der Herr so vieler Tausende sei, die alle seines Winkes gewärtig wären. 
Dann aber traten ihm die Thränen in die Augen, als er bedachte, daß in 
weniger als hundert Jahren kein einziger aller der jetzt so kräftigen Menschen 
mehr am Leben sein würde. 
Nun zog das ungeheure Heer über die Schiffbrücken. Sieben Tage und 
sieben Nächte dauerte der Zug; dann war man in Europa, und während sich
	        

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Kurts, Friedrich, and Friedrich Nösselt. Alte Geschichte. Leipzig: Fleischer, 1859. Print.
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