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Das Obererzgebirge

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN785816259
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12766235
Titel:
Das Obererzgebirge
Signatur:
HC-II 47(2,00)
Autor*in:
Grohmann, Max (25.12.1861-15.10.1925)
Erscheinungsort:
Annaberg
Verlag:
Graser
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1900
Ausgabenbezeichnung:
2., veränd. u. erw. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
heimatkundliche Geschichtsbilder für Haus und Schule

Kapitel

Titel:
Das Obererzgebirge
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Das Obererzgebirge
  • Einband
  • Deckblatt
  • Frontispiz
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • 1. Gründung und Wappen der Stadt Geyer
  • Das Obererzgebirge
  • Inhaltsverzeichnis
  • Verlags-Verzeichnis der Grafer'schen Buchhandlung (Richard Liesche) in Annaberg
  • Einband

Volltext

Das Obererzgebirge. 
77 
die schreckensreiche Nacht für die Stadt ebenso glücklich endete, als sie über die 
Nachbarstadt unbeschreibliches Elend und Unheil gebracht hatte." 
Nach Hering-Holzhaus. 
in. Tie Sachsen in Manenberg. 
Auch der Anfang des Jahres 1635 war für die Stadt noch trübe genug, 
und zwar kam diesmal die Bedrängnis nicht von feindlicher Seite, sondern von 
sächsischen Truppen her. Am 2. Januar ritt der sächsische Oberstleutnant 
Unger mit 300 Dragonern vor die Stadt, wo die Thore Tag und Nacht ver¬ 
schlossen gehalten wurden. Er begehrte Einlaß. Man fürchtete sich aber vor 
den Sachsen ebenso, wie vor den Kaiserlichen, und der Rat zögerte, ob er 
offnen lassen sollte oder nicht. Da verbreitete sich plötzlich allgemeiner Schrecken; 
denn krachend ertönten die Schläge der Hämmer und Äxte, womit das Frei¬ 
berger Thor aufgehauen wurde. Gleich einem feindlichen Heere strömten die 
Krieger herein. Von den zwei Mann, welche der Rat von der kaiserlichen Be¬ 
satzung in Reitzenhain als Schutzwache erhalten hatte, war nichts zu sehen. 
Man suchte nach ihnen, und der eine hatte sich in einen Gasthof geflüchtet, 
während der andere glücklich nach Reitzenhain entkommen war. Derjenige, 
welcher sich versteckt hatte, wurde von einem Dragoner bemerkt, herunter geholt 
und auf den Markt vor den Oberstleutnant gebracht; die Ratsherren baten für 
ihn, aber vergebens. „Hund, knie nieder!" war die Antwort auf die inständigen 
Bitten, und der Arme wurde sofort erschossen. Die Soldaten quartierten sich 
selbst ein, und ist es nach den Worten des Geschichtsschreibers „zuletzt übel her¬ 
gegangen, indem sie geplündert; alle Pferde, so auch sind bei den feindlichen 
Einfüllen erhalten worden, haben sie mitgenommen, so haben die Bürger damals 
ihren Schaden über 1700 Thlr angegeben, welches nichts Geringes gewesen und 
die Stadt für die erschossene Schutzwache auf große Bitte noch 28 Thlr be¬ 
zahlen müssen, ohne, was sonsten an Verheerung und anderem aufgegangen ist." 
Nach Donat-Holzhaus. 
n. Wie die Schweden ins Gebirge kommen. 
1. Der Beginn der Schwedengreuel. 
Kurfürst Johann Georg I. hatte am 30. Mai 1635 den Prager 
Frieden geschlossen. Aber dieser Friede hatte die größten Drangsale für Kur¬ 
sachsen im Gefolge. Verödung, Hungersnot und Pest waren schon da. Nun 
brachte die gesteigerte Verwilderung und vor allem die Rachsucht gegen die 
verlassenen Bundesgenossen die fürchterlichsten Greuel. Hatten vorher nur die 
Kaiserlichen im Lande gehaust, so wurden von nun an auch die Schweden zu 
Feinden und übertrumpften die Kaiserlichen an Ingrimm und Wut. 
Raub und Erpressungen bezeichneten ihren Weg. Städte und Dörfer- 
würden verheert und niedergebrannt, Wohnungen und Eigentum zerstört. Keine 
Kirche und Schule, kein Hospital, keine milde Stiftung wird verschont, und die 
Bewohner werden aufs grausamste gequält, gemartert und getötet. Die Ver¬ 
storbenen in den Gräbern haben keine Ruhe vor ihnen. Die Kruzisixe an den 
Wegen werden mutwillig zerhauen und verstümnielt. Das Land war bis aufs 
Mark ausgesaugt. Bauer marschierte nach den Bergstädten. Vor Annaberg 
nahmen die Schweden allenthalben die besten Pferde weg, ließen sich mit 
Kleidung. Schuhen, Stiefeln, Sätteln, Hufeisen, Nägeln versehen.
	        

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Grohmann, Max. Das Obererzgebirge. Annaberg: Graser, 1900. Print.
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