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Das Obererzgebirge

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN785816259
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12766235
Titel:
Das Obererzgebirge
Signatur:
HC-II 47(2,00)
Autor*in:
Grohmann, Max (25.12.1861-15.10.1925)
Erscheinungsort:
Annaberg
Verlag:
Graser
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1900
Ausgabenbezeichnung:
2., veränd. u. erw. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
heimatkundliche Geschichtsbilder für Haus und Schule

Kapitel

Titel:
Das Obererzgebirge
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Das Obererzgebirge
  • Einband
  • Deckblatt
  • Frontispiz
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • 1. Gründung und Wappen der Stadt Geyer
  • Das Obererzgebirge
  • Inhaltsverzeichnis
  • Verlags-Verzeichnis der Grafer'schen Buchhandlung (Richard Liesche) in Annaberg
  • Einband

Volltext

Das Obererzgebirge. 
79 
wird gefangen genommen, und es werden gegen 6000 Rthlr Wert erbeutet. Der 
sächsische Oberst Stritzkh hatte der Stadt Rettung gebracht. Nach Douat-Holzhaus. 
3. Das Schreckensjahr 1639. 
Das schrecklichste Jahr war das Jahr 1639. 
Sobald die Schweden Zwickau und Chemnitz genommen hatten, teilte 
Bauer wie das ganze Land, also auch den Obererzgebirgischen Kreis unter 
seine Obersten und Regimenter. Das Amt Schwarzenberg und Amt Grün- 
Hain kamen unter Oberst Leßle. Da war kein Amt, Stadt, Flecken, Dorf 
oder Schloß im Gebirge, das nicht geplündert oder gebrandschatzt wurde, von 
Marienberg an im Gebirge hinunter bis au die Flöha und Olberuhau, 
ja gar nach Böhmen hinein. 
Den 25. Februar kamen zwei Unteroffiziere vom Lcßlischen Regiment. 
Einer, Barthel Moth, kam ins Amt Schwarzenberg, der teilte Sicherheits¬ 
wachen ans. Das waren nnberittene Reiter, die die Gemeinden mußten ver 
pflegen und versehen mir Pferden und Roßzeug, Stiefeln, Kleidern, Röcken, 
Mänteln. Es wurde das ganze Amt gebrandschatzt um 6000 Thaler. 
Der Leutnant Peter Kupfer legte sich aufs Schloß in Schlettau 
und plünderte das Amt Grünhain und was hineingehörte um 5000 Thaler, 
auch Schlettau, auf welches allein 1250 Thaler kamen, nahm viel an Geschmeide 
und auch den silbernen Schützenvogel, mitsamt den Schulden 80 Thaler wert. 
Das Bieh mußten die Schlettau er samt den Scheibe nbergern nach 
Schwarzenberg treiben. Das Volk war arm, konnte nichts erwerben; daher 
konnten die Richter die Kriegssteuer nicht eintreiben und zur rechten Zeit abstatten. 
Der Richter Hans Schwan er zu Walthersdorf war nicht zu finden, 
als die Boten Kupfers erschienen. Da wurde der Ort zum großen Teile 
niedergebrannt. Nichtsdestoweniger mußte das Dörfleiu seinen Teil abstatten, 
alle Wochen 14 Thaler und Nahrungsmittel ohne Gnade geben. 
Das Städtchen Scheibenberg wollte der oben erwähnte Barthel Moth 
wegbrennen lassen; doch es wurde durch Bitten und Versprechungen der Bürger 
abgewendet. — Es fehlte wenig, daß das ganze Amt Wolkenstein von dem 
Obersten Höcking, der in Annaberg auf Vvrwache lag, vernichtet worden 
wäre, weil dessen Vetter unterwegs von einer Rotte loser Burschen erschlagen 
worden war. Das kurfürstliche Vorwerk und die Schäferei zu Geringswalde, 
sowie der Försterhof zu Hilmersdorf, die Heinzebank genannt, waren be¬ 
reits in Asche gelegt, da griff man einen der Burschen auf, einen der harm¬ 
losesten, der nur das Pferd des Ermordeten gehalten, prügelte ihn solange, bis 
er 21 Thaler und alle seine Sachen, die er im Felde versteckt hatte, herausgab, 
und lieferte ihn an den erzürnten Obersten ab. Dieser ließ ihn am 25. März 
vor bem Thore vom Henker enthaupten und seinen Kopf aufs Rad legen. Das 
Haupt eines Buckauers, der sich eines ähnlichen Vergehens schuldig gemacht 
haben sollte, wurde zur Warnung für andere vor dem Thore auf eine Stange 
gesteckt. Auch in Wiesa war ein Soldat erschlagen worden; da ließ der Oberst 
Höcking die Edelfrau, der das Dorf gehörte, in Annaberg einsperren, bis sie 
den Getöteten teuer bezahlte. 
Aus dem gleichen Grunde wurden in Königswalde elf Güter samt dem 
Gerichte angezündet. Auch wurden im Dorfe Olberuhau au der Flöha Kirche, 
Pfarre, Schule, Försterhof und viele Bauernhäuser niedergebrannt. 
Nachdem Bauer im April die vereinigten Kaiserlichen und Kursachsen bei 
Chemnitz geschlagen, wobei fast das ganze sächsische Heer aufgerieben worden
	        

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Grohmann, Max. Das Obererzgebirge. Annaberg: Graser, 1900. Print.
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