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Praktisches Lehrbuch des erziehenden Geschichtsunterrichts

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN789069393
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-11482601
Titel:
Deutsches Lesebuch
Erscheinungsort:
Hanover
Verlag:
Rümpler
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1858
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
aus den Quellen

Band

Persistenter Identifier:
PPN789071096
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-11486055
Titel:
[Theil 2]
Signatur:
BBF<17 Bc 61,1>
Autor*in:
Colshorn, Theodor
Goedeke, Karl
Bandzählung:
Theil 2
Erscheinungsort:
Hanover
Verlag:
Rümpler
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Lesebücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1861
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
aus den Quellen

Inhaltsverzeichnis

Titel:
Inhalt
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Praktisches Lehrbuch des erziehenden Geschichtsunterrichts
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhalts-Verzeichnis
  • Erster Abschnitt. Die Stammlande unseres preußischen Vaterlandes bis zum Regierungsantritt der Hohenzollern
  • Zweiter Abschnitt. Brandenburg unter den Hohenzollern bis zum großen Kurfürsten
  • Dritter Abschnitt. Die Gründung des brandenburgisch-preußischen Staates unter Friedrich Wilhelm, dem großen Kurfürsten
  • Vierter Abschnitt. Das Königtum Preußens unter Friedrich I. und Friedrich Wilhelm I. 1688 (1701)-1740
  • Fünfter Abschnitt. Der Weg zur Großmacht unter Friedrich dem Großen
  • Sechster Abschnitt. Preußens Fall und Wiedererhebung unter den Königen Friedrich Wilhelm II. und Friedrich Wilhelm III.
  • Siebenter Abschnitt. Preußen und das deutsche Kaisertum während der Regierung König Friedrich Wilhelms IV. und König Wilhelms I., des deutschen Kaisers
  • Achter Abschnitt. Preußen und das deutsche Kaisertum unter der Regierung Kaiser Friedrichs III. und Kaiser Wilhelms II., unseres erhabenen Herschers
  • Neunter Abschnitt. Rückblicke
  • Werbung
  • Einband

Volltext

- 118 — 
die wenige Jahre später zur Rettung des Vaterlandes von ihm ge¬ 
bracht wurden. x) 
Steins Entlassung. Leider konnte Stein sein Werk nicht voll- 
enden; denn gegen ihn richtete sich bald der ganze Haß Napoleons. 
Ein Brief Steins, worin derselbe aus die Möglichkeit hinwies, daß es 
mit Frankreich bald zuin Bruch kommen könne, wurde von Napoleons 
Spähern aufgefangen. Nun verlangte der Gewalthaber, daß Stein 
entlassen werde. Er nannte ihn einen Verräter an der französischen 
Nation und befahl, ihn zu verhaften. Damit dem schwer bedrängten 
Lande nicht noch weitere Verlegenheiten bereitet würden, reichte Stein 
selbst seine Entlassung ein. Das kraftlose Preußen mußte sich fügen; 
mit den ehrendsten Beweisen der Anerkennung entließ ihn der König 
(Januar 1809). Sein Nachfolger, Graf Hardenberg, führte aber 
die Neugestaltung des Staates in demselben Sinne glücklich weiter.2) 
Die allgemeine Wehrpflicht. Die Neuordnung des Heeres unter¬ 
nahm der Kriegsminister Scharnhorst. 
Gebhard David Scharnhorst war ein hannoverscher Bauernsohn. Weil der 
Knabe Scharnhorst große Freude an militärischen Übungen hatte, nahm ihn der 
Graf Wilhelm von Schaumburg in die bückeburgische Militärschule auf. Wegen 
seiner ausgezeichneten Kenntnisse wurde er später Lehrer an der Kriegsschule zu 
Hannover und kam dann tu preußische Dienste. In Berlin hielt er Aufseher 
erregende Vorlesungen für Offiziere, um sie mit der durch Napoleon aufgekommenen 
neuen Kriegsführung vertraut zu machen, und wurde vom Könige in den Adelsstand 
J) Auch die obere Staatsverwaltung ordnete der König auf Steins Rat 
ganz neu. Die Kabinettsregierung wurde beseitigt; alle Zweige der Verwaltung 
vereinigten sich im Ministerium. An Stelle der besonderen Minister für die 
einzelnen Provinzen traten fünf Fachminister (für das Innere, die Finanzen, 
das Auswärtige, den Krieg und die Justiz). Die einzelnen Provinzen erhielten 
statt ber Kriegs- unb Domänenkammern „Regierungen" mit mehreren Abteilungen 
für die innere Verwaltung, die Domänen und Finanzen. Am 24. November 
1808 bestätigte der König „die veränderte Verfassung der obersten Verwaltungs¬ 
behörden". Diese Verordnung bildete den Kern, aus dem sich fast alles entwickelt 
hat, was seit jener Zeit die Verwaltung in Preußen auszeichnet. 
2) Auch die Staatsmänner von Schrotter, Stägemann, Niebuhr, von Alten- 
stein und von Schön arbeiteten in Steins Geiste fort. Stein selbst blieb fort¬ 
während mit ihnen in geistigem Verkebr, hatte sogar eine geheime Zusammenkunft 
mit seinem Nachfolger, um ihn ganz in seine weiteren Ideen über die Staats¬ 
reform einzuweihen. So wurden alle bisherigen Steuerbefreiungen (des Guts¬ 
adels und mancher Städte), alle Natural-, Brot-, Korn- und Furagelieferungs¬ 
verpflichtungen, sowie alle Vorspannspflichten aufgehoben. Es herrschte vollständige 
Gewerbefreiheit. Um die notwendigen neuen Mittel zu gewinnen, sollten die Klöster 
und geistlichen Stifte mit Ausnahme derjenigen, welche zur Erhaltung der Pfarreien, 
Schulen und frommen Stiftungen erforderlich waren, eingezogen werden. Eine 
Gestndeordnung verbesserte die Lage ber dienenden Klaffen. Durch ein Edikt vom 
11. März 1812 erhielten auch die Juden, die bisher nur als Fremde geduldet 
waren, staatsbürgerliche Rechte. — „Der Staat muß durch geistige Kräfte ersetzen, 
was er an physischen verloren hat." äußerte der König gegenüber einer Deputation 
Hallescher Professoren, welche statt der durch den Tilsiter Frieden verloren ge¬ 
gangenen Universität Halle die Gründung einer Hochschule in Berlin anregten. 
Auf Drängen des edlen Wilhelm von Humboldt, der an der Spitze des Unter¬ 
richtswesens stand, errichtete der König in bicfem Sinne bie nach ihm benannte 
Friebrich-Wilhelms-Un'versität in Berlin, bie am 3. August 1811 eingeweiht unb 
balb mit hervorragenben Geistesgelehrten (Fichte, Schletermacher, Saviguy, 
Beyme u. a.) besetzt würbe. Die ganz darniederliegende Universität Frankfurt 
a. d. Ober verlegte ber König nach Breslau unb ließ sie bebeutenb erweitern.
	        

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Wewer, Johannes. Praktisches Lehrbuch Des Erziehenden Geschichtsunterrichts. Wiesbaden: Behrend, 1899. Print.
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