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Vom Westfälischen Frieden bis zur Gegenwart (Teil 3)

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN790905566
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12674721
Title:
Illustriertes Realienbuch für Bürger-, Mittel- und Töchterschulen
Shelfmark:
RD-II 6(1,1881)
Author:
Schreiber, Carl
Senckpiehl, Richard
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Ed. Peters Verl.
Document type:
Monograph
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), imperial Germany
Publication year:
1881
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
Illustrierte Weltgeschichte
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
Erster Abschnitt. Alte Geschichte
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Hilfsbuch für den Unterricht in der Geschichte für die oberen Klassen höherer Lehranstalten
  • Vom Westfälischen Frieden bis zur Gegenwart (Teil 3)
  • Binder
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis
  • Sechste Periode. Von 1648 bis 1789. Zeitalter der unumschränkten Fürstenmacht
  • Erster Abschnitt. Von 1648 bis 1740. Der grundsätzliche fürstliche Absolutismus im Zeitalter Ludwigs XIV. und Peters d. Gr.
  • Zweiter Abschnitt. Von 1740 bis 1789. Der aufgeklärte Absolutismus im Zeitalter Friedrichs d. Gr.
  • Siebente Periode. Von 1789 bis zur Gegenwart. Zeitalter der Kämpfe um bürgerliche Freiheit, Gestaltung nationaler Staatswesen und soziale Probleme.
  • Zahlen-Tabelle
  • Advertising
  • Binder

Full text

72 Sechste Periode. Von 1648 —1789. — Zweiter Abschnitt. Von 1740 —1789. 
So waren Fiskalität und Feudalität die beiden Grundübel des 
Staats. — 4. Trotz des Ungeheuern Steuerdrucks wuchs der Fehl¬ 
betrag im Staatshaushalt und die Staatsschuld ins Ungeheure, und 
der Staatsbankerott schien unabwendbar. — Angesichts der Un¬ 
fähigkeit der Regierung wurde die Opposition der Parlamente, 
namentlich des Pariser, wieder lebendig. 
b) Ludwig XVI. Nachdem Ludwig XV. unter dem Jubel 
des Yolkes gestorben war, folgte ihm sein Enkel Ludwig XYI. 
(1774 — 92), 20jährig, sittlich makellos, aber beschränkten Geistes 
und schwachen Willens und tändelnden Liebhabereien (Schlos¬ 
serei, Jagd) ergeben, verheiratet mit der 19jährigen Marie Antoi¬ 
nette, die, als „Autrichienne“ verhafst, sittlich rein und liebens¬ 
würdig, aber ohne wahre Bildung und tiefere Interessen, wenn 
auch warmen Herzens und an Begabung ihrem Manne überlegen, 
leichtlebig und genufsfreudig, durch Unbesonnenheit der bösen 
Nachrede Nahrung gab. Aufrichtig bestrebt dem Lande zu helfen 
berief Ludwig die wackeren Turgot (S. 67) und Malesherbes 
zu Ministern (1774). Jener, früher ausgezeichneter Intendant 
von Limousin, begann mit einem grofsartigen Reformplan: das 
Steuerpachtwesen sollte abgeschafft, die Binnenzölle, vor allem die¬ 
jenigen auf Getreide beseitigt werden, wras aber infolge einer Mifs- 
ernte Unruhen (la guerre des farines) hervorrief, die Wegfronden 
und Zünfte aufgehoben, der Yerkehr erleichtert, die mafslose 
Centralisation gelockert werden. Der Opposition der Privilegier¬ 
ten war der König schwach genug nachzugeben und entliefs beide 
Männer (1776). Aber weder die Finanzkünste des als Bankier 
trefflichen, als Staatsmann unfähigen und eitlen Necker, der 
schliefslich doch auf Turgots Ideeen zurückkam, noch die Schwin¬ 
deleien des gewissenlosen Calonne konnten Hilfe schaffen. Die 
Versammlung von Notabein, von diesem berufen (1787) und 
unter seinem Nachfolger Brienne weiter tagend, war ergebnis¬ 
los und wurde entlassen. Schon war das ancien régime in Auf¬ 
lösung und die Verwaltung des alten Frankreich durchbrochen, 
als Brienne den Versuch machte, eine provinzielle Selbstverwal¬ 
tung neben derjenigen der Intendanten zu schaffen: ein Versuch 
der bei dem Mangel aller zum Gelingen nötigen Voraussetzungen 
nur einen chaotischen Zustand schuf. Die Parlamente, voran das
	        

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Citation recommendation

Brettschneider, Harry. Vom Westfälischen Frieden Bis Zur Gegenwart. Halle a.S.: Buchh. des Waisenhauses, 1894. Print.
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