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Illustriertes Realienbuch für Bürger-, Mittel- und Töchterschulen

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN790905566
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12674721
Title:
Illustriertes Realienbuch für Bürger-, Mittel- und Töchterschulen
Shelfmark:
RD-II 6(1,1881)
Author:
Schreiber, Carl
Senckpiehl, Richard
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Ed. Peters Verl.
Document type:
Monograph
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), imperial Germany
Publication year:
1881
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
Illustrierte Naturkunde
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
Chemie
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Illustriertes Realienbuch für Bürger-, Mittel- und Töchterschulen
  • Binder
  • Title page
  • Title page
  • Inhalt
  • Illustrierte Erd- und Völkerkunde
  • Inhalt
  • Illustrierte Weltgeschichte
  • Inhalt
  • Erster Abschnitt. Alte Geschichte
  • Zweiter Abschnitt. Mittlere Geschichte
  • Dritter Abschnitt. Neuere Geschichte
  • Vierter Abschnitt. Die neuste Zeit
  • Anhang. Die wichtigsten Regentenfamilien
  • Illustrierte Naturkunde
  • Inhalts-Übersicht
  • Zoologie
  • Anthropologie
  • Botanik
  • Mineralienkunde
  • Physik
  • Chemie
  • Register zur Zoologie
  • Register zur Botanik
  • Register zur Mineralinenkunde
  • Brief des Kaiers Napoleon an den König Wilhelm nach der Schlacht bei Sedan
  • Binder

Full text

Chemie. 
A. Unorganische Chemie. 
I. Wichtmetasse. 
Die Nichtmetalle oder Metalloide besitzen im allgemeinen keinen Metall¬ 
glanz und sind schlechte Wärme- und Elektricitätsleiter. 
1. Sauerstoff (Oxygenium). a. Darstellung. Sauerstoff wird gewöhnlich aus 
rotem Quecksilberoxyd (sehr giftig) oder aus chlorsaurem Kali dargestellt. Das 
Quecksilberoxyd wird durch die Wärme in seine Bestandteile Quecksilber und Sauerstoff zer¬ 
legt. Der Qnecksilberdampf verdichtet sich am Rande der Retorte; der Sauerstoff entweicht 
und wird in einer pneumatischen Wanne aufgefangen. — Das chlorsaure Kali wird durch 
die Wärme in seine Bestandteile Kalium, Chlor und Sauerstoff zerlegt. Der Sauerstoff 
entweicht und wird aufgefangen; die beiden anderen Stoffe vereinigen sich zu Chlorkalium, 
das zwar zunächst flüssig ist, aber an der Oberfläche schnell erstarrt und eine Kruste bildet. 
Damit die Krustenbildung verhindert werde, wird gewöhnlich dem chlorsauren Kali Sand 
oder Braunstein beigemischt. 
b. Eigenschaften: Der Sauerstoff ist ein färb-, gernch- und geschmackloses Gas. Er 
ist etwas schwerer als die Lust (Dichte 1(1) und läßt sich durch Druck und Temperatur¬ 
erniedrigung in eine Flüssigkeit verwandeln. Der Sauerstoff ist nicht brennbar, unter¬ 
hält aber das Brennen angezündeter und bewirkt das Entflammen glühender Körper. Schwefel 
verbrennt im Sauerstoff mit schön blauem Licht und Phosphor mit sonnenähnlicher, hell 
leuchtender Flamme. Sogar dünner Eisendraht läßt sich in Sauerstoff verbrennen. 
c. Vorkommen: Der Sauerstoff ist sehr verbreitet in der Natur: von der Lust macht 
er etwa Vs, vom Wasser Vs und von der ganzen Erde mehr als Vs aus. Er ist eine 
Universal speise für alle lebenden Geschöpfe: jede Luft, die wir einatmen, muß freien Sauer¬ 
stoff enthalten. Ans diesem Grunde nannte man ihn auch Lebenslust. 
<3. Verbindungen: Der Sauerstoff geht mit sämtlichen Elementen (mit Ausnahme des 
Fluors) Verbindungen ein. Im allgemeinen nennt man die Verbindung des Sauer¬ 
stoffes mit einem Körper Oxydation (oder Verbrennung im weiteren Sinne). Oxy¬ 
dieren heißt deshalb, mit Sauerstoff verbinden. Das Produkt einer Verbindung mit Sauer¬ 
heißt Oxyd (im weiteren Sinne). Geht eine Oxydation unter Licht- und Wärmeentwickelung 
vor sich, so nennen wir diesen Prozeß Verbrennung (im engeren Sinne). Deshalb führt 
der Sauerstoff auch den Beinamen Feuerluft. In den meisten Fällen geht die Oxydation 
langsam und ohne Feuererscheinung vor sich; es wird dabei zwar auch Wärme entwickelt, 
allein sie wird nicht fühlbar, z. B. beim Rosten des Eisens, Bilden des Grünspans an 
Kupfer, bei Fäulniß, beim Vermodern und Verwittern. 
Eine eigentümliche Abänderung des Sauerstoffes ist das Ozon (d. h. Riechstoff). Es 
ist ein farbloses Gas von eigentümlichem Geruch, welches, wenn es eingeatmet wird, zum 
Husten reizt und die Atmungswerkzenge angreift. Das Ozon findet sich in der atmosphäri¬ 
schen Luft nur in sehr geringen Mengen. Die bleichende Wirkung der Luft (bei der Rasen¬ 
bleiche) schreibt man dem Ozongehalte derselben zu. 
2. Wasserstoff (Hyärogeninm). a. Darstellung: 1. Das Wasser läßt sich mit Hilfe 
des Wasserzersetzungs-Apparates durch den galvanischen Strom zersetzen. In dem Gläschen 
über dem negativen Pol scheidet sich der Wasserstoff ab, während das Gläschen über dem 
positiven Pol sich mit Sauerstoff füllt. — 2. Gewöhnlich stellt man Wasserstoff durch Über¬ 
gießen von Zinkstückchen mit verdünnter Schwefelsäure dar. Das Zink zersetzt mit 
Hilfe der Schwefelsäure das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Der Sauerstoff verbindet 
sich mit dem Zink zu Zinkoxyd und dieses vereinigt sich mit der Schwefelsäure und bildet 
mit ihr ein im Wasser lösliches Salz, das schwefelsaure Zinkoxyd. Der ans seiner Ver¬ 
bindung gedrängte Wasserstoff entweicht. 
b. Eigenschaften. Der Wasserstoff ist ein färb-, gernch- und geschmackloses Gas. Er 
ist brennbar, unterhält aber das Brennen nicht. Die Wasserstoffflamme ist wenig leuchtend.
	        

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Schreiber, Carl, and Richard Senckpiehl. Illustriertes Realienbuch Für Bürger-, Mittel- Und Töchterschulen. Leipzig: Ed. Peters Verl., 1881. Print.
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