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Anschaulich-ausführliches Realienbuch

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN791283062
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12737898
Title:
Anschaulich-ausführliches Realienbuch
Shelfmark:
RD-II 1(12,1895)-9
Author:
Kahnmeyer, Ludwig
Schulze, Hermann
Place of publication:
Bielefeld [u.a.]
Publisher:
Velhagen & Klasing
Document type:
Monograph
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), imperial Germany
Publication year:
1895
Edition title:
Ausg. B, mittlere Ausg., 12., verb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
enthaltend Geschichte, Erdkunde, Naturgeschichte und Naturlehre ; für die Hand der Schüler

Chapter

Title:
C. Naturgeschichte
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
A. Sommerhalbjahr
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Anschaulich-ausführliches Realienbuch
  • Binder
  • Title page
  • Hohenzollernworte
  • A. Deutsche Geschichte
  • B. Erdkunde
  • C. Naturgeschichte
  • A. Sommerhalbjahr
  • B. Winterhalbjahr
  • Systematische Übersicht
  • D. Naturlehre
  • Inhaltsvrezeichnis
  • Zeittafel der Geschichte
  • Binder

Full text

195 
44. Die Hundsrose und die Roscnßlattkaus. I- 
1. Stacheln und Dornen. An den Stämmchen und Zweigen der Rose bemerkt 
man scharfe, sichelförmige Stacheln. Es sind dies ähnliche Gebilde wie die Dornen 
am Dornstrauch. Im gewöhnlichen Leben pflegt man Dornen und Stacheln nicht 
scharf zu unterscheiden, obwohl folgende Unterschiede unter ihnen bestehen: 1) Zieht 
man die Oberhaut des Rosenstocks ab, so entfernt man damit auch zugleich die 
Stacheln vom Stamme, ohne das Holz zu verletzen; denn die Stacheln sind allein 
der Oberhaut aufgewachsen und stehen mit dem Holze gar nicht in Verbindung. Die 
Dornen des Schleheustrauches dagegen lassen sich vom Zweige nicht trennen, ohne 
daß der Holzkörper, dem sie entsprungen sind, verletzt wird. 2) An den Dornen 
wachsen zuweilen Blätter und Blüten; ja, allmählich bilden sich manche Dornen zu 
Zweigen um, während man dies bei den Stacheln der Rose niemals findet. 
2. Blätter und Blüten. Die Blätter stehen abwechselnd und sind unpaarig 
gefiedert. Der Rand der eiförmigen Fiederblättchen ist scharf gesägt. Am Grunde 
des Hauptblattstiels stehen 2 Nebenblättchen. (S. 169.) Die Blüten erscheinen 
im Juni, dem „Rosenmonat". Das merkwürdigste an ihnen ist der krugförmige 
Kelch mit seinen 5 langen, zerschlitzten Zipfeln. Die 5 weißen oder blaßrot gefärbten 
Blütenblätter haben einen angenehmen Duft. Sie stehen mit den zahlreichen Staub¬ 
blättern auf dem Kelchraude, die vielen Stempel dagegen ragen aus der Kelchröhre 
hervor und sind dem mit dem Kelche verwachsenen Fruchtboden eingefügt. Aus letz¬ 
terem und der Kelchröhre bildet sich die Frucht. (S. Hagebutten re. S. 208.) 
3. Gefüllte Blüten. Die Hundsrose ist die Stammmutter aller Rosenarten, 
auch der gefüllten Gartenrose. Vergleichen wir aber die Blüten der letzteren mit den 
Blüten der Hundsrose, so werden wir finden, daß die Gartenrose viel mehr Blüten¬ 
blätter, aber weniger Staubblätter hat als die Hundsrose. Diese Thatsache führt 
uns zu dem Schluß, daß die größere Anzahl der Blütenblätter durch Umwandlung 
der Staubblätter in Blütenblätter entstanden ist. Und so ist es auch in der That. 
Jedes Staubblatt hat nämlich die Fähigkeit, sich in ein Blütenblatt zu verwandeln. 
In völlig gefüllten Rosen sind keine Staubblätter mehr vorhanden; sie bringen daher 
auch niemals Früchte. (Welche andere Pflanzen haben noch einfache und gefüllte 
Blüten?) 
4. Die Nosenblattlaus. Nicht selten sehen wir die Rosenstöcke über und über 
mit kleinen Tieren besetzt, die sich an Farbe von den grünen Pflanzenteilen kaum 
unterscheiden. Das sind die Rosenblattläuse. Es giebt deren geflügelte und un- 
geflügelte.^— Die Blattläuse sitzen meist so still, daß sie sich den ganzen Tag über 
nicht zu rühren scheinen. Aber doch sind sie sehr thätig. Denn mit ihrem Schnabel, 
den sie in die zarten Teile der Pflanzen gesteckt haben, saugen sie unaufhörlich den 
Saft aus denselben, so daß die Knospen und jungen Blätter verkümmern müssen. 
Die Vermehrung der Blattläuse ist eine sehr starke. Zum Winter legen fie 
unter Laub oder zwischen Rindenteile Eier, aus denen im Frühjahr die Jungen 
hervorkriechen. — Will man die Blattläuse vertilgen, so bespritze man den Rosen¬ 
stock mit Tabakslauge. 
45. Flüchtige Gle. 
„ Die Ursache des herrlichen Rosenduftes ist das in den Blütenblättern enthaltene 
Ol. Dasselbe erfüllt mit seinen Teilchen die Luft und kommt so mit den Geruchs¬ 
nerven in Verbindung. Durch Destillation gewinnt man (besonders im Morgen¬ 
lande) aus den Rosenblättern das Rosenöl. (10000 kg Rosenblätter geben erst 1 kg 
Rosenöl.) Das Rosenöl gehört zu den flüchtigen Ölen. Dieselben verdunsten sehr 
13*
	        

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Kahnmeyer, Ludwig, and Hermann Schulze. Anschaulich-Ausführliches Realienbuch. Bielefeld [u.a.]: Velhagen & Klasing, 1895. Print.
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