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Für die unteren Klassen (Bd. 1, [Schülerband])

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN791283062
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12737898
Title:
Anschaulich-ausführliches Realienbuch
Shelfmark:
RD-II 1(12,1895)-9
Author:
Kahnmeyer, Ludwig
Schulze, Hermann
Place of publication:
Bielefeld [u.a.]
Publisher:
Velhagen & Klasing
Document type:
Monograph
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), imperial Germany
Publication year:
1895
Edition title:
Ausg. B, mittlere Ausg., 12., verb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
enthaltend Geschichte, Erdkunde, Naturgeschichte und Naturlehre ; für die Hand der Schüler

Chapter

Title:
C. Naturgeschichte
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
A. Sommerhalbjahr
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten
  • Für die unteren Klassen (Bd. 1, [Schülerband])
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort zur 13. völlig umgearbeiteten Auflage
  • Vorwort zur 15. und 16. Doppelauflage
  • Inhaltsverzeichnis
  • Erster Abschnitt. Prosa
  • I. Märchen
  • II. Fabeln und Parabeln
  • III. Erzählungen
  • IV. Deutsche Sagen und Schwänke
  • V. Erzählungen aus der vaterländischen Geschichte
  • VI. Aus der Sage und Geschichte des klassischen Altertums
  • VII. Aus Natur- und Menschenleben
  • VIII. Aus der Heimat- und Erdkunde
  • Zweiter Abschnitt. Poesie
  • Binder

Full text

70 
Dieser trat unter uns, und als die Begrüßung vorbei war, fragten 
wir ihn, was er in der Hauptstadt wolle. „Ich gedenke," erwiderte 
er, „hier mein Glück zu machen. Es ist nichts mit der Provinz. 
Man sitzt dort wie eine Lilienzwiebel im schlechten Boden; man treibt 
Blätter genug, aber zur Blüte kann man's nicht bringen." — „Was 
willst du hier zunächst anfangen?" fragte ihn einer. Er entgegnete: 
„Noch weiß ich's nicht. Ich will mich zunächst ein wenig umsehen. 
Man liest Blätter, in denen Leute gesucht werden; man kommt unter 
Menschen, und sie merken, was man für ein Mann ist, — kurz, ich 
bin überzeugt, es wird sich bald etwas für mich finden." Ich sagte: 
„Stelle dir das nicht so leicht vor! Wer es hier zu etwas bringen 
will, der muß sich sehr rühren, und wer nicht in Bewegung bleibt, 
der wird umgestoßen und kommt den anderen unter die Füße." — 
„Arbeit." rief er lebhaft, „Arbeit ist natürlich die Hauptsache! Aber es 
ist ein Unterschied zwischen Arbeit und Arbeit. Wer einen anschlägigen 
Kopf hat, der arbeitet wie mit Maschinen und bringt schnell und ohne 
große Anstrengung zuwege, womit sich ein beschränkter Mensch sein 
ganzes Leben hindurch abquält. Übrigens bring' ich einen ganzen 
Sack voll Gedanken und Pläne mit. Wartet vierzehn Tage, dann 
werd' ich zu euch sagen: Seht, das bin ich, das hab' ich, und das 
werd' ich noch bekommen!" 
Ihm wurde noch einiges entgegnet, und dann sprachen wir von 
andern Dingen. Ein paarmal kam er noch abends an unseren Tisch, 
daraus blieb er fort. Nach einiger Zeit aber fand ich ihn in einem 
Buttergeschäft, wo ich mir zum Abendessen etwas kaufen wollte. Dort 
stand er hinter dem Ladentisch als Verkäufer. Er war zuerst etwas 
verlegen über unser Wiedersehen, erholte sich aber bald und sagte: 
„Wundere dich nicht darüber, mich auf einem so bescheidenen Posten 
zu sehen! Es ist nur ein Übergang, und ich nahm diese Stellung an, 
weil sich — offen gesagt — für den Augenblick nichts Besseres darbot. 
Unterdessen aber" — fuhr er fort, während er aus einem vor ihm 
liegenden Käse zierliche Würfel schnitzte — „unterdessen werf' ich nach 
allen Seiten Angeln aus und warte darauf, daß ein Haupthecht an¬ 
beißt." Indem kam ein kleines Mädchen in den Laden und forderte: 
Für einen Sechser von der ganz guten Butter und für einen Sechser 
von der weniger guten! Er betrachtete das Kindchen gar nicht, 
sondern hub wieder an: „Was ich jetzt auf dem Korn habe, ist ein 
Unternehmen, über dessen Wesen und Zweck ich dir noch nichts ver¬ 
trauen darf. Es geht von einer Gesellschaft aus, die über große
	        

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Schmitz-Mancy, Maximilian et al. Für Die Unteren Klassen. Paderborn: Ferdinand Schöningh, 1912. Print.
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