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Anschaulich-ausführliches Realienbuch

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN791283062
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12737898
Titel:
Anschaulich-ausführliches Realienbuch
Signatur:
RD-II 1(12,1895)-9
Autor*in:
Kahnmeyer, Ludwig
Schulze, Hermann
Erscheinungsort:
Bielefeld [u.a.]
Verlag:
Velhagen & Klasing
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Realienbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1895
Ausgabenbezeichnung:
Ausg. B, mittlere Ausg., 12., verb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
enthaltend Geschichte, Erdkunde, Naturgeschichte und Naturlehre ; für die Hand der Schüler

Kapitel

Titel:
C. Naturgeschichte
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
A. Sommerhalbjahr
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Anschaulich-ausführliches Realienbuch
  • Einband
  • Titelseite
  • Hohenzollernworte
  • A. Deutsche Geschichte
  • B. Erdkunde
  • C. Naturgeschichte
  • A. Sommerhalbjahr
  • B. Winterhalbjahr
  • Systematische Übersicht
  • D. Naturlehre
  • Inhaltsvrezeichnis
  • Zeittafel der Geschichte
  • Einband

Volltext

196 
leicht, und wenn man sie auf Papier tröpfelt, hinterlassen sie im Gegensatz zu den 
fetten Ölen keinen Fleck. Sie brennen auch sehr leicht, selbst ohne Docht. Beim 
Diptam (Spechtwurz) sind Kelch, Blütenstiel, besonders aber die Früchte dicht mit 
Drüsen besetzt, deren Köpfchen viel Öl enthalten. Hält man nun ein brennendes 
Schwefelholz unten an die Fruchttraube, so entsteht ein kleines Lauffeuer bis zur 
Spitze hinauf. 
46. Okulieren. 
Fast alle Arten von Gartenrosen werden durch Veredlung der Hundsrose ge¬ 
zogen. Da sich aber das Holz der Rosenstämmchen wegen des dicken Markes nicht 
zum Propfen und Kopulieren (wie bei den 
Obstbäumen S. 175) eignet, so wendet man 
zur Veredlung der Rosen ein andres Ver¬ 
fahren, das Okulieren, an. Dabei löst man 
(gewöhnlich im Juni—August) von dem 
edlen Strauche eine Knospe mit einem Stück 
Rinde ab und macht an dem 1—2jährigen 
Wildlinge einen wagerechten und einen senk¬ 
rechten Schnitt (P); sodann lockert man die 
Rinde und schiebt das Stück Rinde mit dem 
Auge zwischen die gelockerte Rinde. Beim nachfolgenden Verbinden muß darauf ge¬ 
achtet werden, daß das Auge nicht verdeckt wird. 
47. Der Holunder- I. 
1. Standort. Sage. In der Hecke, auf Schutthaufen, am Gartenzaun, überall 
ist der Holunder zu finden. Der Landmann hat ihn gern; spendet er ja nicht bloß 
seinen Kindern mancherlei Freuden, sondern ist er ihm doch auch in Krankheitsfällen 
ein treuer Helfer, namentlich durch seine Blüten, die einen schweißtreibenden Thee 
geben. Darum galt er auch schon unsern heidnischen Vorfahren als heilig. In 
seinen Zweigen wohnte Frau Holder (daher der Name), die Schutzgöttin des Hauses. 
Unter dem Holunderbaum begrub man die abgeschnittenen Haare und Nägel sowie 
die ausgezogenen Zähne, damit niemand durch sie den Bewohnern des Hauses ein 
Gebrechen anzaubern könne. 
2. Mark. Beim Holunder fällt besonders das Mark auf wegen seiner Größe; bei 
jungen Holunderschößlingen nimmt es den größten Teil derselben ein, während das 
Holz, welches es umschließt, sehr dünn ist. Bei alten Stämmen nimmt es etwas we¬ 
niger Raum ein, da sich das Holz mehr verdickt hat. Das Mark besteht aus einer 
weichen, schwammigen Masse, welche die Knaben mit Leichtigkeit aus dem Holz heraus¬ 
zustoßen wissen, um sich so die beliebten Knallbüchsen anzufertigen. 
3. Blüte. Im Juni bedeckt sich der Holunderstrauch mit vielen weißen, stark 
duftenden Blüten, bei denen uns die Fünfzahl auffällt. (Inwiefern? S. 198.) Auf¬ 
fallend ist, daß die Kronblätter — nicht der Kelch — die Blütenknospe umschließen. 
Am Ende der Blütezeit fallen sie ab, und der Boden unter dem Holunder sieht dann 
aus wie mit unzählig vielen Sternchen bedeckt. Die Blüten sitzen an einem Haupt¬ 
blütenstiele, der sehr regelmäßig verzweigt ist. Da, wo diese Verzweigung von unten 
her zum erstenmal auftritt, erhebt sich als Fortsetzung des Hauptblütenstiels ein kurzer 
Blütenast, unter welchem 4 etwas größere Blütenzweige sitzen. Diese Art der Ver¬ 
zweigung wiederholt sich nun genau in derselben Weise mehreremal, und erst die letzten 
Zweige tragen die Blüten, die dadurch in einer ziemlich regelmäßigen, kreisförmigen 
Scheibe bei einander stehen. (Über Holunderbeere S. 209.) 
Okulieren.
	        

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Zitierempfehlung

Kahnmeyer, Ludwig, and Hermann Schulze. Anschaulich-Ausführliches Realienbuch. Bielefeld [u.a.]: Velhagen & Klasing, 1895. Print.
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