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Anschaulich-ausführliches Realienbuch

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN791283062
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12737898
Title:
Anschaulich-ausführliches Realienbuch
Shelfmark:
RD-II 1(12,1895)-9
Author:
Kahnmeyer, Ludwig
Schulze, Hermann
Place of publication:
Bielefeld [u.a.]
Publisher:
Velhagen & Klasing
Document type:
Monograph
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), imperial Germany
Publication year:
1895
Edition title:
Ausg. B, mittlere Ausg., 12., verb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
enthaltend Geschichte, Erdkunde, Naturgeschichte und Naturlehre ; für die Hand der Schüler

Chapter

Title:
A. Deutsche Geschichte
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Anschaulich-ausführliches Realienbuch
  • Binder
  • Title page
  • Hohenzollernworte
  • A. Deutsche Geschichte
  • B. Erdkunde
  • C. Naturgeschichte
  • A. Sommerhalbjahr
  • B. Winterhalbjahr
  • Systematische Übersicht
  • D. Naturlehre
  • Inhaltsvrezeichnis
  • Zeittafel der Geschichte
  • Binder

Full text

. Deutsche Geschichte. 
I. Aus ver Urzeit. 
1. Die alten Deutschen. 
uralten Zeilen bedeckten unermeßliche Wälder und große Sümpfe 
unser Vaterland. Aus den Waldschluchten stürzten der riesige Ur und das Elen her¬ 
vor, und das Geheul der Bären und Wölfe ertönte weithin durch die Einsamkeit. 
An edlen Fruchtbäumen war das Land arm, aber es lieferte wildes Obst, zahlreiche 
Beeren, schmackhafte Rüben, große Rettiche und Spargel. Die Weideplätze prangten 
in üppiger Fülle und gewährten den grasenden Rindern und Pferden saftige Kost. 
2. Bewohner. Die alten Deutschen waren ein rauhes, kernhaftes Geschlecht. 
Riesenhaft war der Wuchs ihres Körpers und kräftig der Gliederbau. Aus den trotzi¬ 
gen, blauen Augen strahlte Mut und Kühnheit. Blondes Haar umwallte das Haupt. 
Bei einigen Stämmen war es oben zu einem Knoten zusammengebunden. Um die 
Schulter hing das Fell eines erbeuteten Wildes; später trug man ein leinenes Unter¬ 
gewand und darüber einen Mantel aus grober Wolle, der auf der rechten Schulter 
von einer Spange oder von einem Dorn zusammen gehalten wurde. 
3. Wohnung. Städte hatten die alten Deutschen nicht. Sie betrachteten die¬ 
selben als Gefängnisse. Ihre Wohnungen lagen einzeln; jedes Gehöft war von dem 
zugehörigen Acker umgeben. Die Häuser wurden aus rohen Baumstämmen zu¬ 
sammengefügt, die Fachwerke mit Rasen und Lehm ausgefüllt und mit roter oder 
gelber Farbe übertüncht. Die Dächer waren ans Schilf, Heidekraut und Gezweig 
gefertigt. Der Hofraum war durch Pfahlwerk oder Gräben und Wälle abgeschlossen. 
Mehrere Gehöfte bildeten einen Weiler, mehrere Weiler einen Gau. 
4. Beschäftigung. Ackerbau gewährte den Männern kein Vergnügen und wurde 
den Frauen und Sklaven überlassen, die etwas Hafer und Gerste anbauten. Auf 
Viehzucht dagegen verwandte man mehr Fleiß, und stattliche Herden waren der Stolz 
der alten Deutschen. Ihre größte Lust aber war Jagd und Krieg, und am Schild 
und Speer hingen sie mit inniger Verehrung. Lieber verloren sie ihr Leben als 
den Schild. 
5. Nahrung. Einfach war ihre Speise. Sie bestand aus Früchten, Milch, er¬ 
legtem Wild und Gemüse. Aus Gerstensaft bereiteten sie eine Art Bier, aus Honig 
Met. Bei den Gastmahlen ließen sie den Becher fröhlich kreisen und sangen dazu 
Lieder, in denen die Heldenthaten ihrer Vorfahren verherrlicht wurden. 
6. Laster. Leider hielten sie beim Trinken nicht immer das richtige Maß inne. 
Bis tief in die Nacht hinein fand man sie bei ihren Trinkgelagen. Jedoch wurde 
hier auch manche ernste und wichtige Angelegenheit besprochen, der gültige Beschluß 
aber erst am folgenden Tage gefaßt. Waren Krieg und Jagd vorbei, so lagen sie 
gern behaglich auf der Bärenhaut und überließen sich häufig dem Würfelspiel, wobei 
sie nicht selten Haus und Hof, ja, selbst die Freiheit, ihr kostbarstes Gut, verloren. 
7. Tugenden. Treu- und Woribruch fand man bei den alten Deutschen nicht. 
Bei ihnen hieß es: Ein Mann — ein Wort. Ein Handschlag galt als Eid. Ebenso 
heilig ward bei ihnen die Ehe gehalten. Die Frau war nicht die Sklavin des 
Mannes, sondern seine treue Begleiterin durchs Leben, mit der er Freud und Leid 
teilte. Gastfreundschaft wurde an jedermann geübt, gleichviel ob er ein Fremder oder 
Bekannter war. Ohne zu fragen, woher und wohin, teilte man gern mit ihm, was 
an Speise und Trank in Flüche und Keller war. Über alles aber ging den Deutschen 
ihre Freiheitsliebe. 
Realienbuch. L. i
	        

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Kahnmeyer, Ludwig, and Hermann Schulze. Anschaulich-Ausführliches Realienbuch. Bielefeld [u.a.]: Velhagen & Klasing, 1895. Print.
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