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Lesebuch für katholische Volksschulen

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN792078764
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-13168895
Title:
Lesebuch für katholische Volksschulen
Shelfmark:
RDH-II 10(2,1881)
Place of publication:
Danzig
Publisher:
Boenig
Document type:
Monograph
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), imperial Germany
Publication year:
1881
Edition title:
2. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
nebst einem Anhang: Deutsche Sprachlehre, Rechtschreibung und Wörterverzeichnis ; für die Mittel- und Oberstufe einfacher Schulverhältnisse und sprachlich gemischter Volksschulen

Chapter

Title:
Zweiter Abschnitt
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
C. Naturkundliches
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Lesebuch für katholische Volksschulen
  • Binder
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis
  • Erster Abschnitt. Lesestücke vermischten Inhalts
  • A. Mittelstufe
  • B. Oberstufe
  • Zweiter Abschnitt
  • A. Geographisches
  • B. Geschichtliches
  • C. Naturkundliches
  • Anhang. Deutsche Sprachlehre und Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis
  • Wörterverzeichnis
  • Binder

Full text

232 
C. Naturkundliches. 
278. Die drei Reiche der Natur. 
Die Dinge, welche wir um uns sehen, sind teils durch die 
Natur, teils durch die Menschen entstanden. So sind der Baum, 
die Blume, die Frucht von der Natur hervorgebracht, das Haus, 
der Tisch, der Zaun aber von Menschenhand. Die Dinge, welche 
die Natur hervorbringt, heißen Naturerzeugnisse oder Naturpro¬ 
dukte; die Dinge, welche die Kunst der Menschen zustande bringt, 
werden Kunsterzeugnisse oder Kunstprodukte genannt. Der Mensch 
nimmt den Stoss oder das Material zu seinen Kunsterzeugnissen 
aus der Natur, z. B. das Holz, den Stein, die Metalle; er 
benutzt ihre Erzeugnisse und Kräfte zu seinen Zwecken. Er kann 
nichts Neues schaffen, sondern nur die Formen und Gestalten des 
von Gott Geschaffenen verändern. 
Die Naturerzeugnisse, z. B. ein Stein, ein Apfelbaum und 
ein Vogel, sind unter sich in wesentlichen Stücken verschieden. 
Der Stein nimmt keine Nahrung zu sich, in ihm regt und be¬ 
wegt sich nichts; er treibt aus seinem Innern keine Teile nach 
außen hervor, keine Blätter, keine Blüten, keine Früchte; er¬ 
wächst nicht, empfindet nicht; kurz, er ist leblos. 
Der Baum dagegen nimmt Nahrung zu sich, er wächst, er 
treibt aus seinem Innern Zweige, Blätter, Blüten und Früchte; 
aus seinen Fruchtkernen entstehen neue Bäume seiner Art: der 
Baum äst also ein lebendes Wesen. Er kann sich aber nicht 
selbst bewegen, nicht von einem Orte zum andern gelangen; er 
empfindet auch nicht. Der Vogel endlich nimmt ebenfalls Nah¬ 
rung zu sich, in seinem Innern ist Regung und Bewegung, er 
kann seinen ganzen Körper aus eigener Kraft bewegen und von 
einem Ort zum andern gelangen; aus den Eiern, die er legt, 
entstehen junge Vögelein; er empfindet; er kann andere Dinge 
um sich her unterscheiden; kurz, der Vogel lebt. Alle Natur¬ 
erzeugnisse sind mithin entweder leblos oder lebendig, und die 
letztern entweder mit oder ohne Empfindung, mit oder ohne will¬ 
kürliche Bewegung. 
Die Naturerzeugnisse, welche von innen nach außen wachsen 
und besondere Werkzeuge zur Nahrung und zum Wachstum 
haben, nennt man organische, d. h. mit Werkzeugen versehene. 
Die, welche keine solche Werkzeuge haben, sondern sich durch An¬ 
setzen gleichartiger Teile von außen vergrößern, heißen un-
	        

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Lesebuch Für Katholische Volksschulen. Danzig: Boenig, 1881. Print.
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