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Die Völker des Morgenlandes und die Hellenen bis zum Ende der Perserkriege (Bd. 1)

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN792471830
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12215004
Titel:
Das fünfte Schuljahr
Signatur:
RCH-II 2(1,01)-5L
Autor*in:
Seidel, L. E.
Erscheinungsort:
Langensalza
Verlag:
Schulbuchh.
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Realienbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1901
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
theoretisch-praktische Anweisung für Lehrer und Lehrerinnen zur Erteilung eines erfolgreichen Unterrichts in Volksschulen nebst vollständig ausgeführten Präparationen

Vorwort

Titel:
Vorwort
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Vorwort

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Geschichtliches Quellenbuch
  • Die Völker des Morgenlandes und die Hellenen bis zum Ende der Perserkriege (Bd. 1)
  • Einband
  • Titelseite
  • Inhalt
  • Die Völker des Morgenlandes
  • Die Hellenen
  • I. Aus der älteren Geschichte der Hellenen bis zum Beginn der Perserkriege
  • II. Die Perserkriege
  • III. Älteste hellenische Litteratur
  • Anhang
  • Einband

Volltext

44 Sagen. 
hieß ihre Schwester, eine holde Jungfrau, deren Schönheit und Herzensgute 
noch mehr durch alle Lande gepriesen wurde als die Macht ihrer Brüder. 
Auch Siegfried vernahm den Ruhm ihrer Schönheit. Mit zwölf 
auserwählten Necken I und mit Waffen, Nossen und Prächtigen Kleidern 
wohl ausgerüstet, brach er von seiner Heimatbnrg in Xanten am Rheiw 
auf, um nach Worms zur Werbung zu eilen. 
Am siebenten Tage ritt er im Königsschloß in Worms ein. Von 
den Fenstern des hohen Saales ans betrachtete man staunend die statt¬ 
lichen fremden Ritter; niemand wußte, woher sie kämen. Da nahm 
Hagen das Wort und sprach: „Obschon ich Pen tapfern Siegfried aus 
den Niederlanden noch nie mit Angen gesehen habe, möchte ich doch für- 
gewiß behaupten, daß der Held, der so herrlich da unten in den Hof 
hereinritt, niemand anders ist als der Sohn Siegmunds, der berühmte 
Drachentöter. Ich rate, daß man den Gästen entgegengehe und sie 
geziemend empfange." 
Sogleich begab sich Günther mit seinem Gefolge in den Hof, und 
nachdem er Siegfried höflich begrüßt hatte fragte er nach dem Zweck 
ihres Kommens. Da entgegnete Siegfried: „Ich hörte an meines Vaters 
Hofe in Xanten rühmen, daß hier in Worms die allerkühnsten Necken zu 
finden seien und über sie ein König gebiete, dem keiner an Mut und 
Tapferkeit gleichkomme; um die Wahrheit dieser MürZ zu erproben, 
bin ich hier, und ob es euch lieb oder leid ist, ich bin gewillt, mit meinem 
Schwerte euch Land und Burgen abzugewinnen." Der König und seine 
Alaunen waren über diese herausfordernde Sprache höchlich verwundert, 
und die mutigsten Ritter schlugen drohend an ihre Schwerter. Gnnther 
aber beschwichtigte sie und antwortete Siegfried: „Wozu willst du mit 
uns kämpfen, da wir dir nichts zu leide gethan haben?" Da versetzte 
Siegfried: „Dein Erbe und mein Erbe sind von gleichem Werte; laß 
uns beide zu Pfande setzen! Wer von uns den andern im Zweikampf 
besiegt, dem soll alles dienen. Land und Leute." 
Den Burgnnden behagte dieser Vorschlag schlecht; die Brüder 
Günthers legten sich versöhnend ins Mittel, und Siegsried, der jene 
1) Recke — riesenhafter Held. (Eigentl. ist reelle — Fremdling, herumirrender 
Krieger, Abenteurer; dann — Held; das Wort hängt zusammen mit rächen — ver¬ 
folgen. 2) Xanten ist wahrscheinlich entstanden aus 8uneti, vermengt mit 
Xanthus, einem Fluß in Kleinasien. 3) Höflich bedeutet eigentlich „der Hossitte, 
dem feineren Ton gemäß." — 4) Mär — Gerücht; dann Erzählung einer erdichteten 
Begebenheit.^
	        

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Zitierempfehlung

Zettel, Karl, and Johannes Nicklas. [Teil 2]. München: Lindauer, 1895. Print.
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