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Realienbuch

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN792632494
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-13377158
Title:
Realienbuch
Shelfmark:
RDH-II 23(5,1897)
Editor:
Lettau, H.
Wilsdorf, Oskar (03.01.1846-19.06.1907)
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Ed. Peters Verl.
Document type:
Monograph
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), imperial Germany
Publication year:
1897
Edition title:
Ausg. [D] für Sachsen u. Thüringen, 5., verb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
nebst einem Anhange für Deutsch und Raumlehre für Volksschulen ; mit vollständigem Atlas in Farbendruck und vielen Abbildungen im Text

Chapter

Title:
Geschichte
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Realienbuch
  • Binder
  • Title page
  • Inhalt
  • Geographie
  • Geschichte
  • Naturgeschichte
  • Naturlehre
  • Deutsch
  • Raumlehre
  • Schreibung der gebräuchlichsten Fremdwörter
  • Die wichtigsten Zahlen der Geschichte
  • Binder

Full text

38 
o. Es folgte jetzt das habsburgische (österreichische) Kaiserhaus, von 1438 
—1806. Kaiser Sigismund hinterließ nämlich nur eine Tochter, die dem Herzoge 
Albrecht v. Österreich vermählt war. Der wurde jetzt zum Kaiser gewählt, und 
damit gelangte das Haus Habsburg wieder auf den deutschen Kaiserthron. Wichtige 
Kaiser aus diesem Geschlechte waren: Friedrich III. v. 1439—93, zu dessen Zeit 
besonders merkwürdige Erfindungen und Entdeckungen ge¬ 
macht wurden (siehe folg. Abschnitt!). Maximilian I., 
v. 1493—1519, der „letzte Ritter", der das Fehderecht 
durch den ewigen Landfrieden, nach welchen Streitig¬ 
keiten nicht mehr durch die Faust oder durch das geheime 
Gericht der heil. Nehme, sondern durch das Reichs¬ 
kammergericht entschieden werden sollten, aufhob, 
Deutschland in 10 Kreise teilte und das Postwesen ein¬ 
führte, Karl V., v. 1520—56, der mächtigste Fürst seiner 
Zeit, in dessen Reich die Sonne nie unterging, ein Feind 
der Reformation, Leopold I., v. 1658—1705, zu dessen 
Zeit die Franzosen Elsaß und Straßburg an sich rissen, 
Franz I., Maria Theresias Gemahl und dessen Sohn 
Josef II., v. 1765—90, der noch heute als ein wahrer 
Vater desPolkes in ganz Österreich geehrt wird. Franzll., 
v. 1792—1806, war der letzte deutsche Kaiser aus dem 
Hause Habsburg. 
ck. Wichtige Entdeckungen und Erfindungen, n. Chri¬ 
stof Kolumbus, 1438 zu Genua geboren, war der An¬ 
sicht, daß es einen Seeweg westwärts nach Indien geben 
müsse. Er wollte denselben aussuchen, ging, als ihn seine Vaterstadt dabei nicht 
unterstützte, zuletzt nach Spanien, erhielt hier 3 kleine Schiffe und verließ mit diesen 
am 3. August 1492 den Hafen von Pa los. Er schiffte unter mancherlei Gefahren 
immer weiter nach Westen und landete endlich am 12. Oktober auf Guanahani (St. 
Salvador). Er meinte, an der Küste Indiens gelandet zu sein, daher wurden diese 
Inseln später Westindien genannt. Noch drei mal schiffte Kolumbus nach dem neu¬ 
entdeckten Lande und machte neue Entdeckungen, wurde aber zuletzt doch mit Undank 
belohnt und starb 1506. Amerigo Vespucci gab die erste Karte und Beschreibung 
von dem neuen Lande heraus, und nach ihm wurde es Amerika genannt. Der 
Spanier Ferdinand Cortez eroberte 1519 Mexiko, Franz Pizarro 1531 das 
Goldland Peru. Magellan umsegelte 1520 das Cap Horn, und Franz Drake 
(Dräk) brachte 1580 die ersten Kartoffeln aus Amerika nach Europa. Der Portugiese 
Vasko de Gama umschiffte 1498 das Cap der guten Hoffnung und entdeckte den 
Seeweg nach Ostindien. — Nicolaus Kopernikus (1474—1543), Domherr zu 
Frauenburg in Ostpreußen behauptete, daß sich die Planeten um die Sonne bewegen 
und stellte das noch jetzt gültige Sonnensystem auf. — b. Die wichtigste Erfindung, 
welche um diese Zeit gemacht wurde, war die der Buchdruckerkunst durch Johann 
Gensfleisch von Guttenberg 1440 zu Mainz. Der Mönch Berthold Schwarz 
hatte 1350 das Schießpulver erfunden. Ein Nürnberger, Peter Hele, machte um 
1500 die ersten Taschenuhren, Jürgens zu Wolfenbüttel 1530 das erste Spinnrad. 
§ 8. a. Die Reformation in Deutschland. Martin Luther wurde den 10. 
November 1483 zu Etsleben geboren. Sein Vater, ein Bergmann, hieß Hans 
Luther, seine Mutter Margarete geb. Lindemann. Sie wohnten anfänglich in 
M öra und erzogen ihren Sohn sehr strenge, baten auch den Lehrer, ihnen darin be¬ 
hilflich zu sein. Da Martin gute Anlagen und viel Eifer zum Lernen zeigte, so gab
	        

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Lettau, H., and Oskar Wilsdorf. Realienbuch. Leipzig: Ed. Peters Verl., 1897. Print.
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