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Für die Oberklassen mehrklassiger Schulen (Teil 2)

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN792635825
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-11991211
Titel:
Schul-Lesebuch
Autor*in:
Wetzel, Friedrich
Menges, Heinrich
Menzel, J.
Richter, Carl
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Stubenrauch
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Realienbücher Kaiserreich
Ausgabenbezeichnung:
Ausg. A in 2 Teilen
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Band

Persistenter Identifier:
PPN792636074
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-19391399
Titel:
Für die Oberklassen mehrklassiger Schulen
Signatur:
RDH-II 28(58,1895)-2
Bandzählung:
Teil 2
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Stubenrauch
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Realienbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1895
Ausgabenbezeichnung:
Ausg. A in 2 Teilen, 58. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
Erster Kreis
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
I. Abteilung
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
[Lesestücke 41 - 60]
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Schul-Lesebuch
  • Für die Oberklassen mehrklassiger Schulen (Teil 2)
  • Einband
  • Titelseite
  • Spielet nicht mit Feuer!
  • Inhaltsverzeichnis
  • Erster Kreis
  • I. Abteilung
  • [Lesestücke 1 - 20]
  • [Lesestücke 21 - 40]
  • [Lesestücke 41 - 60]
  • [Lesestücke 61 - 80]
  • [Lesestücke 81 - 100]
  • [Lesestücke 101 - 120]
  • [Lesestücke 121 - 150]
  • II. Abteilung
  • Zweiter Kreis
  • Dritter Kreis
  • Vierter Kreis
  • Sammlung deutscher Gedichte
  • Einband

Volltext

Mannes Herz verlassen darf.“ Als er 1537 dem Tode nahe 
zu sein meinte, läßt er seine Käthe grüßen, die mit ihm zwölf 
Jahre in Friede und Freude gelebt habe, und giebt ihr das 
Zeuͤgnis: Sie hat wie ein frommes Weib nicht allein meiner 
teulich gepflegt üund gewartet, sondern mir auch wie eine Magd 
gedient. Gott vergelte es ihr an jenem Tage!“ 
Sechs Kinder hat Käthe ihrem Ehemanne geschenkt, von 
denen eines, die am Ende des sorgenvollen Jahres 1527 ge— 
borene Elisabeth, nur wenige Monate alt wurde, Magdalena 
im 13. Lebensjahre 1542 starb, während die anderen, drei Söhne 
und eine Tochter, den Vater überlebten. Im Kreise seiner Fa— 
milie offenbarte sich die ganze Herzlichkeit des großen Mannes. 
Hier suchte er seine Erholung von den Geschäften und Kämpfen, 
deren sein Leben voll war. „Die Welt,“ sagte er selber, „hat 
keinen lieblicheren und freundlicheren Schatz auf Erden, denn 
den heiligen Ehestand.“ Je mehr er auch die „Beschwerung“ 
des häuslichen Lebens zu erfahren bekam, desto zarter und 
inniger wurde seine Liebe zu den Seinen. Nach dem Tode 
seines Töchterleins Elisabeth schrieb er: „Mein Töchterlein, die 
kleine Elisabeth, ist gestorben. Es ist wunderbar, wie krank, 
fast nach Weiberart, mein Herz ist; so jammert mich ihrer. 
Ich hätte zuvor nie geglaubt, daß der Väter Herz gegen ihre 
Kinder so weich werden könne.“ Er, vor dessen Wort sich 
Könige und Erzbischöfe fürchteten, wußte in kindlicher Weise 
mit Kindern zu reden. Allgemein bekannt, aber immer wieder 
erbaulich zu lesen, ist jener köstliche Brief, den er, während zu 
Augsburg die Geschicke der evangelischen Kirche entschieden 
wurden, von der Feste Koburg aus an sein vierjähriges Söhn— 
lein Johannes schrieb: 
Mein herzliebes Söhnchen! Ich sehe gern, daß du wohl 
lernst und fleißig betest. Thue also, mein Söhnchen, und fahre 
fort! Wenn ich heimkomme, will ich dir einen schönen Jahrmarkt 
mitbringen. 
Ich weiß einen hübschen, lustigen Garten; da gehn viel 
Kinder innen, haben güldene Röcklein an und lesen schöne Apfel 
unter den Bäumen und Birnen, Kirschen, Spillinge und Pflau— 
men, singen, springen und sind fröhlich, haben auch schöne, 
kleine Pferdlein mit güldenen Zäumen und silbernen Sätteln. 
Da fragte ich den Mann, dessen der Garten ist, wes die Kinder 
wären. Da sprach er: „Es sind die Kinder, die gern beten, 
lernen und fromm sind.“ Da sprach ich: „Lieber Mann, ich 
habe auch einen Sohn, heißt Hänschen Luther; möchte er nicht 
auch in den Garten kommen, daß er auch solche schöne Apfel 
29
	        

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Für Die Oberklassen Mehrklassiger Schulen. Berlin: Stubenrauch, 1895. Print.
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