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Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN792648056
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-13104432
Title:
Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde
Shelfmark:
RDH-II 9(12,1872)
Author:
Bender, Ludwig (01.11.1801-08.02.1884)
Haesters, Albert (04.04.1812-15.04.1883)
Place of publication:
Essen
Publisher:
Bädeker
Document type:
Monograph
Collection:
Textbooks for study of the natural and cultural world (Realienkunde), imperial Germany
Publication year:
1872
Edition title:
Eigene Ausg. für d. protestant. Schulen d. Königreichs Bayern, 12. (Stereotyp-) Aufl. ... bearb. von Ludwig Bender [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
für die Oberklassen der Volksschule

Chapter

Title:
Zweiter Abschnitt. Die Erde
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
III. Die Erde und ihre Bewohner (die Menschheit)
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Vorwort zur bayerischen Ausgabe
  • Inhalts-Verzeichniß
  • Alphabetisches Register
  • Besonderes Inhaltsverzeichniß der Musterstücke von L. Kellner
  • Erster Abschnitt. Das Vaterland - Deutschland
  • I. Die Staaten Deutschlands
  • II. Die Natur Deutschlands
  • III. Deutschland und seine Bewohner - die Deutschen
  • IV. Geschichten aus der Geschichte der Deutschen
  • Lieder
  • Zweiter Abschnitt. Die Erde
  • I. Die Erdtheile
  • II. Die Natur der Erde
  • III. Die Erde und ihre Bewohner (die Menschheit)
  • IV. Geschichten aus der Geschichte der Menschheit
  • Lieder
  • Dritter Abschnitt. Die Welt
  • Vierter Abschnitt. Der Mensch
  • Fünfter Abschnitt. Gott und sein Himmelreich
  • Zeittafel
  • Tabellen zur deutschen und bayerischen Geschichte
  • Binder

Full text

413 
III. Die Erde unì ihre Dewshncr (Lie Menschheit). 
1 Die Erde. 
Nach dem Augenscheine und nach allgeineinem Glauben wäre die 
Erde mit allen ihren Bergen und Thälern eine große runde Fläche 
gleich einer ungeheuren, großen Scheibe. Am Rande derselben weiter 
hinaus kommt nichts mehr; dort ist gleichsam der Himmel an sie ge¬ 
fügt, der wie eine große hohle Halbkugel über ihr steht und sie bedeckt. 
Dort geht am Tage die Sonne aus und unter, bald früher, bald 
später, bald links an einem gewissen bekannten Berge oder Hause, bald 
rechts, und bringt Tag und Nacht, Sommer und Winter, und Lei Nacht 
den Mond und die Sterne, und sie scheinen nicht gar entsetzlich hoch 
über unseren Häuptern zu stehen. 
Das wäre nun alles gut, wenn's niemand besser wüßte; aber die 
Sternseher und Kalendermacher wissen's besser. Denn erstlich, 
wenn einer daheim weggeht und will reisen bis ans Ende der Erde, 
an den Rand, wo man einen aufgehenden Stern mit der Hand weg- 
haschen und in die Tasche stecken kann, und er geht am ersten April 
vom Hause aus, so hat er den rechten Tag gewählt. Denn er kann 
reisen, wohin er will, durch Deutschland, durch Polen, durch Ru߬ 
land, nach Asien hinein, durch die Muhamedaner und Heiden, 
vom Land auf Wasser und vom Wasser wieder auf Land und immer 
weiter. Aber endlich, wenn er sich auf einen Baumstamm setzt und 
will daran denken, wie lange er schon von den Seinigen weg ist, und 
wie weit er noch zu reisen hat ans Ende der Erde und wieder zurück: 
auf einmal wird's ihm heimlich in seinem Gemüthe: es wird ihm nach 
und nach alles, wie es daheim war; er hört seine Landessprache wieder 
sprechen; zuletzt erblickt er von weitem einen Kirchthurm, den er auch 
schon gesehen hat, und wenn er auf ihn hingeht, kommt er in ein 
wohlbekanntes Dorf und hat nur noch zwei Stunden oder drei, so ist 
er wieder daheim und hat das Ende der Erde nie gesehen. Nämlich 
er reis't um die Erde, wie man einen Strich mit Kreide um eine 
Kugel herumzieht, und kommt zuletzt wieder auf den alten Fleck, von 
dem er ausging. Es sind schon viele solcher Reisen um die Erde nach 
verschiedenen Richtungen gemacht worden. In zwei bis vier Jahren, je 
nachdem es geht, ist alles geschehen. Ist nicht der englische Seekapitän 
Cook in seinem Leben zweimal um die ganze Erde herum gereift und 
von der andern Seite her wieder heim gekommen? Aber das dritte 
Mal haben ihn die Wilden auf der Insel Owaihi todt geschlagen 
und gefreffen (1779). 
Daraus und aus mehreren sichern Anzeichen erkennen die Gelehrten 
Folgendes: Die Erde ist nicht eine ausgebreitete, rund abgeschnit¬ 
tene Fläche, nein, sie ist eine ungeheuer große Kugel. Weiter: 
Sie hängt und schwebt frei und ohne Unterstützung, wie ihres 
Orts die Sonne und der Mond, in dem unermeßlichen Raume
	        

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Bender, Ludwig, and Albert Haesters. Lehr- Und Lesebuch Oder Die Vaterlands- Und Weltkunde. Essen: Bädeker, 1872. Print.
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