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Die Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN720882710
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6123945
Title:
Lehrbuch der Erdkunde für höhere Schulen
Editor:
Steinhauff, A.
Schmidt, Max Georg
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Teubner
Document type:
Multivolume work
Collection:
Geography textbooks, imperial Germany
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Volume

Persistent identifier:
PPN796578559
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12044429
Title:
Länderkunde Europas: Nord-, Ost- und Südeuropa, Ein fremder Erdteil: Afrika, Erste Übersicht der allgemeinen erdkundlichen Erscheinungen
Shelfmark:
BBF<20 B 349,3>
Editor:
Steinhauff, A.
Schmidt, Max Georg
Volume count:
Teil 3
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Teubner
Document type:
Volume
Collection:
Geography textbooks, imperial Germany
Publication year:
1911
Edition title:
Ausg. M (für höhere Mädchenschulen), in 7 Teilen [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
Südeuropa
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Die Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt
  • Binder
  • Das norddeutsche Flachland
  • Title page
  • Vorwort zur ersten Auflage
  • Vorwort zur zweiten Auflage
  • Vorwort zur dritten Auflage
  • Vorwort zur fünften Auflage
  • Inhaltsverzeichnis
  • Gliederung der Heimatsprovinz in 8 Landschaften, wie sie durch das Kartenbild dargestellt sind
  • 1. Das Land östlich oder rechts von der Elbe. (Fläming.)
  • 2. Das Land zwischen Elbe und Ohre. (Die Altmark.)
  • 3. Das Land zwischen Ohre, Elbe, Saale und Harz
  • 4. Der Harz
  • 5. Das Land zwischen Harz, Kyffhäuser, Unstrut und Saale
  • 6. Thüringer Wald, Frankenwald und Fichtelgebirge
  • 7. Das Eichsfeld und das Thüringer Stufenland
  • 8. Das Land zwischen Saale und Elbe
  • 9. Das Heimatland als Glied des Staates
  • Anhang. Das Norddeutsche Flachland
  • Advertising
  • Provinz Sachsen u. Herzogtum Anhalt mit Angabe charakteristischer Nährquellen
  • Binder

Full text

Die Niederungen. 25 
Stellen weiter zu entwässern und den Boden fruchtbar zu machen. In 
Entfernungen von etwa 20 m ließ er lange, breite und tiefe Gräben 
ziehen, in denen sich das noch vorhandene Wasser sammelte. Ferner ließ 
er den unter dein Moorboden liegenden Sand und Kies herausheben und 
beide Bodenarten miteinander mischen. So erhielt er ein ertragsfähiges 
Ackerland. Viele Drömlingsbewohner haben bei starkem Frost in derselben 
Weise Gräben gezogen und die Erde auf die dazwischen liegenden Landstreifen 
geworfen, fo daß Dämme entstanden (Moordammkultur). Der fruchtbare 
Äcker belohnt in jedem Jahre diese Mühe. Welches herrliche Bild bietet 
heute der Drömling demjenigen, der ihm im Sommer einen Besuch ab¬ 
stattet! In den weiten Roggenfeldern steigt trillernd die Lerche in die Lust; 
in den üppigen Weizenfeldern, deren brauner Boden mit Düngesalzen bestreut 
wurde, schlägt die Wachtel. An Landfrüchten finden wir Zuckerrüben und 
Kartoffeln. Dort breitet sich sogar ein breites Flachsfeld aus. Im Juni 
fahren die Drömlingsbewohner von ihren Wiesen große Massen von 
duftendem Heu heim, das den gutgenährten Pserden, den buntscheckigen 
Rindern und den Schafen zur Nahrung dient. Die Kanäle und Grüben 
sind vou Büschen, Pappeln oder Birken eingeschlossen, die Chansseen und 
Wege von Apfel- und Pflaumenbäumen. In den Gewässern finden wir 
Fische und Krebse. Durch drei Eisenbahnen uud gepflegte Chausseen stehen 
die Drömlingsbewohner mit den nächsten Städten im Verkehr. So ist 
dnrch saure Arbeit der Bewohner und Fürsorge der preußischen Regierung 
der Drömling für seine Bewohner zu einer Quelle des Segens geworden. 
5. Lobenswerte Eigenschaften der Drömlingsbewohner. 
Jede größere Gemeinde besitzt ein Gotteshaus; die kleineren Orte 
sind zn einer Pfarrgemeinde vereinigt. In einem Falle gehören 7 Dörfchen 
zusammen. Da ist häufig der Weg zur Kirche weit und im kalten Winter 
oder im heißen Sommer oder bei Regenwetter gerade nicht angenehm. 
Trotzdem sehen wir, wie die Drömlinger an jedem Sonntage in großer 
Zahl zu ihrem Gotteshause wandern. Die Frömmigkeit äußern die 
Drömlingsbewohner auch durch die Tat. Wie sind in Feuersgesahr alle 
Dorfbewohner bemüht, den Brand zu löschen! Zu den Richtefesten liefern 
die Frauen in freigebiger Weise Wurst, Schinken, Speck, Eier, Käse,. 
Brot und andere Nahrungsmittel. Das Richtefest wird gleichsam als ein 
Geineindesest gefeiert. Außer dieser Freigebigkeit zeigen die Drömlings- 
bewohner einen hohen Grad von Ehrlichkeit. Ans vielen Weideplätzen 
des Drömlings weiden noch heute Rinderscharen, von Drahtzäunen ein- 
geschlossen, vom Frühling bis in den Herbst hinein. Es kommt nicht 
vor, daß ein Stück Vieh gestohlen wird. Erst in der neueren Zeit versieht 
man die Wohnhäuser mit Schlössern; früher standen die Wohnräume der 
Hänser unverschlossen da; jedermann konnte sofort eintreten. Die Dröm- 
linger sind ferner bekannt durch ihre Tapferkeit. Das Eigentum, das 
sie im Kampfe mit den Naturmächten errungen haben, lieben sie und 
verteidigen es bis zum letzten Blutstropfen. Als die räuberischen Schweden
	        

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Kohlhase, Friedrich, and Theodor Henze. Die Provinz Sachsen Und Das Herzogtum Anhalt. Magdeburg: Creutz, 1911. Print.
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