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Herd und Scholle

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN796832889
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12008155
Titel:
Grundzüge der mathematischen Geographie
Signatur:
BBF<20 CA 158>
Autor*in:
Oberfeld, G.
Erscheinungsort:
Wittenberg
Verlag:
Herrosé
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geographieschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1883
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
für Lehrer, Lehrerbildungsanstalten, Mittel-, Bürger- und Töchterschulen, sowie zum Selbstunterrichte

Kapitel

Titel:
Erster Abschnitt. Vorbereitendes
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Herd und Scholle
  • Einband
  • Frontispiz
  • Titelseite
  • Vorwort
  • [Vorwort]
  • Inhaltsverzeichnis
  • Erster Teil. In Haus und Hof
  • A. Haus und Heim - des Mannes Ehr' und Wehr
  • B. Des Hauses Gemeinschaftsleben
  • C. Das Tagewerk in Haus und Hof
  • D. Vom Wirtschaften in Haus und Hof
  • Zweiter Teil. In Dorf und Heimat
  • A. Im Dorf
  • B. In der Heimat
  • C. Das Tagewerk auf der Flur
  • D. In der Gemeinde
  • Dritter Teil. Unser Vaterland
  • A. Im Vaterland
  • B. Vaterland und Fremde
  • C. Im Dienst des Vaterlandes
  • Fachbegriffsregister
  • Einband

Volltext

316 
sich jedoch durch immer bereit liegende Wachstuchmäntel schützen kann 
Hier ist das Schauspiel des herabstürzenden Stromes unbeschreiblich. 
Man steht gerade unter dem Falle und glaubt beim Hinanblicken 
nicht anders, als daß das brausende Wasser, das mit jedem Augen⸗ 
blicke neue Massen wie Wolken mit unermüdlichem Ungestüm nach— 
wälzt, den Zuschauer bedecken wolle. Hören kann man vor dem 
Tosen, Brausen und Zischen des erzürnten, sich an den Felsen hun— 
dertfach brechenden Stromes nicht. Man kann nur sehen und em— 
pfinden. Maͤn sieht, wie die sonst grünscheinende Flut sich in weißen 
Schaum verwandelt und zum Teil in der Luft zerstäubt. Ein Ne— 
bel, dick und weiß, verhüllt die Gegend; weit umher zittern und 
träufeln alle Büsche, und ein feiner Staubregen durchnäßt den Be— 
schauer. Beim Sonnenschein aber steht in diesem Nebel der fried— 
liche Regenbogen über der tosenden Wasserflut. 
Nicht sowohl durch die Höhe des Falls, denn diese beträgt nur 
etwa 20 bis 25 m, als vielmehr durch die große Wassermenge ist 
dieser Rheinfall gewiß einer der schönsten und großartigsten Wasser— 
fälle der alten Welt. Das Malerifsche des Falles wird noch dadurch 
vermehrt, daß in der Mitte desselben aus dem Wasser ein hoher 
Felsen emporragt, an dem sich die Wellen schäumend brechen. 
13. Deulsche Dichtkunst. 
(Nach Welter und W. Menzel.) 
Sobald der Mensch der Sorge für die nötigsten Bedürfnisse des 
Lebens überhoben ist, so erwacht auch allmählich sein natürliches Ge— 
fühl für das Schöne, sein Gefallen an höheren geistigen Verrichtun— 
gen, die das Leben erheitern und veredeln. Unter diesen stand im 
Mittelalter die Dichttunst oben an und wurde vorzüglich vom Adel 
gepflegt. Sie war ihm eine süße Erholung von den ernsten Sorgen 
des Tages, von dem wilden Getümmel der Schlachten. Auf die 
Entwicklung dieser schönen Kunst hatten die Kreuzzüge den wirksam— 
sten Einfluß; denn in dem fernen Morgenlande wuürde der Kreuß— 
fahrer durch die seltsamsten Erscheinungen wunderbar überrascht. Die 
heiligen Orte, wo einst der Erlöser wandelte, die Pracht und der 
Reichtum des Orients, die wunderbaren Irrfahrten frommer Pilger, 
die vielen Abenteuer der Ritter, dann auch die Sehnsucht nach den 
teuern Zurückgebliebenen; dieses und manches andere regte mächtig 
den Geift auf und bot zu den Dichtungen den reichhaltigsten Stoff. 
Wahre Begebenheiten wußte die rrate Einbildungskraft mit rei⸗ 
zenden Marchen aller Art zu schmücken. 
In den anmutigen Thälern des südlichen Frankreichs und Spa— 
niens, wo die Einbildungskraft der Bewoͤhner feurig ist wie der 
Himmel, unter welchem leben, trieb die Dichtkunst die höchsten 
Sluten. Auf den Burgen der Ritter, bei frohlichen Festen und 
Mahlen erschien der Troubadour mit der lieblich klingenden Harfe in 
der Hand. Ritler und Damen begrüßten mit stiller Freude den lieben
	        

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