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Grundzüge der mathematischen Geographie

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN796832889
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12008155
Titel:
Grundzüge der mathematischen Geographie
Signatur:
BBF<20 CA 158>
Autor*in:
Oberfeld, G.
Erscheinungsort:
Wittenberg
Verlag:
Herrosé
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geographieschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1883
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
für Lehrer, Lehrerbildungsanstalten, Mittel-, Bürger- und Töchterschulen, sowie zum Selbstunterrichte

Kapitel

Titel:
Zweiter Abschnitt. Von der Erde
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Grundzüge der mathematischen Geographie
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Erster Abschnitt. Vorbereitendes
  • Zweiter Abschnitt. Von der Erde
  • Dritter Abschnitt. Von den Sternen
  • Index
  • Alphabetisch geordnetes Namen- und Sachregister
  • Einband

Volltext

9 
Zweiter Abschnitt. 
Hon der Krde. 
8 4. 
Kugelgestalt der Erde. 
In ältester Zeit hielt man die Erde einfach für eine feststehende 
Scheibe, von der man glaubte, daß sie vom Oléanos umflossen werde. 
So Homer ums Jahr 950 v. Chr. Etwa 300 Jahre später, um 
650 v. Chr., lehrte Thales von Milet, daß die Erde eine auf dem 
Wasser schwimmende Scheibe sei. Abermals etwa 300 Jahre später 
treten schon vereinzelte Stimmen auf, welche die Erde für eine Kugel 
erklären, fo z. B. Aristoteles (384 v. Chr. geb.). Doch waren letztere 
nicht imstande, ihre Ansicht durch unanfechtbare Beweise zu erhärten. 
Zwingende Beweise sind erst in der Neuzeit erbracht worden. Vor¬ 
her behalf man sich mit nachstehenden 
negativen resp. Wahrscheinlichkeits-Beweisen. 
1) Wäre die Erde eine Scheibe, so müßte diese notwendigerweise 
doch irgendwo ein Lüde haben. Ein solches hat aber bisher 
niemand gefunden, obschon man die Erde nach allen Richtungen 
hin bereist hat. Mithin kann die Erde keine Scheibe sein. Daß 
man bei den Erdbereisungen nach allen Richtungen hin nirgends 
an ein Ende, eine Kante kommt, läßt sich nur erklären, wenn 
die Erde von kugeliger Form ist; folglich muß sic kugelförmig 
gestaltet sein. 
2) Wäre die Erde eine Scheibe, so müßte doch wenigstens in der 
Nähe des Scheibenrandes der Horizont eine andere 
G e st a 1 t haben als die kreisförmige. Da man aber noch immer 
und überall gefunden hat, daß die Gesichtslinie kreisförmig ist, 
dies aber nur bei kugelartig gestalteten Weltkörpern stattfinden 
kann, so muß wohl die Erde kugelförmige Gestalt besitzen. 
3) Wäre die Erde eine Scheibe, so müßte man wenigstens von 
hohen Bergen aus mittelst der Fernröhre, mit denen man 
doch viele Millionen Meilen weit in den Weltenraum hinein sehen 
kann, bis an ihr Ende blicken können; es ist dies aber 
nirgends der Fall. Folglich kann die Erde keine Scheibe sein. 
Noch mehr, man kann auch mit Fernröhren auf der Erdober¬ 
fläche eine verhältnismäßig nur kurze Strecke überschauen. So 
verschwinden uns selbst die höchsten Berge, wenn wir uns von 
ihnen mehr als etwa 30 Meilen weit entfernen. Es geschieht
	        

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Zitierempfehlung

Börner, Richard, Hugo Weber, and Wübbe Ulrichs Jütting. Anschauungsunterricht Und Heimatkunde Für Das 1. - 4. Schuljahr Mehrklassiger Schulen. Leipzig: Klinkhardt, 1899. Print.
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