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Grundzüge der mathematischen Geographie

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN796832889
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12008155
Title:
Grundzüge der mathematischen Geographie
Shelfmark:
BBF<20 CA 158>
Author:
Oberfeld, G.
Place of publication:
Wittenberg
Publisher:
Herrosé
Document type:
Monograph
Collection:
Geography textbooks, imperial Germany
Publication year:
1883
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
für Lehrer, Lehrerbildungsanstalten, Mittel-, Bürger- und Töchterschulen, sowie zum Selbstunterrichte

Chapter

Title:
Zweiter Abschnitt. Von der Erde
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Grundzüge der mathematischen Geographie
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Erster Abschnitt. Vorbereitendes
  • Zweiter Abschnitt. Von der Erde
  • Dritter Abschnitt. Von den Sternen
  • Index
  • Alphabetisch geordnetes Namen- und Sachregister
  • Binder

Full text

18 
müßig verschwindend geringe Zugkraft der Erde imstande sein soll, die 
ungeheure Masse des Sonnenballs im Kreise um sich herumzuschwin¬ 
gen. Dasselbe gilt bezüglich der andern Fixsterne, von denen übrigens 
die meisten noch viel größer sind, als die Sonne. Ist es aber un¬ 
denkbar, unmöglich, daß sich die Sonne und die andern Fixsterne um 
die Erde bewegen, so bleibt nur übrig, daß die 24-stündige Kreisbe¬ 
wegung der Gestirne nur scheinbar erfolgt, und daß diese Schein 
bewcgung hervorgerufen werden muß durch die Rotation der Erde; 
folglich muß doch die Erde in 24 Stunden einmal rotieren. 
2. Beweis. Die Sonne ist nur etwa 20 Millionen Meilen 
von der Erde entfernt. Ein Kreis, der diese Entfernung als Radius 
besitzt, mißt ca. 125,7 Mill. Meilen. Bewegte sich die Sonne in 
diesem Kreise um die Erde, und zwar in je 24 Stunden einmal, so 
müßte sie pro Sekunde ca. 1455 Meilen zurücklegen. 
Die anderen Fixsterne sind viel weiter von der Erde entfernt; so 
der Canopns, der nächste nach der Sonne, bereits 4 Billionen Meilen, 
der Sirius 16 Bill., die Wega 32 Bill., der Nordpolarstern 57 Bill. 
Meilen, u. s. w. Das sind aber diejenigen Fixsterne, die uns am 
allernächsten stehen; andere sind so weit von uns entfernt, daß das 
Licht, welches doch in jeder Sekunde etwas über 40 000 Meilen zu¬ 
rücklegt, 10 000, ja 200 000 Jahre nötig hat, um von ihnen bis zu 
uns zu gelangen. Sehen wir auf einen Fixstern, der uns noch recht 
nahe steht, der nur 200 Bill. Meilen weit von uns absteht. Wenn 
dieser in 24 Stunden einmal um die Erde laufen wollte, so müßte er 
einen Kreis von 400 Bill. mal 31/, — 1257 Billionen Meilen Länge 
beschreiben oder in jeder Sekunde rot. 14 550 000 000 Meilen zurück¬ 
legen. Das würde zur Voraussetzung haben, daß die Gravitation der 
Erde auf ihn stärker als auf die Sonne, auf entferntere Körper also 
mächtiger einwirkte, als ans nähere. Das widerspricht aber dem 2. 
Newtonschen Gravitationsgesetze, nach dem die Attraktion abnimmt, 
wie die Quadrate der Entfernungen zunehmen; folglich ists nicht 
möglich, daß die Fixsterne sich in je 24 Stunden einmal im Kreise um 
die Erde bewegen; folglich kann ihre Bewegung nur eine scheinbare 
sein und kann nur durch die Rotation der Erde hervorgerufen werden; 
folglich muß die Erde rotieren. 
3. Beweis. Wenn ein Himmelskörper einen anderen zwingt, 
sich in kreis- oder ellipsenförmiger Bahn um ihn zu bewegen, so muß 
der die Bewegung bewirkende Stern im Zentrum der Kreis- resp. in 
einem Brennpunkte der Ellipsenbahn stehen, die der andere beschreibt. 
Von ihm muß die Zentripetalkraft ausgehen. Nun liegen, wie sorg¬ 
fältige Beobachtung, Messung und Rechnung dargethan haben, die 
täglichen Kreisbahnen der Fixsterne so, daß ihre Zentra in die 
Himmelsaxe (cfr. § 9, 2) fallen. Die Erdaxe ist nur ein kleines Teil¬ 
chen der Himmelsaxe. Es fallen somit nur die Zentra von verhält¬ 
nismäßig sehr wenigen Fixsternbahnen in die Erde hinein; die aller 
meisten Bahnmittelpunkte fallen in die Teile der Weltaxe, die nördlich
	        

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Oberfeld, G. Grundzüge Der Mathematischen Geographie. Wittenberg: Herrosé, 1883. Print.
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