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Grundzüge der mathematischen Geographie

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN796832889
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12008155
Titel:
Grundzüge der mathematischen Geographie
Signatur:
BBF<20 CA 158>
Autor*in:
Oberfeld, G.
Erscheinungsort:
Wittenberg
Verlag:
Herrosé
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geographieschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1883
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
für Lehrer, Lehrerbildungsanstalten, Mittel-, Bürger- und Töchterschulen, sowie zum Selbstunterrichte

Kapitel

Titel:
Zweiter Abschnitt. Von der Erde
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Grundzüge der mathematischen Geographie
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Erster Abschnitt. Vorbereitendes
  • Zweiter Abschnitt. Von der Erde
  • Dritter Abschnitt. Von den Sternen
  • Index
  • Alphabetisch geordnetes Namen- und Sachregister
  • Einband

Volltext

20 
etwas Wasser nach, dessen spezifisches Gewicht = 1,00 ist. Das Ge¬ 
misch aus Wasser und Alkohol wird schwerer sein als ein gleiches 
Volumen Alkohol. Bald wird es bei fortgesetztem, vorsichtigem Nach¬ 
gießen von Wasser dieselbe Schwere erhalten, welche das Olivenöl 
besitzt. Nun schwimmt das Olivenöl in dem Gemisch und ballt sich zu 
einer Kugel zusammen. Durch diese schiebe man senkrecht eine öl¬ 
befeuchtete Stricknadel, die man dann schnell zwischen den Fingern 
rotieren läßt. Die Kugel wird mit rotieren und dabei ihre Form 
verändern. Das obere und untere Ende, wir wollen sagen, die Polar¬ 
gegenden, nähern sich einander, und die Äquatorialzone weitet sich 
aus. Die Masse häuft in der letzteren wulstartig an, während 
sie aus den Polarzonen wegrückt, verschwindet. Woher rührt das? 
Auch hier wird durch die Rotation Tangentialkraft erzeugt. Diese 
wächst nachweislich in geradem Verhältnisse mit der Notationsge- 
schwindiHkeit. Nun beschreiben die in der Nähe der Pole gelegenen 
Punkte in derselben Zeit kleine Kreise, in der die in der Äquatorzone 
gelegenen Punkte große Kreise durchlaufen. Folglich ist die Fliehkraft 
in der Polargegend gering, in der Äquatorialzone viel größer. Da 
die nachgiebige Müssender größeren Fliehkraft folgt, so muß sie sich 
in der Gegend des Äquators anhäufen, aus den Polgegenden aber 
entweichen. 
Versuch 3. Durch eine Kugel aus weichem Thon schiebe man 
eine Stricknadel und versetze sie in Rotation. Auch hier wird man 
aus gleichen Gründen, wie bei dem vorigen Versuche, ein Rotations¬ 
ellipsoid entstehen sehen. 
Versuch 4. Am vollkommensten kann man diese Erscheinung 
am Magnus'fchen Ballon beobachten. 
Zwei sich rechtwinkelig kreuzende Reifen aus feinem, höchst elasti¬ 
schem Stahl- oder Messingblech werden an den durchbohrten Kreuz- 
stellen über eine senkrecht stehende Stahlwalze geschoben. Die untere 
Kreuzstelle der Reifen wird an dem Stahlstabe unbeweglich befestigt; 
die obere Kreuzstelle muß sich leicht an demselben ans- und abschieben 
lassen. Wird nun das untere Ende des Stahlstabes in den Rota¬ 
tionsapparat eingeschraubt und dieser in schnelle Bewegung versetzt, so 
rotiert der Ballon um seine Axe. Dabei nähert sich die obere Kreuz- 
stelle der unteren, so zu sagen, der Nordpol dem Südpole, während 
sich die Äquatorialzone sehr erheblich ausweitet oder ausschwingt. 
Resultat: Aus allen diesen Versuchen geht unwiderleglich hervor, 
daß jede Kugel, welche aus nachgiebiger Materie besteht, durch die 
Axenorehung zu einem Rotationsellipsoid umgestaltet wird, d. h., daß 
sie sich an' den Polen abplattet, dagegen in der Äquatorialgegend 
ausweitet. 
Anwendung auf die Erde. 
Geologen und Astronomen haben überzeugend dargethan, daß die 
Erde während einer ihrer früheren Entwickelungsperioden aus glühend-
	        

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Oberfeld, G. Grundzüge Der Mathematischen Geographie. Wittenberg: Herrosé, 1883. Print.
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