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Grundzüge der mathematischen Geographie

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN796832889
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12008155
Titel:
Grundzüge der mathematischen Geographie
Signatur:
BBF<20 CA 158>
Autor*in:
Oberfeld, G.
Erscheinungsort:
Wittenberg
Verlag:
Herrosé
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geographieschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1883
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
für Lehrer, Lehrerbildungsanstalten, Mittel-, Bürger- und Töchterschulen, sowie zum Selbstunterrichte

Kapitel

Titel:
Zweiter Abschnitt. Von der Erde
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Grundzüge der mathematischen Geographie
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Erster Abschnitt. Vorbereitendes
  • Zweiter Abschnitt. Von der Erde
  • Dritter Abschnitt. Von den Sternen
  • Index
  • Alphabetisch geordnetes Namen- und Sachregister
  • Einband

Volltext

21 
flüssiger, also weicher und nachgiebiger Materie bestand, die erst iit 
späterer Zeit wenigstens au der Oberfläche erstarrte und verhärtete. 
Mithin ist für den Erdball die Möglichkeit vorhanden gewesen, sich 
durch Axendrehung in ein Rotations-Ellipsoid umzubilden. Ließe sich 
daher bestimmt nachweisen, das; die Erde gegenwärtig ein Rotations- 
Ellipsoid ist, so wäre damit auch bewiesen, daß sie dereinst rotiert hat. 
Dann muß sie auch noch heute rotieren, denn die von Gott in die 
Naturkörper gelegten Kräfte wirken bis an das Ende der Dinge. __ (Die 
letzte Gruppe der Beweise zeigt nebenher noch besonders, daß die 
Rotation bis heute fortdauert.) 
Verschiedene Gelehrte, z. V. Bouguer, Condamine, Maupertms 
und Clairaut, haben bereits 1735 inib 1736 durch direkte Meridian 
Grad-Messung die Abplattung zur Evidenz nachgewiesen, und neuere 
Messungen haben die Thatsächlichkeit derselben bestätigt. 
Wie führt man den Beweis durch Messung? 
Das sei hier nur in den Grundzügen angedeutet. Erd- uub 
Himmelskugel erscheinen für uns konzentrisch gelagert. Eine Kreis 
linie am Himmel und eine um die Erde gezogen, die beide in einer und 
derselben Ebene liegen, erscheinen uns als konzentrische Kreise. Stellen 
wir uns auf den Äquator und konstruieren wir hier einen Scheitel¬ 
kreis, der durch den Nord- und Südpol des Himmels läuft, so liegt 
dieser senkrecht über dem Erd-Meridiane unsers Standorts. Unser 
Zenith füllt in den Scheitelkreis und liegt 90 0 über dem Nordpolar- 
sterne resp. dem Horizonte, denn der Polarstern fällt gerade in diesen. 
Das Zenith dieses Standorts wird nach einem Fixsterne gemerkt. 
— Wandern wir jetzt auf dem Meridiane des Standorts gerade 
nach N., so senkt sich der gemerkte Fixstern nach 8. hin, die Ebene 
des astronomischen Horizontes aber sinkt unter den Nordpolarstern, 
oder^was dasselbe ist, dieser steigt über den Horizont empor. Mittelst 
des Sextanten läßt sich nun genau feststellen, um wie viel der senkrecht 
über dem Äquator stehende Fixstern von unserem nach N. fortgerückten 
Zenithe aus nach 8. gesunken, und um wie viel der Nordpolarstern 
über unseren Horizont emporgestiegen ist. Zeigt uns derselbe an, daß 
ersterer um 1° gesunken, letzterer um 1" gestiegen ist, so sind wir auf 
dem Erdmeridian des Standorts genau 1° nordwärts gerückt. Jetzt 
können wir auf trigonometrischem Wege den Abstand messen vom 
Ausgangspunkte auf dem Äquator bis zum Endpunkte unserer Marsch- 
strecke. Wandern wir „auf dem Erdmeridiane weiter nordwärts, bis 
der lotrecht über dem Äquator stehende Fixstern 2° unter unser fort¬ 
rückendes Zenith gesunken, der Polarstern aber 2° über den Horizont 
gestiegen ift,_ so haben wir auf der Erde die Länge eines 2. Meridian¬ 
grads durchschritten und können nun auch diesen 2. Gradbogen trigono¬ 
metrisch messen. Dies Verfahren ließe sich fortsetzen bis in die Polar¬ 
gegenden, wo endlich Kälte die weitere Arbeit unmöglich macht.
	        

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Oberfeld, G. Grundzüge Der Mathematischen Geographie. Wittenberg: Herrosé, 1883. Print.
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