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Lesebuch für kaufmännische Schulen

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN799328103
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-12926769
Titel:
Lesebuch für kaufmännische Schulen
Signatur:
RF-II 20(1,12)
Autor*in:
Baier, Hans
Knörk, Otto
Kracher, Fritz
Erscheinungsort:
München [u.a.]
Verlag:
Oldenbourg
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Realienbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1912
Ausgabenbezeichnung:
Ausg. für d. Königreich Preußen [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
Zu des Kaufmanns Allgemeinbildung
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
Von unsern Dichtern
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Lesebuch für kaufmännische Schulen
  • binder
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Zur erfolgten Berufswahl
  • Zu des Kaufmanns Allgemeinbildung
  • [Religiös-Sittliches]
  • Von unsern Dichtern
  • Männer der Tat
  • Leibespflege
  • Staatsbürgerliches
  • Zu des Kaufmanns Fachbildung
  • Buchführung u. Korrespondenz
  • Rechnen und Wechsellehre
  • Handels-Geschichte
  • Handels- und Verkehrsgeographie
  • Warenkunde
  • Quellennachweis
  • binder

Volltext

84 48. Vorn Lesen und vor: den Büchern. 
den Büchern. Aber freilich, man kann auch beiin Lesen bloß 
„schleckern" und das ist ungesund, ebenso wie man sich an Speisen 
den Magen verderben kann, obgleich sie einem schmecken. 
Da die Bücher häufig als Freunde der Menschen bezeichnet 
werden, gilt auch für sie das Sprichwort: „Der Herr schütze mich 
vor meinen Freunden, vor den Feinden kann ich mich selbst schützen!" 
So seltsam diese Bitte erscheint, so viel Berechtigung liegt darin. 
Gibt es nicht zweierlei Freunde, gute und schlechte? Sind die 
letzteren nicht schlimmer als unsere Feinde? Schmeichelnd drängen 
sie sich an uns heran und erspähen sehnend den günstigen Augen¬ 
blick, in dem es ihnen gelingt uns in den Schmutz zu ziehen. Sie 
sind mehr zu fürchten als diejenigen, welche uns offen als Feinde 
gegenübertreten. 
Unsere Feinde unter den Büchern sind meist sehr leicht zu 
erkennen, vielfach an der ganzen Aufmachung, am Papier, Druck, 
Stil usw.; alles verletzt unser Schönheitsgefühl. Oft merkt man 
schon am Umschlag, was vom Inhalt des Buches zu erwarten ist. 
Grelle Bilder zeigen in abscheulichen Farben Feuerbrände, Toten¬ 
gerippe, Mordszenen, alles das in so gräßlicher Aufdringlichkeit, 
daß man gleich die Minderwertigkeit ersieht. Ein Ekel ergreift 
den gebildeten Menschen, wenn er diese unsauberen Hefte in den 
Auslagen breitspurig sich aufdrängen sieht, und eine tiefe Trauer 
nur die Tausende und abermals Tausende, die für diesen Schund 
ihre Groschen opfern um das Zeug zu erwerben, zu lesen und 
zu — glauben. 
Nun gibt es aber auch Bücher, die in schöner Ausstattung 
an uns sich herandrängen, deren Inhalt aber doch Gift für die 
Seele ist, und das sind die falschen Freunde. Und wie wir im ge¬ 
sellschaftlichen Verkehr bestrebt sein müssen falschen Freunden 
gegenüber die Augen offen zu halten, so ist auch Vorsicht selbst bei 
Auswahl gutscheinender Bücher vonnöten. Aber wie sorglos ist 
man da zumeist! Wenn ein Kind nach dem scharfen Messer, der 
spitzen Schere, dem gefährlichen Streichholz greift, da ruft alles 
Zeter und Mordio; sitzt aber ein Junge ganze Nachmittage und 
Abende über ungeeigneten Büchern, so regt sich zumeist niemand 
und doch gilt auch beim Lesen der Satz: „Böser Umgang verdirbt 
gute Sitten." Die Schädigung, welche die kindliche Seele erfährt, 
ist zwar nicht so offenkundig wie eine Verletzung am Körper, doch 
darum nicht minder schlimm. 
Wie aber kann sich die unerfahrene Jugend vor den schlechten 
Freunden unter den Büchern schützen? Möge sie dem Rate ihrer 
erprobten Führer und Erzieher folgen! Möge sie ihre Leselust 
nicht mit Kolportageheften, sondern mit Werken aus den gut-
	        

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Zitierempfehlung

Baier, Hans, Otto Knörk, and Fritz Kracher. Lesebuch Für Kaufmännische Schulen. München [u.a.]: Oldenbourg, 1912. Print.
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