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Deutsches Lesebuch für die oberen Klassen höherer Schulen

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN817008136
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-14774144
Titel:
Deutsches Lesebuch für die oberen Klassen höherer Schulen
Signatur:
DEG-II 35(6,1884)
Autor*in:
Deycks, Ferdinand (22.11.1802-18.12.1867)
Erscheinungsort:
Leipzig
Verlag:
Bädeker
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1884
Ausgabenbezeichnung:
6. Aufl. bearb. von Karl Kiesel [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
Zweite Abteilung. Dichtung des siebzehnten, des achtzehnten und des neunzehnten Jahrhunderts
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
39. Gustav Schwab
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch für die oberen Klassen höherer Schulen
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorrede zur vierten Auflage
  • Vorrede zur sechsten Auflage
  • Inhalt
  • Erste Abteilung. Sprache und Dichtung von dem vierten bis in das vierzehnte Jahrhundert
  • Zweite Abteilung. Dichtung des siebzehnten, des achtzehnten und des neunzehnten Jahrhunderts
  • 1. Friedrich von Spee
  • 2. Martin Opitz von Boberfeld
  • 3. Paul Fleming
  • 4. Friedrich von Logau
  • 5. Simon Dach
  • 6. Angelus Silesius
  • 7. Paul Gerhardt
  • 8. Johann Christian Günther
  • 9. Albrecht von Haller
  • 10. Friedrich von Hagedorn
  • 11. Christian Fürchtegott Gellert
  • 12. Ewald Christian von Kleist
  • 13. Abraham Gotthelf Kästner
  • 14. Friedrich Gottlieb Klopstock
  • 15. Gotthold Ephraim Lessing
  • 16. Christoph Martin Wieland
  • 17. Karl Wilhelm Ramler
  • 18. Johann Georg Jacobi
  • 19. Gottfried August Bürger
  • 20. Ludwig Heinrich Christoph Hölty
  • 21. Friedrich Leopold Graf zu Stolberg
  • 22. Johann Heinrich Voß
  • 23. Matthias Claudius
  • 24. Johann Gottfried von Herder
  • 25. Johann Wolfgang von Goethe
  • 26. Friedrich von Schiller
  • 27. Friedrich von Matthisson
  • 28. Johann Gaudentius von Salis
  • 29. Friedrich Adolf Krummacher
  • 30. August Wilhelm von Schlegel
  • 31. Friedrich von Schlegel
  • 32. Friedrich von Hardenberg, genannt Novalis
  • 33. Ernst Moritz Arndt
  • 34. Theodor Körner
  • 35. Ferdinand Gottfried Max von Schenkendorf
  • 36. Clemens Brentano
  • 37. Johann Ladislav Pyrker von Felsö-Eör
  • 38. Ludwig Uhland
  • 39. Gustav Schwab
  • 40. Wilhelm Müller
  • 41. Friedrich Rückert
  • 42. Joseph Freiherr von Eichendorff
  • 43. August Graf von Platen-Hallermünde
  • 44. Adalbert von Chamisso
  • Dritte Abteilung. Prosa des achtzehnten und des neunzehnten Jahrhunderts
  • I. Erzählung
  • II. Beschreibung
  • III. Ermahnung, Erörterung, Betrachtung
  • Werbung
  • Einband

Volltext

Gustav Schwab. (1792—1850.) 
269 
39. Gustav Schwab, 
geboren den 19. Juni 1792 zu Stuttgart, Professor am dortigen Gymnasium, dann 1811-1849 Pfarrer, 1819 Oberstudien¬ 
rat zu Stuttgart, wo er den 1. November 1890 stirbt. „ . _ , , _ , 
Werke: Lieder, Balladen, Legenden. Metrische Übersetzungen sranzösischcr Dichter (Lamartine, Delavigne n. A.>: 
Leben Schiller's. Sagen des klassischen Alter,ums. 
Kaiser 
1. Herzog Heinrich war's von Bayern, 
Der sich in der Mitternacht, 
Wo die frömmsten Brüder feiern. 
Hin zur Kirche aufgemacht. 
Ernste Bilder nach ihm fassen, 
Treiben ihn zum Beten an; 
Durch die Regensburger Gassen 
Geht er nach Sanct Heimeran. 
2. Junges Heldenantlitz betend 
Möcht' ein schöner Anblick sein; 
Dieser, zum Altare tretend. 
Kniet umnachtet und allein. 
Vor den Augen gar die Hände, 
Drückend jedes Bild zurück, 
Fleht er um ein sel'ges Ende, 
Nicht um irdisch Heil und Glück. 
3. Als er aufstand, schien's vom Rücken 
Über ihn, als wie ein Licht; 
Staunend that er um sich blicken, 
Sah ein heil'ges Angesicht. 
Hochaltar und Kreuz verklärend, 
Dort ein lichter Bischof stand, 
Der mit hoher Hand, wie schwörend, 
Zeigte nach der Kirchenwand. 
4. Mit den Fingern, wie mit Kerzen, 
Leuchtet er auf eine Schrift, 
Wo der Fürst mit bangem Herzen 
Auf ein' röm'sche Sechse trifft. 
„Will mich Gott so bald erhören? 
Herr, ich glaub's auf eure Hand; 
Hebt sie nicht so ernst zum Schwören!" — 
Sprach der Held, und Alles schwand. 
Das Mahl 
1. Von Würtemberg und Baden 
Die Herren zogen aus,' 
Von Metz des Bischofs Gnaden 
Vergaß das Gotteshaus; 
Sie zogen aus zu kriegen 
Wohl in die Pfalz am Rhein, 
Sie sahen da sie liegen 
Im Sommersonnenschein. 
2. Umsonst die Rebenblüte 
Sie tränkt mit mildem Duft, 
Umsonst des Himmels Güte 
Aus Ährenfeldern ruft; 
Sie brannten Hof und Scheuer, 
Daß heulte Groß und Klein; 
Da leuchtete vom Feuer 
Der Neckar und der Rhein. 
Heinrich. 
5. Wie sechs Stunden sind vergangen. 
Harrt er fromm auf seinen Tod; 
Doch es schien ihm auf die Wangen 
Lebenshell das Morgenrot. 
Wie der sechste Tag gekommen, 
Er bereit und fertig ist; 
Doch es giebt der Herr dem Frommen 
Neue, heitre Lebensfrist. 
6. Darum hält er an mit Beten, 
Bis der sechste Mond erscheint, 
Würd'ger stets vor Gott zu treten; 
Doch es war nicht so gemeint. 
Aber ernste Tod'sgedanken 
Wandeln mit ihm immerdar. 
Und so lebt er sonder Wanken 
Heilig bis ins sechste Jahr. 
7. Und in hoher Kirche stand eo 
Leuchtend um das sechste Jahr, 
Und auf seinem Haupte fand er 
Röm'sche Kaiserkrone gar. 
König Heinrich war's, der zweite, 
Herr von allem deutschen Land, 
Der von dort an ward bis heute 
Stets der Heilige genannt. 
8. Zwei und zwanzig Jahre heilig 
Herrscht' er ohne Fluch und Spott, " 
An die röm'sche Sechse treulich 
Dacht' er und an Tod und Gott. 
Weil er fertig war zum Sterben, 
Hielt ihn Gott des Lebens wert. 
Weil den Himmel er konnt' erben, 
| Ward ihm auch das Reich beschert. 
zu Heidelberg. 
3. Mit Gram von seinem Schlosse 
Sieht es der Pfälzer Fritz, 
Heißt springen auf die Rosse 
Zween Mann auf einen Sitz. 
Mit enggedrängtem Volke 
Sprengt er durch Feld und Wald, 
Doch ward die kleine Wolke 
Zum Wetterhimmel bald. 
4. Sie wollen seiner spotten, 
Da sind sie schon umringt, 
Und über ihre Rotten 
Sein Schwert der Sieger schwingt.. 
Vom Hügel sieht man prangen 
Das Heidelberger Schloß, 
Dorthin führt man gefangen 
Die Fürsten samt dem Troß.
	        

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