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Poesie (Teil 2)

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN817041141
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-14673862
Titel:
Deutsches Lesebuch für die oberen Klassen höherer Lehranstalten
Autor*in:
Worbs, Hermann (13.05.1834-)
Erscheinungsort:
Köln
Verlag:
DuMont-Schauberg
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1908
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Band

Persistenter Identifier:
PPN817041737
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-14754383
Titel:
Poesie
Signatur:
DEG-II 20(5,08)-2
Autor*in:
Niessen, L. (16.03.1864-)
Worbs, Hermann (13.05.1834-)
Bandzählung:
Teil 2
Erscheinungsort:
Köln
Verlag:
DuMont-Schauberg
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1908
Ausgabenbezeichnung:
5. Aufl. von L. Niessen [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
Zweiter Teil. Die neuhochdeutsche Poesie von Opitz bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch für die oberen Klassen höherer Lehranstalten
  • Poesie (Teil 2)
  • Einband
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Erster Teil. Die ältere Literatur zum Ende des 16. Jahrhunderts
  • Zweiter Teil. Die neuhochdeutsche Poesie von Opitz bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts
  • Anhang
  • Einband

Volltext

Zweiter Teil. 
Die neuhochdeutsche Poesie von Opitz bis zur Mitte 
des 19. Jahrhunderts. 
X 1. Martin Opitz von Boberfeld (1597—1639). 
va Aus dem „Buch von der Deutschen Poeterey“. 
Nachmals ist auch ein jeder verß entweder ein iambicus oder tro- 
chaicus; nicht zwar das wir auff art der griechen vnnd lateiner eine 
gewisse größe der sylben können inn acht nemen; sondern das wir aus 
den accenten vnnd dem thone erkennen, welche sylbe hoch vnnd welche 
niedrig gesetzt soll werden. Ein Jambus ist dieser: 
Erhalt vns Herr bey deinem wort. 
Der folgende ein Trocheus: 
Mitten wir im leben sind. 
Dann in dem ersten verse die erste sylbe niedrig, die andre hoch, 
die dritte niedrig, die vierde hoch, vnd so fortan, in dem anderen verse 
die erste sylbe hoch, die andere niedrig, die dritte hoch, etc. ausgesprochen 
werden. Wiewohl nun meines wissens noch niemand, ich auch vor der 
zeit selber nicht, dieses genawe in acht genommen, scheinet es doch so 
hoch von nöthen zue sein, als hoch von nöthen ist, das die Lateiner nach 
den quantitatibus oder größen der sylben jhre verse richten vnd reguliren. 
Denn es gar einen übelen klang hat: 
Venus die hat Juno nicht vermocht zue obsiegen; weil Venus vnd 
Juno Jambische, vermocht ein Trocheisch wort sein soll: obsiegen aber, 
weil die erste sylbe hoch, die andern zwo niedrig sein, hat eben den ihon, 
welchen bey den lateinern der dactylus hat, der sich zueweilen (denn er 
gleichwol auch kan geduldet werden, wenn er mit vnterscheide gesatzt 
wird) in vnsere sprache, wann man dem gesetze der reimen keine gewalt 
{hun wil, so wenig zwingen leßt, als castitas, pulchritudo vnd dergleichen 
in die lateinischen hexametros vnnd pentametros zue bringen sind. Wiewol 
die Frantzosen vnd andere, in den eigentlichen namen sonderlich, die 
accente so genawe nicht in acht nemen, wie ich dann auch auff art des 
Ronsardts in einer Ode geschrieben: 
Bin ich mehr als Anacreon, Als Antimächus vnd Bion, 
Als Stesichör vnd Simonides, Als Philet oder Bachylides?
	        

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Zitierempfehlung

Niessen, L., and Hermann Worbs. Poesie. Köln: DuMont-Schauberg, 1908. Print.
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