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Poesie (Teil 2)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN817041141
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-14673862
Title:
Deutsches Lesebuch für die oberen Klassen höherer Lehranstalten
Author:
Worbs, Hermann (13.05.1834-)
Place of publication:
Köln
Publisher:
DuMont-Schauberg
Document type:
Multivolume work
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1908
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Volume

Persistent identifier:
PPN817041737
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-14754383
Title:
Poesie
Shelfmark:
DEG-II 20(5,08)-2
Author:
Niessen, L. (16.03.1864-)
Worbs, Hermann (13.05.1834-)
Volume count:
Teil 2
Place of publication:
Köln
Publisher:
DuMont-Schauberg
Document type:
Volume
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1908
Edition title:
5. Aufl. von L. Niessen [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
Zweiter Teil. Die neuhochdeutsche Poesie von Opitz bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Deutsches Lesebuch für die oberen Klassen höherer Lehranstalten
  • Poesie (Teil 2)
  • Binder
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis
  • Erster Teil. Die ältere Literatur zum Ende des 16. Jahrhunderts
  • Zweiter Teil. Die neuhochdeutsche Poesie von Opitz bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts
  • Anhang
  • Binder

Full text

Friedrich von Spee, 
Aus dem „Trostgedicht in Widerwärtigkeit des Krieges“, 
Kömpt nun das Unglück her und heißt uns Urlaub nehmen, 
Wir wollen gerne geh’n und uns mit nichten grämen, 
Es zieht doch diesen fort, der lange widerstrebt, 
Wer ist ein Pilgrim hier? Ein jeder, so da lebt, 
Hinauf und über uns soll unser Sinn sich richten, 
Soll lernen Haß und Neid und allen Fall vernichten, 
Soll immer eines sein, nicht zittern und nicht fleh'’n, 
Wie kleine Kinder tun, wann daß sie Larven seh'n. 
5s sind auch anders nichts als Larven alle Sachen, 
Jm welcher willen wir uns Leid und Kummer machen; 
Des leichten Glückes Gunst ist wie des Meeres Schaum, 
Der brauset und zergeht, ist wie ein süßer Traum, 
Der, ehe man erwacht, erwischet aus den Sinnen. — 
Jer Feind hat dir ein Schloß, dein Haus hinweg gerissen: 
“leuch in der Mannheit Burg: die wird er nicht beschießen. 
Er hat den Tempel dir verwüstet aus und aus: 
Gott schließt sich nirgend ein: sei du sein reines Haus. 
Er hat dich von der Lust der Bücher weggetrieben: 
Schau, ob du in das Buch des Lebens bist geschrieben. 
Er hat den Acker dir verheeret weit und breit: 
Der Acker des Gemüts trägt auch bei Winterzeit. 
2. Friedrich von Spee (1591—1635). 
Eingang zu diesem Büchlein, Trutznachtigall genannt, 
1. Wann Morgenrot sich zieret = 4. Die sanfte Wind in Lüften 
Mit zartem Rosenglanz Auch ihre Flügel schwach 
Und sittsam sich verlieret An Händen, Füß und Hüften 
Der nächtlich Sternentanz: Erschüttlen mit Gemach: 
Gleich lüstet mich spazieren Da sausen gleich an Bäumen 
In grünen Lorberwald, Die lind gerührte Zweig’, 
Allda dann musizieren Zur Musik sich nit säumen: 
Die Pfeiflein mannigfalt. O wohl der süßen Streich’! 
2. Die flügelreiche Scharen, 5. Doch süßer noch erklinget 
Das Federbürschlein zart, Ein sonders Vögelein, 
In süßem Schlag erfahren, So seinen Sang vollbringet 
Noch Kunst noch Atem spart; Bei Mond- und Sonnenschein: 
Mit Schnäblein wohlgeschliffen Trutznachtigall mit Namen 
Erklingen’s, wunderfein, Es nunmehr wird genannt, 
Und frisch in Lüften schiffen Und vielen wild und zahmen 
Mit leichten Rüderlein. Obsieget unbekannt. 
3. Der hohle Wald ertönet 6. Trutznachtigall man’s nennet, 
Ab ihrem krausen Sang; Ist wund von süßem Pfeil; 
Mit Stauden stolz gekrönet, Die Lieb’ es lieblich brennet, 
Die Kruften geben Klang; Wird nie der Wunden heil; 
Die Bächlein krumm geflochten Geld, Pomp und Pracht auf Erden, 
Auch lieblich stimmen ein, Lust, Freuden es verspott, 
Von Steinlein angefochten Und achtet’s für Beschwerden, 
Gar süßlich sausen drein. Sucht nur den schönen Gott,
	        

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Niessen, L., and Hermann Worbs. Poesie. Köln: DuMont-Schauberg, 1908. Print.
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