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[Teil 5] (Teil 5)

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN817161767
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-13994379
Titel:
Deutsches Lesebuch für höhere Schulen
Bearbeiter*in/Herausgeber*in:
Dadelsen, Hans (23.03.1852-)
Erscheinungsort:
Straßburg
Verlag:
Bull
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1895
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Band

Persistenter Identifier:
PPN817162062
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-13994387
Titel:
[Teil 5]
Signatur:
DEG-II 17(2,10)-5
Autor*in:
Dadelsen, Hans von (23.03.1852-)
Bandzählung:
Teil 5
Erscheinungsort:
Straßburg
Verlag:
Bull
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1910
Ausgabenbezeichnung:
2., umgearb. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
B. Lesestücke
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch für höhere Schulen
  • [Teil 5] (Teil 5)
  • Einband
  • Titelseite
  • Aus dem Vorwort zur ersten Auflage
  • Zur zweiten Auflage
  • Inhalt
  • A. Literaturproben
  • B. Lesestücke
  • Einband

Volltext

382 
mich ganz zu arrangieren, meine Schulden zu tilgen und unabhängig von 
Nahrungssorgen ganz den Entwürfen meines Geistes zu leben. Ich habe endlich 
einmal Muße zu lernen und zu sammeln, und für die Ewigkeit zu arbeiten.") 
Jena, den 16. Dezember (Freitag) 1791. 
Wie werd' ich es anfangen, mein teurer und hochgeschätzter Freund, 
Ihnen die Empfindungen zu beschreiben, die seit dem Empfang jener Briefe 
in mir lebendig geworden sind? So überrascht und betäubt, als ich durch 
ihren Inhalt geworden bin, erwarten Sie nicht viel Zusammenhängendes 
von mir. Mein Herz allein kann jetzt noch reden, und auch dieses wird 
von einem so kranken Kopf, als der meinige noch immer ist, nur schlecht 
unterstützt werden. Ein Herz wie das Ihrige kann ich für den liebevollen 
Anteil, den es an dem Schicksale meines Geistes nimmt, nicht schöner be¬ 
lohnen, als wenn ich das stolze Vergnügen, das Ihnen die edle und 
einzige Handlungsart Ihrer vortrefflichen Freunde an sich selbst schon 
gewähren muß, durch die fröhliche Überzeugung von einem vollkommen 
erfüllten wohlwollenden Zweck zu der süßesten Freude erhöhe. 
Ja, mein teurer Freund, ich nehme das Anerbieten des Prinzen von 
Holstein und des Grafen Schimmelmann mit dankbarem Herzen an — 
nicht weil die schöne Art, womit es getan wird, alle Nebcnrücksichten bei 
mir überwindet, sondern darum, weil eine Verbindlichkeit, die über jede 
mögliche Rücksicht erhaben ist, es mir gebietet. Dasjenige zu leisten 
und zu sein, was ich nach dem mir gefallenen Maß von Kräften leisten 
und sein kann, ist mir die höchste und unerläßlichste aller Pflichten. Aber 
meine bisherige äußere Lage machte mir das schlechterdings unmöglich, 
und nur eine ferne, noch unsichere Zukunft macht mir bessere Hoffnungen. 
Der großmütige Beistand Ihrer erhabenen Freunde setzt mich auf einmal 
in die Lage, so viel aus mir zu entwickeln, als in mir liegt, mich zu dem 
zu machen, was aus mir werden kann — wo bliebe mir also noch eine 
Wahl übrig? Daß der vortreffliche Prinz, der sich von freien Stücken 
entschließt, dasjenige bei mir zu verbessern, was mir das Schicksal zu 
wünschen übrig gelassen hat, durch die edle Art, womit er diese Sache 
behandelt, zugleich alle Empfindlichkeiten schont, die mir meinen Ent¬ 
schluß Hütten schwer machen können, daß er mich diese wichtige Verbeste- 
rnng meiner Umstände durch keinen Kamps mit mir selbst erkaufen läßt, 
erhöht meine Dankbarkeit unendlich und läßt mich die Freude über das 
Herz ihres Urhebers vereinigt empfinden. 
Eine sittlich schöne Handlung ans der Klasse derjenigen, welche diesen 
Brief veranlaßt, empfängt ihren Wert nicht erst von ihrem Erfolge; auch 
wenn sie ganz ihres Zwecks verfehlte, bleibt sie, was sie war. Aber 
wenn diese Handlung eines großdenkenden Herzens zugleich das notwen¬ 
dige Glied einer Kette von Schicksalen ist, wenn sie allein noch fehlte,
	        

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Dadelsen, Hans von. [Teil 5]. Straßburg: Bull, 1910. Print.
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