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Die weite Welt (5)

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN819849308
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-13839365
Titel:
Deutsches Lesebuch für Mittelschulen
Autor*in:
Tromnau, Friedrich
Erscheinungsort:
Leipzig [u.a.]
Verlag:
Klinkhardt
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1910
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Band

Persistenter Identifier:
PPN819851213
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-13891114
Titel:
(Für das 2. und 3. Schuljahr)
Signatur:
DBR-II 28(1,10)-1
Autor*in:
Tromnau, Friedrich
Bandzählung:
Teil 1
Erscheinungsort:
Leipzig [u.a.]
Verlag:
Klinkhardt
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1910
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Einband

Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Einband

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Lehr- und Lesebuch zur Pflege nationaler Bildung
  • Die weite Welt (5)
  • Einband
  • Titelseite
  • Allgemeine Vorrede
  • Besondere Vorrede
  • I. Zur Geschichte
  • II. Zur Erd- und Völkerkunde
  • III. Das Naturleben
  • IV. Das Menschenleben
  • A. Das Leben des einzelnen Menschen
  • B. Das Leben in der Familie und im Freundeskreise
  • C. Das Leben in Gemeinde und Staat
  • D. Das religiöse Leben
  • Anhang
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einband

Volltext

344 
Rock." „Gott segne ihn! Gott segne ihn!" ertönte es einstimmig aus dem 
Munde aller Anwesenden. Die Mutter der jungen Leute hatte zuerst den 
alten Krämer erreicht; im Übermaß der Freude schlang sie ihre Arme um 
seinen Hals und küßte ihn mit Thränen, obgleich er es nicht leiden wollte. 
Der alte Haliday lief und ergriff den Hausierer bei beiden Händen und 
sagte in einer Freudenerschütterung, die sich durch Thränen und krampf¬ 
haftes Lachen Luft zu machen suchte: „Jetzt, ehrlicher Mann, gebt mir 
Eure Adresse; denn das erste Geld, das ich entweder erwerben oder erbetteln 
oder erborgen kann, soll Euch zum Ersatz zugeschickt werden. Seit die 
Welt steht, ist noch nie eine solche Wohlthat an einem armen Elternpaare 
erwiesen worden." — „Und Ihr sollt Euer Geld wieder bekommen, guter, 
alter Christ; Ihr sollt Euer Silber wieder haben!" riefen die beiden jungen 
Bursche aus. 
„Nein, nein, Adam Haliday, sagt jetzt nichts mehr von Bezahlung", 
erwiderte der Hausierer, „Ihr müßt wissen, daß ich verschiedene sehr starke 
Beweggründe dazu hatte. Fürs erste sah ich, daß Ihr ohne die Jungen 
nichts anfangen könntet; und dann, was noch mehr ist, war ich eben im 
Begriff zu meinen Landsleuten von Neu-Dnmfries zu gehen, um etwa ein 
Jahr lang oder zwei mit meinen Waren zu handeln, und wollte in jedem 
Falle ein Haus kaufen, wo ich meines Nachtquartiers gewiß wäre. Ich will 
schon mein Geld wieder fordern, Adam, und weiß gewiß, daß ich es Wieder¬ 
kriege oder den Wert dafür; — und wenn ich's nicht fordere, so braucht 
Ihr mir's auch nicht mehr zu schicken. Es würde nur unterwegs ver¬ 
loren gehen; denn es giebt kein Silber, das den Weg von Amerika hieher 
fände." — 
„Nie habe ich die Empfindungen eines Menschen mehr beneidet", sagt 
der Augenzeuge und Erzähler dieser Geschichte, „als ich die des alten 
Hausierers in jener Stunde beneidete, da die ganze dankbare Familie an 
ihm hing und jedes Auge mit Bewunderung auf ihn gerichtet war." 
Ihr werdet es auch ganz natürlich finden, daß in diesem Augenblicke 
jeder gern an der Stelle des alten Mannes gewesen wäre; aber eigentlich 
zu beneiden haben wir keinen um eine Freude, die uns auch zuteil werden 
kann, sobald wir ernstlich wollen. Es ist überall um uns her Not und 
Elend genug in der Welt, und es ist oft sehr wenig erforderlich, um da 
oder dort abzuhelfen, Thränen zu trocknen, oder Freudenthränenquellen 
auszuschließen. Ich frage euch aber: Wäre der alte Hausierer weniger 
glücklich in seinem Innern gewesen, wenn die armen Leute seinen Namen 
nicht erfahren hätten und ihm den Dank für eine andere Welt schuldig 
geblieben wären? (Lies Ps. 37, 3; Sir. 25, 12; 22, 28; Spr. 18, 24.) 
Neuenhaus. 
190. Tom Grüssen. 
Es ist eine schöne Sache, dass Menschen, die sich begegnen, ein¬ 
ander grüssen, auch wenn sie sich nicht kennen. Sind ja alle Kinder 
eines Vaters, ist ja das Leben so kurz, so reich an Kummer und Qual,
	        

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Freund, Wilhelm. Rom. Breslau: Freund, 1891. Print.
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