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Dichtergaben

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN893255610
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-15159225
Title:
Dichtergaben
Shelfmark:
DD-II 25(2,06)
Editor:
Lange, Richard
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Dürr
Document type:
Monograph
Collection:
Readers,imperial Germany
Publication year:
1906
Edition title:
Zweite Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
ein Lesebuch für die Oberstufe mehrklassiger Volksschulen und für Bürger- und Mittelschulen

Chapter

Title:
Keller
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Dichtergaben
  • binder
  • Title page
  • An Deutschlands Jugend
  • Inhaltsverzeichnis
  • Nach den Dichtungsarten geordnetes Verzeichnis
  • Goethe
  • Schiller
  • Kleist
  • Uhland
  • Chamisso
  • Eichendorff
  • Grillparzer
  • Mörike
  • Droste-Hülshoff
  • Hebbel
  • Storm
  • Reuter
  • Groth
  • Keller
  • Raabe
  • K. F. Meyer
  • Heyse
  • Fontane
  • Greif
  • Ebner-Eschenbach
  • Wildenbruch
  • Rosegger
  • Liliencron
  • Anhang
  • binder

Full text

206 
Keller. 
Gottfried Keller, geboren 1819 zu Zürich, wurde zuerst Landschaftsmaler, studierte 
daun in Heidelberg und Berlin Philosophie und wurde Staatsschreiber des Kantons Zürich. 
Er starb dort unvermählt im Jahre 1890. 
Sommernacht. 
Es wallt das Korn weit in die 
Runde, 
Und wie ein Meer dehnt es sich aus; 
Doch liegt auf seinem stillen Grunde 
Nicht Seegewürm, noch andrer Graus; 
Da träumen Blumen nur von Kränzen 
Und trinken der Gestirne Schein, 
O goldnes Meer, dein friedlich Glänzen 
Saugt meine Seele gierig ein! 
In meiner Heimat grünen Talen, 
Da herrscht ein alter schöner Brauch: 
Wann hell die Sommersterne strahlen, 
Der Glühwurm schimmert durch den 
Strauch, 
Dann geht ein Flüstern und ein Winken, 
Das sich dem Ährenfelde naht, 
Dann geht ein nächtlich Silberblinken 
Von Sicheln durch die goldne Saat. 
Das sind die Burschen jung und 
wacker, 
Die sammeln sich im Feld zuhauf 
Und suchen den gereiften Acker 
Der Witwe oder Waise auf, 
Die keines Vaters, keiner Brüder 
Und keines Knechtes Hilfe weiß — 
Ihr schneiden sie den Segen nieder, 
Die reinste Lust ziert ihren Fleiß. 
Schon sind die Garben festgebunden 
Und rasch in einen Ring gebracht; 
Wie lieblich flohn die kurzen Stunden, 
Es war ein Spiel in kühler Nacht! 
Nun wird geschwärmt und hell ge¬ 
sungen 
Im Garbenkreis, bis Morgenluft 
Die nimmermüden braunen Jungen 
Zur eignen schweren Arbeit ruft. 
Abendlied. 
Augen, meine lieben Fensterlein, 
Gebt mir schon so lange holden 
Schein, 
Lasset freundlich Bild um Bild herein: 
Einmal werdet ihr verdunkelt sein! 
Fallen einst die müden Lider zu. 
Löscht ihr aus, dann hat die Seele 
Ruh'; 
Tastend streift sie ab die Wander¬ 
schuh', 
Legt sich auch in ihre finstre Truh'. 
Noch zwei Fünklein sieht sie glimmend 
stehn 
Wie zwei Sternlein, innerlich zu sehn, 
Bis sie schwanken und dann auch ver¬ 
gehn, 
Wie von eines Falters Flügelwehn. 
Doch noch wandl' ich auf dem Abend¬ 
feld, 
Nur dem sinkenden Gestirn gesellt; 
Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, 
Von dem goldnen Überfluß der Welt!
	        

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Lange, Richard. Dichtergaben. Leipzig: Dürr, 1906. Print.
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