Object: Neues Realienbuch für Schule und Haus

435 
uns am meisten aufhalten, sollen daher möglichst viel Sonne erhalten. (Lage, 
Blendladen, Vorhänge?). Koch- und Eßgeschirre müssen peinlich sauber gehalten 
werden. Auch bei der Auswahl, Zubereitung und Aufbewahrung der Nahrung 
lege man auf Reinlichkeit das größte Gewicht. Wunden wasche man vorsichtig aus 
und umwickele sie nur mit einem mit etwas Karbolsäure durchtränkten Leiueulappeu. 
Bei ansteckenden Krankheiten benutze der Kranke besondere Geschirre, die auch 
beim Spülen mit den andern nicht in Berührung kommen dürfen. Auswurf und 
Entleerungen der Kranken sind sofort und möglichst gefahrlos zu beseitigen. 
Jede unnötige Berührung mit dem Kranken vermeide man (Atem! Schweiß!). 
Besuche der Familienmitglieder sind möglichst zu unterlassen; Kinder dürfen das 
Krankenzimmer nicht betreten. Ter Krankenpfleger wasche sich nach jeder näheren 
Berührung mit dem Kranken Gesicht und Hände mit Wasser, dem man eine 
Lösung von Karbolsäure, Lysol, Sublimat oder ein anderes desinfizierendes Mittel 
zugesetzt hat. Das Krankenzimmer werde anfgewischt, nicht gefegt; beim Abstauben 
der Möbel ist Staubaufwirbelung möglichst zu vermeiden. Kleidungsstücke sollen 
i im Schranke, nicht am Mantelhaken hängen. Kann der Pfleger den Verkehr mit 
den Familiengliedern nicht vermeiden, so hüte er sich vor jeder unmittelbaren 
Berührung mit ihnen; vor dem Verlassen des Krankenzimmers wasche er sich 
und wechsle wenigstens die Oberkleider. Jede Krankheit macht je nach ihrer Art 
noch besondere Vorsichtsmaßregeln notwendig. Man frage daher den Arzt um 
seinen Rat und richte sich genau nach seinen Vorschriften. Ist die Krankheit 
vorüber, so muß das Krankenzimmer mit allem, tvas darin war, desinfiziert 
werden. Am sichersten und billigsten läßt man das durch einen Desinfektor 
besorgen, der von der Gesundheitspolizei hierfür besonders angestellt ist. Will 
man es aber selbst besorgen, so werden Tapeten oder Wandanstrich am besten er¬ 
neuert. Der Fußboden, die Fußleisten, sowie Türen und Fenster seift man ab, 
wobei man der Lauge ein Desinfektionsmittel (Lysol, verdünnt) zusetzt. Bettstelle, 
Schränke, Stühle usw. werden mit einem Desinfektionsmittel abgerieben. Bett- 
und Leibwäsche, sowie Handtücher, Taschentücher lasse man mehrere Stunden 
kochen und dann in Karbolwasser legen. Die Betten und andere Sachen, die keine 
Nässe vertragen, müssen in einer Desinfektionsanstalt durch Dämpfe gereinigt 
werden. Halbe Arbeit ist vollständig nutzlos. 
Die Moknung. 
Tie Wohnung, ursprünglich eine Zuflucht gegen die Unbilden der Witterung 
wie gegen wilde Tiere und Verfolger, ist im Laufe der Zeit eine Heimstätte ge¬ 
worden, in der der Mensch sich wohl fühlen soll, eine geheiligte Stätte inneren 
Friedens. Soll die Wohnung diesen' Zweck erfüllen, so muß sie nach Lage, Be¬ 
schaffenheit und Einrichtung den Anforderungen der Gesnndheitslehre entsprechen. 
Tie Wohnung muß eine freie, luftige Lage haben, wenn möglich fern von Morästen, 
Sumpfen und Fabriken. Eine Wohnung in einem neuen Hause beziehe man nicht 
eher, bis dieses vollständig trocken ist. Feuchte Wohnungen behindern die Er¬ 
neuerung der Luft in hohem Grade, entziehen den Bewohnern die notwendige 
Wärme und haben rheumatische Schmerzen aller Art, sogar Gelenk- und Nieren¬ 
leiden, zur Folge. Besonders gefährlich ist es, in feuchten Zimmern oder in der 
Nähe einer feuchten Wand zu schlafen. Ein gefährlicher Feind der Gesundheit ist 
der Hausschwamm, dessen sckmelle Verbreitung durch die Feuchtigkeit sehr begünstigt 
wird. Das geräumigste und luftigste Zimmer benutze man als Schlafstube, nicht 
als sogenanntes „bestes Zimmer". Die Zimmerwärme betrage etwa 1?o E.; für 
das Schlafzimmer genügt eine Temperatur von IM 0. Bei der Ofenheizung 
verhindere man das Ausströmen des giftigen Kohlenoxydgases; deshalb heize 
man den Ofen nicht zu stark und mache die TüL des Aschenhalters und den 
28*
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.