heimatliche Naturbilder.
88. Frühling.
. was rauschet, was rieselt, was rinnet so schnell?
was blitzt in der Zonne? was schimmert so hell?
Und als ich so fragte, da murmelt der Vach:
„Der Frühling, der Frühling, der Frühling ist wach!"
was knospet, was keimet, was duftet so lind?
was grünet so fröhlich? was flüstert im wind?
Und als ich so fragte, da rauscht es im Hain:
„Der Frühling, der Frühling, der Frühling zieht ein!"
Was klinget, was klaget, was flötet so klar?
was jauchzet, was jubelt so wunderbar?
Und als ich so fragte, die Nachtigall schlug:
,,ver Frühling, der Frühling!" — Da wußt' ich genug!
Heinrich Seidel.
89. wie ist doch die Crde so schon!
wie ist doch die Erde so schön
so schön!
Das wissen die vögelein.
Sic heben ihr leicht Gefieder
und singen so fröhliche Lieder
in den blauen Himmel hinein.
wie ist doch die Lrde so schön
so schön!
Das wissen die Flüss' und Seen.
Sic malen in klarem Spiegel
die Gärten und Ztädt' und Hügel
und die Wolken, die drüber gehn.
Und Zanger und Maler wissen es,
und es wissen's viel andere Leut'.
Und wer's nicht malt, der singt es,
und wer's nicht singt, dem klingt es
in dem herzen vor lauter Freud'.
Robert Reinick.