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„Gehe heim, wackerer Mann; wir wollen uns schon ohne
Führer behelfen." A. H. Petiskus.
180. Die Witwe und der Landwehrmann.
Eine in Leipzig wohnende Witwe mit vier kleinen Kindern
bekam einen preußischen Landwehrmann als Einquartierung auf einen
Tag. Zu Mittag gab's Kartoffelmus, für den Soldaten besonders
noch eine Bratwurst dazu. Während die Frau noch einmal nach
der Küche geht, vertheilt der Landwehrmann die ausschließlich für
ihn bestimmte Bratwurst unter die vier Kinder, die sich die Gabe
auch sofort wohlschmecken lassen. Die Witwe kehrt zurück, und als
sie sieht, was geschehe:! ist, gibt sie den Kindern ihren Unwillen
darüber zu erkennen, daß sie die Wurst essen. Dahinter aber verbarg
sich die Angst, der Landwehrmann werde an Stelle der Wurst
etwas anderes verlangen. Dieser beruhigte sie vollkommen, indem
er hinzufügte, er habe zu Hause gerade auch vier Kinder, wobei
es ihm plötzlich naß in den Augen ward, und er aß zum Gericht
ein Stück Brot. Nach dem Abmarsche des Landwehrmannes erschien
bei der Witwe ein Dienstmann und brachte einige Packete mit
Kaffee, Zucker und Reis und einen Gruß an Mutter und Kinder
von ihrer Einquartierung. F. Schmidt.
181. Die Wichtelmäimer.
Es war ein Schuster ohne seine Schuld so arm geworden,
dass ihm endlich nichts anderes übrig blieb als Leder zu
einem einzigen Paar Schuhe. Nun schnitt er am Abend die
Schuhe zu, die wollte er den nächsten Morgen in Arbeit
nehmen, und weil er ein gutes Gewissen hatte, so legte er
sich ruhig zu Bett, befahl sich dem lieben Gott und schlief
ein. Morgens, als er sein Gebet verrichtet hatte und
sich zur Arbeit niedersetzen wollte, so standen die beiden
Schuhe ganz fertig auf seinem Tisch. Er verwunderte sich
und wusste nicht, was er dazu sagen sollte. Er nahm die
Schuhe in die Hand, um sie näher zu betrachten: sie waren
so sauber gearbeitet, dass kein Stich daran falsch war,
gerade als wenn es ein Meisterstück sein sollte. Bald darauf