Full text: [Theil 3, [Schülerband]] (Theil 3, [Schülerband])

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„Gehe heim, wackerer Mann; wir wollen uns schon ohne 
Führer behelfen." A. H. Petiskus. 
180. Die Witwe und der Landwehrmann. 
Eine in Leipzig wohnende Witwe mit vier kleinen Kindern 
bekam einen preußischen Landwehrmann als Einquartierung auf einen 
Tag. Zu Mittag gab's Kartoffelmus, für den Soldaten besonders 
noch eine Bratwurst dazu. Während die Frau noch einmal nach 
der Küche geht, vertheilt der Landwehrmann die ausschließlich für 
ihn bestimmte Bratwurst unter die vier Kinder, die sich die Gabe 
auch sofort wohlschmecken lassen. Die Witwe kehrt zurück, und als 
sie sieht, was geschehe:! ist, gibt sie den Kindern ihren Unwillen 
darüber zu erkennen, daß sie die Wurst essen. Dahinter aber verbarg 
sich die Angst, der Landwehrmann werde an Stelle der Wurst 
etwas anderes verlangen. Dieser beruhigte sie vollkommen, indem 
er hinzufügte, er habe zu Hause gerade auch vier Kinder, wobei 
es ihm plötzlich naß in den Augen ward, und er aß zum Gericht 
ein Stück Brot. Nach dem Abmarsche des Landwehrmannes erschien 
bei der Witwe ein Dienstmann und brachte einige Packete mit 
Kaffee, Zucker und Reis und einen Gruß an Mutter und Kinder 
von ihrer Einquartierung. F. Schmidt. 
181. Die Wichtelmäimer. 
Es war ein Schuster ohne seine Schuld so arm geworden, 
dass ihm endlich nichts anderes übrig blieb als Leder zu 
einem einzigen Paar Schuhe. Nun schnitt er am Abend die 
Schuhe zu, die wollte er den nächsten Morgen in Arbeit 
nehmen, und weil er ein gutes Gewissen hatte, so legte er 
sich ruhig zu Bett, befahl sich dem lieben Gott und schlief 
ein. Morgens, als er sein Gebet verrichtet hatte und 
sich zur Arbeit niedersetzen wollte, so standen die beiden 
Schuhe ganz fertig auf seinem Tisch. Er verwunderte sich 
und wusste nicht, was er dazu sagen sollte. Er nahm die 
Schuhe in die Hand, um sie näher zu betrachten: sie waren 
so sauber gearbeitet, dass kein Stich daran falsch war, 
gerade als wenn es ein Meisterstück sein sollte. Bald darauf
	        
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