Full text: Größeres Lesebuch für Fortbildungsschulen in Stadt und Land

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„Dem fleißigen und verständigen Arbeiter schaut der Hunger wohl 
in das Haus, aber hinein wagt er sich nicht.“ — 
Siehe, mein lieber Handwerker, die Jetztzeit macht große Anforde— 
rungen an dich; es muß daher jeder bemüht sein, ihnen zu genügen. 
Du kannst es, sofern du diesen Ratschlägen Gehör schenkst, und dann 
wird Zufriedenheit und Wohlstand dein Los sein. Aus dem Gesagten 
wirst du die Wege kennen gelernt haben, welche zum Wohlstand, zum 
leiblichen und geistigen Heile führen; allein ich will sie hier noch einmal 
in gedrängter Kürze zusammenstellen. 
Man wird reich durch Erbschaft, Heiraten, Spekulationen, Lotterie 
u. s. w. allein dies wird nur wegigen zu teil. Es giebt aber Wege 
sür alle und diese sind: Gottesfurcht, Vertrauen, Gebet und Pflichter— 
füllung; — ferner gediegene Schul- Berufs- und allgemeine Kenntnisse, 
tüchtiger Charakter, Sittenreinheit, Lebensernst, Wahrhaftigkeit, Treue 
und Glauben, Liebe zur eigenen Familie; weiter: Fleiß, Ausdauer, gute 
Benutzung der Zeit, Eifer in der Fortbildung, Enthaltung von Spiel 
und Trunk; —Ordnung in der Arbeit, in der Buchführung, in Ein— 
nahme und Ausgabe; Klugheit im Verkehr mit Menschen, in der Be— 
nutzung der Umstände und Zeitverhältnisse, in Maß und Ziel bei Unter— 
nehmungen; — weise Sparsamkeit im Essen und Trinken, in Kleidung 
und Mobilien; Sorgsamkeit für das Alter und für die Familie, endlich 
Mut bei Unternehmungen, bei Hindernissen und bei Unglücksfällen. 
Dies sind die Wege, welche zum Wohlstand führen. Wer diese 
Wege nicht geht, kommt nie zu etwas; er verliert sogar noch das, was 
er schon besessen hat. Gewiß, in dem Mangel genannter Tugenden liegt 
eine der ersten Ursachen der weit verbreiteten Armut unserer Tage — 
Locher. 
——— —— 
VII. Gedichte. 
— — — 
. Der Prozeß. 
Ja, ja, Prozesse müssen sein! 
Geseßt, sie wären nicht auf Erden, 
wie könnt? alsdann das Mein und Dein 
bestimmet und entschieden werden? 
Das Streiten lehrt uns die Natur; 
drum, Bruder, recht' und streite nur. 
Du siehst, man will dich übertäuben; 
doch gieb nicht nach, setz alles auf, 
und laß dem Handel seinen Lauf; 
denn Recht muß doch Recht bleiben.
	        
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