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181. Gottesdienst.
Sieh! keinen Tropfen Wasser schluckt das Huhn,
Ohn' einen Blick zum Himmel auf zu thun;
Und ohn' zuvor anbetend sich zum Staube
Geneigt zu haben, pickt kein Korn die Taube.
Was sie bewußtlos thun, thu' du's bewußt,
Daß du vor ihnen dich nicht schämen mußt.
Fr. Rückert.
182. Sehnsucht nach dem Frühlinge.
L. O wie ist es kalt geworden
Und so traurig, öd und leer!
Rauhe Winde wehn von Norden,
Und die Sonne scheint nicht mehr.
2. Auf die Berge möcht' ich fliegen,
Möchte sehn ein grünes Thal,
Möcht' in Gras und Blumen liegen
Und mich freu'n am Sonnenstrahl!
3. Möchte hören die Schalmeien
Und der Herden Glockenklang,
Möchte freuen mich im Freien
An der Vögel süßem Sang!
4. Schöner Frühling, komm doch wieder,
Lieber Frühling komm doch bald!
Bring uns Blumen, Laub und Lieder,
Schmücke wieder Feld und Wald!
5. Ja, du bist uns treu geblieben,
Kommst nun bald in Pracht und Glanz,
Bringst nun bald all' deinen Lieben
Sang und Freude, Spiel und Tanz.
Hoffmann von Fallersleben.
XII. März.
183. Prost und Lauwind.
L. Frost spannt die Hugel aus, eisig und kalt und graus:
Lurzer Tag, lange Nacht! Mein das Reich, mein diĩe Macht!“
2. Tauwind schleicht sacht heran, fungt lnd ie
Zornig ruft Erost sogleich: „Pack dich aus meinem Beich“