M NAulli.
64. Juli.
Das ist ein Sommerabend! Rings der Himmel
So hell und rein, kein Wölkchen nah und fern!
Der Halbmond sieigt herauf wie eine Sichel
Aus lichtem Silber. In den jungen Buchen
b. Regt sich kein Lüftchen. Einzig nur die Vögel,
Die flattern noch vor Schlafengehen auf,
Und schmettern noch zu guterlet einmal
Ihr Lied zum Himmel. — Horch! das Abendläuten
Schallt aus den Dörfern her den See herüber
10. So hell und klar! Das deutet gutes Wetter
Auf morgen! — — Nebel steigen aus dem See,
Jetzt schweigen auch die Vögel, nur ganz weit
Singt einer noch sein leises Abendlied.
Das Läuten ist verstummt, der Abendglanz
15. Exblaßt, die Dämm'rung steigt herauf.
Wie führt sich's da so schön im leichten Nachen,
Auf glatten Wellen! Nur das Ruder plätschert
Im gleichen Takt; wie klingt der Kinder Lied
Weit über's Wasser hin und schallt so rein,
20. Als stiegen all' die Töne geraden Weges
Zum Himmel auf! Das ist ein Sommerabend!
R Reinick
bh. Abendglöcklein.
Glöcklein, Abendglöcklein läute
Frieden, Freude
Alen Menschen zu!
Helle laß dein Lied erschallen
5. Und bring' allen
Eine sanfte Ruh'!
Ruhe dem, der sorgt und weint,
Ruh' dem Freund und auch dem Feind.
Alen Lieben bringe du
10. Ruhe, und mir auch dazu. Güll.
66. Strohhalm, Kohle und Bohne.
In einem Dorfe wohnte eine arme alte Frau, die hatte ein
Gericht Bohnen zusammeugebracht und wollte sie kochen. Sie
machte also auf ihrem Herd ein Feuer zurecht, und damit es desto