129
der Truppen zu vermehren, führte er die Landwehr ein, welche den gleichen umse ⸗
Zweck wie der heutige Landsturm hatte. Sie hielt ihre Üübungen an Sonn- und salmnns
Feiertagen ab und vereinigte sich monatlich einmal in größeren Abteilungen beeres.
behufs gemeinsamer Übungen.
sterreich, welches England als Bundesgenossen gewonnen hatte,
erklärte im Jahre 1809 an Napoleon den Krieg. Erherzog Karl war der
Führer der österreichischen Armee; er forderte in schwungvollen Worten
die unter dem Joche Napoleons schmachtenden Deutschen auf, sich zu —
erheben und das schmähliche Joch zu zerbrechen, um die Unabhängigkeit dvee
und Ehre wieder zu erlangen, die ihnen gebühre. Seine Worte weckten X
überall wahre Begeisterung und große Opferwilligkeit. Tausende von
wohlhabenden Männern verließen ihre bisherige Beschäftigung, um
sich in das österreichische Heer einreihen zu lassen; die Völker sterreichs
griffen einmütig zum Schwerte für das Vaterland. Einzelne reiche
Edelleute, namentlich in Ungarn, stellten auf ihre Kosten ganze Heeres—
abteilungen auf; der böhmische und steirische Adel gründeten Stiftungen
für Landwehrmänner. Ja ein Wiener Lastträger gab sogar seinen
mühsam ersparten Lohn von 100 Gulden für die Landwehr her. So
durchglühte alle Stände das Feuer patriotischer Begeisterung.
Die Schlacht von Aspern und Eßling. Kaiser Franz stellte zwei Armeen
auf; die eine, nahezu 120. 000 Mann stark, sollte unter dem Befehle des Erz⸗
herzogs Karl den Krieg in Deutschland führen, die andere war bestimmt,
unter Erzherzog Johann in Italien zu kämpfen. Erherzog Karl rückte
in Bayern ein, wurde aber von Napoleon, der mit gewohnter Schnelligkeit
herbeigeeilt war, nach den unglücklichen Kämpfen bei Regensburg nach —
Böhmen zurückgedrängt. Napoleon rückte hierauf geradewegs nach Wien bvei
vor und schlug am 10. Mai sein Hauptquartier in Schönbrunn auf. eze
Wenn auch die österreichischen Truppen aus ihren Stellungen
verdrängt worden waren, so blieb doch ihr Mut ungebrochen. Erzherzog
Karl marschierte aus Böhmen auf Wien los, um dem Feinde eine
Schlacht anzubieten. Napoleon entschloß sich, diese anzunehmen, und
setzte deshalb bei der Insel Lobau über die Donau, um die am linken
Ufer befindlichen Osterreicher anzugreifen. Bei Aspern und Eßling, sSies
zwei auf dem Marchfelde gelegenen Orten, kam es am Nachmittag des du
21. Mai 1809 zu einem furchtbaren Kampfe. Die Schlacht währte vei
bis zum späten Abend und war für die sterreicher von einem günstigen Aern
Erfolge begleitet, da sie sich einiger französischen Aufstellungspunkte Eblings.
bemächtigten. Alle Anstrengungen Napoleons, den Sieg am folgenden
Tage an seine Fahnen zu fesseln, waren vergeblich. An diesem Tage
war es, als Erzherzog Karl persönlich die Fahne des Regimentes
9*