Volltext: Deutsche Geschichte (Teil 2)

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eine Zeit gar nicht unter und im Winter nicht auf. Zwischen den Wende- 
und Polarkreisen liegen die gemäßigten Zonen. Sie haben vier 
wechselnde Jahreszeiten; zweimal im Jahre sind Tag und Nacht gleich. — 
Wiedergabe. 
a) Die heiße Zone. Da die Gegenden der heißen Zone von den Sonnen- 
strahlen senkrecht oder fast senkrecht beschienen werden, so ist es dort beständig sehr 
warm. Infolge der großen Wärme steigen Wasserdämpfe in ungeheurer Menge in die 
Höhe und fallen dann in gewaltig starken Regengüssen zur Erde nieder. Es gibt 
in dieser Zone nur zwei Jahreszeiten, eine trockene oder heiße und eine nasse 
oder kühlere. Eis und Schnee kommen nur auf hohen Gebirgen vor. — Da die 
Entwicklung der Pflanzen vornehmlich von der Feuchtigkeit der Luft und von der 
Wärme abhängt, so wachsen in der heißen Zone die größten und kräftigsten und 
infolge der Lichtfülle, die die senkrechten Sonnenstrahlen spenden, zugleich auch die 
farbenprächtigen Pflanzen mit äußerst saftreichen Früchten. Erwähnt seien die 
schöne zugleich nützliche Palme, der Brotbaum, der riesige Affenbrotbaum, die 
schlanken Bambus- und die großblättrigen Bananengewächse, ferner die kostbaren 
Gewürzpflanzen (Zimt u. Peffergewächfe) und die blütenreichen Schlingpflanzen, 
die sich in den Wäldern von Baum zu Baum winden. Reis, Zuckerrohr, der 
Kakao- und der Kaffeebaum, sowie der Teestrauch und die Tabakpflanze 
haben hier ihre Heimat. — Das Tierreich weist die größten, aber auch die reißendsten 
und gistigsten Tiere (Elefanten, Flußpferde. Nashörner, Krokodile, Löwen, 
Tiger, Schlangen ufw.), sowie farbenprächtigsten Vögel und die buntesten 
Insekten auf. Es gewährt dem Menschen verhältnismäßig nur wenig Nutzen- Die 
Bewohner haben unter dem Einfluß der glühenden Sonnenstrahlen der heißen Zone 
eine braune oder schwarze Hautfarbe erhalten (Neger). Die schwüle, feuchte Luft macht 
sie schlaff und träge, und das um so mehr, als ihnen die üppige Pflanzenwelt frei- 
willig und ohne Bodenbau die Nahrungsmittel in unerschöpflicher Fülle liefert. — 
Wiedergabe. 
b) Die kalten Zonen. In den beiden kalten Zonen steht die Sonne auch mittags 
nie hoch am Himmel, sondern bleibt beständig in der Nähe des Horizontes; daher 
herrscht dort fast das ganze Jahr hindurch strenger Winter, der nur von einem 
wenige Wochen dauernden Sommer unterbrochen wird. — Die Pflanzen sind des- 
halb nur klein und unentwickelt; Baumwuchs ist nicht mehr möglich, Getreide kann 
nicht angebaut werden, und selbst von wildwachsenden Pflanzen gedeihen nur wenige 
Kräuter, Moose, Flechten und niedere Sträucher. — Die Tierwell, die dem Menschen 
im allgemeinen nützlicher ist als in der heißen Zone, beschränkt sich, von den Niedern 
Tieren abgesehen, fast ausschließlich auf Pelz- und Trantiere (Eisbären, Renntiere, 
Walfische, Robben), sowie auf Fische und Schwimmvögel mit reichem Federkleid 
(Eidergänse usw.) — Die Menschen der nördlich- kalten Zone (fast unbewohnt) sind 
schmutziggelb und von vorwiegend kleinem Körperbau. Ihre Zahl ist gering; ihre Be- 
schästigung besteht in Jagd, Viehzucht (Renntiere) und dem Fange der Wasser- 
tiere. Sie stehen auf einer niederen Stufe geistiger Entwicklung, da die 
Kälte sie zu angestrengter Arbeit unfähig macht, und da ihre Kraft aufgezehrt wird 
im steten Ringen mit der Natur um die Notdurft des Lebens. — 
c) Die gemäßigten Zonen. In den beiden gemäßigten Zonen steht die Sonne 
mittags nicht so hoch wie in der heißen, aber höher als in den kalten Zonen. Man 
unterscheidet daselbst vier Jahreszeiten: eine warme (Sommer), eine kalte (Winter), 
und zwei kühlere Übergangs-Jahreszeiten (Frühling und Herbst). (In welcher 
Zone liegt demnach unser Vaterland?) — Die Länder der gemäßigten Zonen zeigen 
nicht mehr die große Fülle und Pracht der Pflanzenwelt und die gewaltigen 
Formen der Tierwelt, die der heißen Zone eigen sind. Von den Pflanzen sind 
die Getreide-, Futter- und Gemüsepflanzen, die Kartoffel, die Laub- und 
Nadelhölzer, ferner die Weinrebe, sowie die Obst-, Orangen-, Zitronen- und 
Ölbäume am wichtigsten. — Unter der Tierwelt sind die nützlichen Pelztiere 
(Zobel, Hermelin, Fischotter), sowie das Wild, vor allem aber unsere Haustiere sür 
den Menschen von der größten Bedeutung. Die Menschen dieser Zone haben teils 
weiße (Europäer), teils braune (Bewohner Nordafrikas und Südasiens) oder gelbe 
(Chinesen und Japaner) Hautfarbe. Nur wenige von ihnen gleichen in ihrer Lebens- 
weise den Wilden (Fischer- und Jägervölker) und den Hirtenvölkern oder Nomaden.
	        
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