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b) Ausbreitung des Islam durch die Araber.
Die Nachfolger Mohammeds in der Regierung hießen Ka—
lhifen. Auch sie verbreiteten mit Feuer und Schwert ihren Glau—
ben in den eroberten Gebieten und beherrschten so bald ganz
Syrien, Persien, Armenien, Klein-Asien, Ägypten und das übrige
Nordafrika. (Karte!/ Unter dem Feldherrn Tarik, nach welchem
Gibraltar (gebel al Tarik — Berg des Tarik) benannt worden
ist, setzten sie sogar nach Spanien über und eroberten in raschem
Siegeslaufe die ganze Halbinsel. Als sie aber auch in Frank—
reich einfielen, schlug sie Karl Martell (Karl der Hammer), der
Großvater Karls des Großen.
Die Mauren. In Spanien wurden die Araber Mauren
genannt. Ihr Reich mit der Hauptstadt Cordova hielt sich unter
andauernden Kämpfen gegen die Christen — zuletzt noch mit
der Hauptstadt Granada — bis zur Entdeckung Amerikas, wo
endlich auch Granada den Beherrschern von Spanien in die
Hände fiel. Aber heute noch stehen Reste ihrer herrlichen Bauten
mit schlanken Säulchen und schmucken Hufeisenbogen darüber, ge—
ziert mit prächtigen Arabesken (kunstvoll verschlungenen Linien
und Bändern, die entfernt an Pflanzenformen erinnern), als
Zeichen ihrer hochentwickelten Kunst dort (maurischer Stil, Al—
hambra) und verfallene Wasserleitungen erinnern an ihren Fleiß
und an die Blüte Spaniens unter ihrer Herrschaft. — Das
Kalifat im Morgenlande mit der Hauptstadt Bagdad erreichte
seine höchste Macht zur Zeit Karls des Großen unter Harun
al Raschid; durch die Türken ging es dann aber zu Grunde.
2. Die ersten Kämpfe gegen die Türken.
a) Die Türken kommen!
Grausamkeit. Schon zur Zeit der ersten Babenberger eroberten Söhne
Seldschuks aus den Steppen Turans in Asien ganz Iran. Sie waren in jener
Zeit ein wildes Kriegsvolk, gefürchtet wie vordem die Hunnen und Avaren,
später die Ungarn und Mongolen. Stets zogen dem Fußvolk Reiterscharen vor—
aus, „die Renner und Brenner“, die sich mit erstaunlicher Schnelligkeit über
weite Gebiete ergossen, die Orte plünderten, die Einwohner töteten oder die