Full text: Vom Westfälischen Frieden bis zur Gegenwart (Teil 7)

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Sechste Periode. Von 1648—1789. — Erster Abschnitt. Von 1648—1740. 
land, Ingermanland, Esthland, Livland, Yorpommern, Bremen und 
Yerden, die Grofsmacht des Nordens. 
Unter den Staaten zweiten Ranges trat hervor Spanien, 
das trotz seines gewaltigen Länderumfanges als Grofsmacht nicht 
mehr angesehen werden konnte, vielmehr seit dem Anfänge des 
17. Jh. sich in reifsendem Niedergange befand; zu ihm gehörten 
die Franche Comté und die südlichen Niederlande (Artois, Flan¬ 
dern, Hennegau und das heutige Belgien ohne das Bistum Lüttich); 
dazu der Kolonialbesitz in Amerika und die Besitzungen in Ita¬ 
lien. Portugal war seit 1640 selbständiges Königreich unter 
dein Hause Bragança. Auch Polens Bedeutung war seit dem 
Aufschwünge Schwedens zurückgegangen; im W. begrenzt von 
Pommern, Brandenburg, Schlesien, Ungarn, im N. und 0. über 
die Düna und den Dnjepr hinausreichend, hatte es zur Südgrenze 
eine Linie von der Bukowina zum mittleren Dnjepr. Dänemark 
stand in Personalunion mit Schleswig-Holstein und Norwegen. 
Die Schweiz hatte im ganzen ihren heutigen Umfang, nur dafs 
das Yeltlin ihr zugehörte. 
Überaus bunt war die Karte Italiens, noch bunter diejenige 
Deutschlands. In Italien finden wir, abgesehen von kleineren 
Gebieten, das Herzogtum Savoyen-Piemont, das zu Spanien ge¬ 
hörige Herzogtum Mailand, die Republiken Genua und Yenedig 
(der auch die dalmatische Küste bis zur Breite von Lissa gehörte), 
die Herzogtümer Mantua, Parma und Modena, das Grofsherzog- 
tum Toscana, den Kirchenstaat und das mit Spanien verbundene 
Königreich Neapel. In dem bunten Gewirre deutscher Terri¬ 
torien ragten durch Umfang hervor Bayern, Kursachsen, das im 
Besitz der Ober- und Niederlausitz war und n. an die Mittelmark 
grenzte, und Brandenburg, dessen vom Rhein bis zur Memel 
reichender Besitz in drei Gebietsgruppen zerfiel, eine östliche, das 
von Polen lehnsabhängige Herzogtum Preufsen, eine mittlere, welche 
die Alt-, Mittel- und Neumark, die Priegnitz, Uckermark, Hinter¬ 
pommern nebst Magdeburg, Halberstadt und Kottbus umfafste, und 
eine westliche, die aus den — getrennt gelegenen — Grafschaften 
Mark und Ravensberg und dem Herzogtum Kleve bestand. 
Neben den fünf christlichen Grofsmächten stand als sechste 
das osmanische Reich, dessen europäischer Besitz in dem gröfsten
	        
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