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uns. Er hat Furcht, jemand zu verletzen oder gar zu überfahren.
Ja, nun wird das Menschengedränge zu dicht, nun muß der Rad¬
fahrer absteigeu. Nun führt er fein Zweirad mit der Hand neben
sich her. Er lacht dabei und denkt: muß ich dich auch führen,
mein liebes Zweirad, so brauche ich dich doch nicht zu füttern,
wie der Kutscher dort auf dem Platz seine Pferde füttert. Jetzt
ist Raum geworden. Schnell schwingt sich der Radfahrer wieder
auf sein Rad, ergreift die Lenkstange und rollt schnell dahin. Es
geht weich und sanft.
Die Räder sind mit einem Gummischlauch eingefaßt. Im
Schlauch ist Luft. Nein, ich freue mich, daß ich kein Fußgänger
bin, denkt der Radfahrer. P—ff! macht es plötzlich! O weh!
o -weh! Was ist geschehen? Der Gummischlauch ist geplatzt, die
Luft ist aus dem Schlauch entwichen! Das kommt von der alten
Glasscherbe her, die auf dem Fahrweg liegt. Die Scherbe hat ben
Schlauch zerschnitten. Armer Radfahrer, was machst du jetzt?
Wieder ist er abgestiegen, wieder führt er sein stählernes Pferd
an: Zügel. Aber das Pferd ist jetzt krank, und der Radfahrer macht
ein langes Gesicht. Er wollte so schnell nach Bergedors radeln;
nun muß er sich eine ruhige Straße suchen und sein Zweirad
flicken. „Siehst du," sagt der Fußgänger, „jetzt lachst bn mich
nicht mehr aus! Jetzt laus' ich au dir vorbei, etsch!"
„Klinglingling!" tönt es hinter dem Fußgänger. „Schon wieder
eilt Radfahrer?" Ja, aber diesmal ist's ein Dreirad, das daher¬
kommt, und darauf sitzt ein Hausknecht mit einem schweren Koffer.
Dem gefällt das Dreirad sehr, das gute Dreirad, das nicht nur
den schweren Koffer, sondern noch ihn selber schleppt. Wem sollte
es nicht gefallen?
69. jSDCV Hrtt» Von Johann Peter Hebel.
/lfm Fußgänger auf der Baseler Straße drehte sich um nnb sah
^ einen wohlbeladenen Wagen schnell hinter sich hereilen.
„Dem muß es arg pressieren," dachte er. — „Kann ich vor Tor-