Volltext: Römische Kaisergeschichte, Das Mittelalter, Die neueste Zeit bis 1648 (Bd. 2)

172 
Hansa. Es vereinigten dann mehrere Städte, welche nach derselben 
Gegend Handel trieben, ihre Hansen, und allmählich schlössen sich an 
die Hauptorte die kleineren Städte als Gäste an. So entstand denn 
die große Hansa, die sich in drei Quartiere teilte, das westfälische 
mit Köln, das wendische mit Lübeck und das gotländische mit 
Wisby an der Spitze (um 1241). In der Mitte des 14. Jahr¬ 
hunderts hatte sie die meisten Mitglieder. Jährlich schickten jetzt die 
Hansestädte Abgeordnete nach Lübeck zu einem Städtetage, auf dem über 
Förderung des Handels, Gleichheit der Münze und des Maßes und 
andere Erleichterungen des Verkehrs verhandelt wurde. Sie rüsteten 
Heere aus zum Schutze des Landes gegen Raubritter und bildeten mit 
ihren Orlogschiffen (orlog d. h. Krieg) auch zur See eine gefürchtete 
Macht. Die Bedeutung der Hansa wuchs so, daß sie sogar einen Krieg 
gegen den dänischen König begann, in welchem sie mehrere dänische Städte 
eroberte. Sie gab sich jetzt auch eine besondere Verfassung und wurde 
gleichsam ein Staat im Staate. Im 15. Jahrhundert teilte sie sich 
in vier Quartiere, das westfälische mit Köln, das wendische mit 
Lübeck, das sächsische mit Braunschweig, das preußische mit 
Dan zig als Vorort. Im 16. Jahrhundert begann die Hansa zu 
sinken; an den großen überseeischen Entdeckungen in dieser Zeit hatte 
sie keinen Anteil. 
b) Die schweizerische Eidgenossenschaft. Diese wurde ver¬ 
stärkt durch den Beitritt von Luzern, Zürich, Glarus, Zug und Bern. 
Um ihren Abfall von Österreich zu rächen, zog der tapfere Herzog 
Leopold von Österreich (s. d. Stammtafel S. 161) gegen sie. Bei 
Sempach (Kant. Luzern) kam es 1386 zu einer entscheidenden Schlacht, 
in der die Schweizer über das Heer der Ritter einen vollständigen Sieg 
errangen und Leopold selbst fiel. Die Glaubwürdigkeit der Überlieferung 
von dem kühnen Todesmute des Arnold von Winkelried wird vielfach an- 
gezweifelt. Eine zweite Niederlage der Österreicher (bei Näfels. Kant. 
Glarus) vollendete den Sieg der Schweizer und sicherte ihnen die 
errungenen Freiheiten (1388). 
c) Die Städtebündnisse im südwestlichen Deutschland, besonders 
der schwäbische und der rheinische Städtebund. Der staufische 
Kaiser Friedrich II. hatte die Städte preisgegeben, um die Fürsten zu 
gewinnen; das Edikt von Ravenna (vgl. S. 139) hatte die städtischen 
Freiheiten größtenteils vernichtet. Als aber nach dem Sturze der 
Staufer, in den Zeiten des Interregnums, sich allerwärts in den niederen
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.