Full text: Die Hauptereignisse der römischen Kaiserzeit, Deutsche Geschichte bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges (Teil 5)

Geschichte des Mittelalters. 
Ä. Die Neuordnung der Mittelmeerwelt in der Zeit 
vom 5. bis zum 9. Jahrhundert. 
§ 20. Allgemeine Übersicht. Die Neuordnung der Mittelmeer- 
Welt und der angrenzenden Gebiete wurde herbeigeführt 
1. durch die Germanen, die sich nicht mehr dienend dem Reiche 
einfügten, sondern die Herrschaft an sich rissen, und 
2. durch die Moh ammedaner. 
Die einheitliche, geschlossene, von der römischen Herrschaft zusammen- 
gehaltene und von der christlich-antiken Gesittung erfüllte Kulturwelt 
wurde zersprengt; es bildeten sich zunächst zwei neue Kreise, dereine, der 
in Rom, der andere, der in Byzanz seinen Mittelpunkt fand. Beiden 
trat die Welt des Islam in unversöhnlichem religiösen Gegensatz 
gegenüber. 
Räumlich ordneten sich die drei Welten derartig, daß sich der Westen 
Europas an Rom anschloß, die Balkanhalbinsel mtd_ Kleinasien 
Byzanz treu blieben, während der Islam den alten Orient, Nord- 
asrika und die Südspitzen Europas gewann; die erste erweiterte sich 
über die Mitte und den Norden, die zweite über den Osten unseres Erd- 
teils, der Islam dehnte sich nach den weiten Räumen Zentralasiens hin 
aus. Rom und Aachen, Konstantinopel, Damaskus, Bagdad und 
Cord ob a waren im 8. Jahrhundert die Hauptstädte der drei Gebiete. 
Romanen, Germauen und Westslawen wurden die Bewohner des römisch- 
germanischen, die Völker der Balkanhalbinsel und Kleinasieus und später 
die Hauptmasse der Slawen die des griechisch-orientalischen Kulturgebietes; 
die Semiten und nordafrikanischen Hamiten gehörten dem Islam an. 
Diese vom 5. bis 9. Jahrhundert geschaffene Neuordnung der Mittel- 
meerländer und Europas erhielt sich in ihren Grundzügen durch das ganze 
Mittelalter bis zur Gegenwart. 
1. Die Völkerwanderung und die byzantinische Rückeroberung. 
§ 21. Die Hunnen nnd die Goten. Im Jahre 375 erschienen die 
Die Hunnen. Hunnen, ein mongolisches Volk, an dem Nordufer des Kafpifcheu Meeres. 
Mit keinem Volke, das Griechen oder Römer kannten, zeigten sie Ahnlich- 
keit; sie waren kleine, breitschultrige Menschen mit häßlichen, durch Schnitt- 
wunden entstellten Gesichtern, die mit ihren unansehnlichen, aber unermüd- 
lichen Pferden wie verwachsen schienen und durch ihre hinterlistige Kampfes- 
weise ihren Feinden furchtbar waren. Sie zwangen die sarmatischen 
Alanen, auf die sie zuerst stießen, zur Heeresfolge, überschritten den Don 
Di- und griffen die Ostgoten (vgl. § 13) an; König Ermanarich tötete steh, 
Oiigoien. yein VM schloß sich den Siegern auf ihrer Wanderung nach Westen an.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.